Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Digitaltag 2022: Kirche im digitalen Wandel

Mehr als 0 und 1: Die evangelische Kirche gestaltet ihren Auftrag im digitalen Wandel (Symbolbild).

Am 24. Juni 2022 findet der dritte bundesweite Digitaltag statt. Gottesdienst, Gemeinschaft, Zusammenarbeit: Die evangelische Kirche in Lübeck und im Herzogtum Lauenburg gestaltet ihren Auftrag im digitalen Wandel auf unterschiedlichen Ebenen. Die Corona-Pandemie hat auch im zweiten Jahr eine starke Auseinandersetzung auf allen Ebenen mit dem Internet mit sich gebracht. Knapp 160 000 Mal sind Gottesdienste, Andachten und Vespern auf 18 YouTube-Kanälen der Gemeinden, Projekte und Dienste und Werke im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg aufgerufen worden.

Liveline – Online-Gottesdienste und Gemeinschaft

Mehr als 280 000 Aufrufe zählt das Online-Gottesdienst-Projekt #liveline auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Seit März 2020  feiert das Team kontinuierlich Gottesdienste via YouTube. Mittlerweile folgen 2400 Abonnent:innen dem Kanal. Durch die Kooperation mit dem christlichen Fernsehsender Bibel TV erreicht das Angebot monatlich mehr als 80 000 Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Kontakt zu den Teilnehmenden geht weit über das Schauen der Gottesdienstübertragungen hinaus. Über die Zeit ist über die Gottesdienste und die sozialen Netzwerke eine lebendige digitale Gemeinde entstanden. 2021 belegte das Team in der Kategorie „Digitaler Zusammenhalt“ Platz 3 beim Publikumspreis des Digitaltags. Das Team #liveline besteht zu etwa zwei Dritteln aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich ehrenamtlich engagieren. Mehr zum Team #liveline und Projekt gibt es hier.

Gemeinden ergänzen Gottesdienstangebot

Viele Gemeinden haben den digitalen Raum genutzt, um während der Kontaktbeschränkungen ergänzende Angebote zu Gottesdiensten in Präsenz anzubieten. Insgesamt 188 Gottesdienste wurden von April 2021 bis Mai 2022 bei YouTube gefeiert. Vor allem zum Weihnachtsfest 2021 gab es verschiedene Andachts- und Gottesdienstformate in Lübeck und im Herzogtum Lauenburg. Bereits 2020 hatten sich einige Gemeinden entschieden, dauerhaft Online-Gottesdienste in ihrem Gemeindealltag anzubieten. Die Lübecker Kirchengemeinden St. Andreas, St. Stephanus, St. Matthäi und St. Jürgen laden regelmäßig auf ihren YouTube-Kanälen ein. Bis zu 220 Mal werden diese Gottesdienste durchschnittlich aufgerufen. Im Vergleich zum ersten Pandemiejahr sind die Zugriffszahlen stabil geblieben oder leicht angestiegen.

Digitale Strukturen für junge Migrant:innen

Zugänge schaffen, Teilhabe ermöglichen: Das ist die Aufgabe von Lasse Koop im Jugendmigrationsdienst digital im Fachbereich offene und interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit im diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg. Er schafft im Netzwerk mit anderen Partner:innen Strukturen für junge Migrant:innen in der Region. Die Willkommens-App startet Ende Juni und erleichtert Geflüchteten aus der Ukraine das Ankommen in Ratzeburg. Bis Ende des Jahres soll die Bewerbungshilfe-App „JMD apply“ entwickelt werden. Hier wird der Bewerbungsprozess in Deutschland spielerisch vermittelt.

Social Media: Instragram wird wichtiger

In den sozialen Netzwerken wird neben dem Social-Media-Urgestein Facebook die meta-Schwester Instagram ein immer wichtigerer Kanal für kirchliche Akteure in der Region. Etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland nutzen das foto- und videofokussierte Netzwerk wöchentlich. 11 Millionen schauen sogar täglich in der App vorbei.

Familien im Herzogtum Lauenburg

Die drei Familienbildungsstätten aus Ratzeburg, Schwarzenbek und Lauenburg haben sich auf dem Instagram-Account @fbs_im_herzogtum zusammengeschlossen. Sie richten sich dort gezielt an Familien im Herzogtum Lauenburg und informieren seit April 2022 gemeinsam über ihr Angebot. Weitere Informationen dazu gibt es hier 

Sieben Türme will ich sehen

Das Fundraisingprojekt „Sieben Türme will ich sehen“ ist seit Herbst 2021 bei Instagram und informiert auf dem Account @die_7_tuerme_luebeck regelmäßig über das Geschehen rund um die fünf großen Lübecker Innenstadtkirchen. Der Account ist eng verzahnt mit der Internetseite www.sieben-tuerme-luebeck.de .

Kirchenkreis entwickelt Social Media Konzept weiter

Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg ist bereits seit 2015 in den sozialen Netzwerken aktiv. Derzeit überarbeitet das Team der Medienabteilung die Konzeption grundlegend und passt sie an den digitalen Wandel an. Im Laufe des Jahres 2022 wird ein Instagram-Account neu aufgesetzt und perspektivisch über TikTok nachgedacht.

Bei facebook haben derzeit 814 User den Kanal @kircheLL abonniert. Auf Twitter informieren sich unter Zukunft Kirche mehr als 300 Follower rund um die Themen Innovation & Kirchenentwicklung aus der Region. Auf Soundcloud findet sich der Kirchenmusik-Podcast „Mein Lieblingsstück“.

Digitale Plattformen als Content Hub

Außerdem nutzt die Medienabteilung des Kirchenkreises digitale Plattformen wie soundcloud, YouTube oder Pintestest als Content Hub, um Audio- und Videobeiträge in Formaten wie Newslettern oder auf der Internetseite des Kirchenkreises einzubetten. Neben Texten und Bildern produziert die Medienabteilung künftig kleinere Video- und Audioformate im eigenen Studio selbst.

Nordkirche: Zusammenarbeit im digitalen Raum

Und die Digitalisierung wird für die evangelische Kirche im Norden weiterhin relevant bleiben. Sie ist eins der großen Themen im Zukunftsprozess Horizonte hoch 5 der Nordkirche.

Ganz konkret prüft eine 25-köpfige Expert:innengruppe im Prozess zusammen.nordkirche.digital alles für eine einheitliche digitale Plattform zur Zusammenarbeit in der Nordkirche. Geplant ist, im Rahmen der Zukunftssynode im November 2022 darüber zu entscheiden. Aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg engagieren sich Ines Langhorst und Pastor Oliver Erckens im Prozess. Warum es eine einheitliche Lösung braucht, skizziert Oliver Erckens am Beispiel der Kirchengemeinde Siebenbäumen, der Zusammenarbeit in der Region 1 und am Zukunftsprozess "Kirche 2030 - Wandel gestalten" hier.