Kurznachrichten

Kirchenkreis: Radiospots zum Reformationsjubiläum auf R.SH, bis 31.10.2017

Kirchenkreis: Radiospots zum Reformationsjubiläum auf R.SH, bis 31.10.2017

29.09.2017 - Ab dem 1. Oktober 2017 strahlt R.SH täglich Radio-Spots zum Reformationsjubiläum ausgestrahlt. Vier Pastorinnen und Pastoren aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg erklären, warum die Reformation die Menschen in Schleswig-Holstein auch heute noch betrifft und auf ihr Leben einwirkt: Da geht es dann zum Beispiel um Musik oder um die Wertschätzung der Berufe.

Die Idee hinter der Kampagne ist, dass das Reformationsjubiläum zwar in der kirchlichen Öffentlichkeit fast schon überrepräsentiert ist – die breite Öffentlichkeit aber – wenn nur – am Rande davon Kenntnis genommen hat. Fast durchgängig fehlt für die Menschen der regionale Bezug.

Die Spots werden im Gebiet Lübeck, Eutin und Lauenburg gesendet. Hier die verschriftete Form der vier Spots:


Anne Mareike Müller, Bugenhagen-Gemeinde Lübeck

Luther und Co wollten, dass alle Menschen selbst die Bibel lesen konnten. Dazu gehörten natürlich auch die Frauen! Manche von diesen Frauen, die hatten dann sogar Lust dazu politische Kampfschriften zu verfassen im Namen der Bibel und der neuen Lehre. Seitdem bestärken die Kirchen der Reformation Frauen darin, für sich selbst einzustehen und zu sagen: „Ich bin eine Frau! Und ich mach den Mund auf und steh für mich ein.“ So haben wir in unserer Kirche Pastorinnen, Pröbstinnen und sogar Bischöfinnen. Ich selber bin stolz darauf, Pastorin in einer lutherischen Kirche zu sein. Zu predigen, zu konfirmieren, zu taufen, zu trauen, zu beerdigen und regelmäßig in meiner eigenen Sprache die Bibel lesen zu können. Der Reformation sei Dank!      

Anna Christ, Kirchengemeinde Lütau:
Kirche ohne Musik?  Unvorstellbar: In jedem Gottesdienst singen wir Lieder und machen Musik. Ob klassisch oder modern, Chor oder Orgel, Band oder Posaunenchor. Jeder kann mitmachen! Das war nicht immer so: Vor der Reformation haben nur Priester und Mönche in den Kirchen gesungen. Und das auch noch auf Latein. Die Gemeinde durfte nur zuhören. Aber für Luther war die Musik eine der schönsten Gaben Gottes. Deshalb hat er Lieder geschrieben, die alle mitsingen konnten. Seine Kirchenlieder wurden zu richtigen Hits. Die Musik hat sich seitdem verändert. Aber wir singen immer noch. Dank Luther und der Reformation!  

Stephan Rost, Kirchengemeinde Sandesneben
Für mich ist das Wichtigste, was ich von Martin Luther gelernt habe, dass ich auch Fehler machen darf und Schwächen haben kann. Oft denkt man ja: Oh Mann, ich bin nicht gut genug in dem, was ich mache. Und an manchen Tagen kommt dann alles zusammen: Zu wenig Zeit für die Familie, auf Arbeit Überstunden gemacht, trotzdem meckern alle nur rum. Bei andern scheint alles leichter zu gehen. Und da finde ich eben wichtig, dass Luther gesagt hat: Nein, dein Leben muss gar nicht perfekt sein! So wie du bist, bist du von Gott geliebt und angenommen, egal, was grade schiefläuft und egal, was andre sagen. So wie du bist, bist du wertvoll!

Michael Schulze,  St. Matthäi Lübeck
Vor Martin Luther und der Reformation gab es eigentlich nur drei Gruppen: Adelige, die alle Macht hatten. Geistliche, die den besonderen Draht zu Gott vorweisen konnten und den Rest, die arbeitende Bevölkerung. Reiche Kaufleute und geschickte Handwerker waren noch anerkannt. Wer aber im Schweiße seines Angesichtes malochte, der galt nichts. Martin Luther hat gelehrt, dass jeder Mensch eine Berufung hat. Wer seine Berufung entdeckt und ausübt, der tut damit Gottesdienst. Merken Sie den Gleichklang? Das deutsche Wort Beruf kommt von Berufung. Das hat uns Martin Luther gesagt und es hat unsere Gesellschaft verändert.