Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Solidarisch gegen Corona – kein Raum für Nazis

Das Bündnis "Wir können sie stoppen" hat die Lübecker. aufgerufen, sich solidarisch gegen die Pandemie und für Demokratie und Wissenschaft einzusetzen.

Das Lübecker Bündnis „Wir können sie stoppen“ ruft zu aktivem Widerspruch gegen Verschwörungstheorien und „Spaziergänge“ gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf. Mit der Lübecker Erklärung und einer Demonstration am Montag, 24. Januar 2022 will das Bündnis ein Zeichen setzen. Beginn ist um 17 Uhr auf dem Klingenberg.

„Während sich Teile der Lübecker Protestierenden nach Rechts abgrenzen, werden Neonazis als Ordner eingesetzt, mischt die AfD in Telegramm-Debatten und der Organisation mit. Die Lübecker Proteste nutzen das bundesweite Label der "Spaziergänge", bei denen bereits Journalist*innen, Außenstehende oder Impfzentren angegriffen wurden,“ schreibt das Bündnis im Aufruf.

Position gegen rechts beziehen

Das Bündnis „Wir können sie stoppen“ ruft alle Bürger:innen, Verbände und Organisationen auf, Zeichen zu setzen, Position zu beziehen und sich der Lübecker Erklärung anzuschließen.

"Wir haben die Lübecker Erklärung unterzeichnet, weil wir klar Position gegen Rechts beziehen. Es darf keinen Raum für Nazis geben - weder in Lübeck noch im Herzogtum Lauenburg. Gleichzeitig sprechen wir uns für die Demokratie und die Wissenschaft aus und rufen der Mehrheit zu, weiter solidarisch gegen Corona zusammenzuhalten - mit dem Gebot der Nächstenliebe vor Augen", sagen Pröpstin Petra Kallies und Pröpstin Frauke Eiben.

Neben den Pröpstinnen des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg haben unter anderem Elisabeth Hartmann-Runge (Flüchtlingsbeauftragte, Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg), Joachim Nolte (Beauftragter Kirche und Rechtsextremismus, Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg), Pastor Frank Gottschalk (Leiter TelefonSeelsorge Lübeck), Pastor Robert Pfeifer (KG St. Marien, Lübeck), Pastor Kai Feller (Ökumenebeauftragter Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg), Pastorin Imke Ackermann-Dorn (Evangelisch-reformierte Gemeinde Lübeck) unterzeichnet.

Die Lübecker Erklärung im Wortlaut

Wir Menschen aus Lübeck, Verbände und Organisationen, sagen Nein zu Nazis und rechter Gesinnung, Nein zu der Verharmlosung und Instrumentalisierung der Coronapandemie und deren Schutzmaßnahmen.

Seit Beginn der Pandemie helfen wir, diese zu überwinden - als unterstützende Nachbar*innen, als Wissenschaftler*innen, als Aktivist*innen, als Pflegekräfte und Ärzt*innen, als Eltern und Angehörige - mit Maske, Abstand und Impfung.

Eine Debatte über die Verhältnismäßigkeit von staatlichen Maßnahmen ist wichtig, aber wir werden sie nicht mit Rechten führen.

Wer die so genannten „Spaziergänge“ unterstützt, unterstützt unsolidarische Haltungen, unterstützt Demokratiefeinde und Nazis. Demokrat*innen marschieren da nicht mit!

Wir tragen unsere Forderung nach einem echten solidarischen Umgang mit der Pandemie auf die Straße. Fast 80 % der Schleswig-Holsteiner*innen sind geimpft und halten sich respektvoll an die Maßnahmen. Sie tragen zum Schutz der Mitmenschen und zur Eindämmung der Pandemie bei.

Wir sind mehr!

V.i.S.d.P Joachim Nolte, jnolte@kirche-ll.de

Über das Bündnis "Wir können sie stoppen"

Zum Bündnis „Wir können sie stoppen“ gehören Lübecker Bürger:innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Es hat sich seit 2006 formiert, um geplante Nazi-Kundgebungen rund um den 28. März aufzuhalten. Seitdem engagiert sich das Bündnis gemeinsam gegen rechte Aktivitäten in Lübeck.