Innenstadtkirchen Lübeck Neue Gottesdienst-Zeiten für Lübecks Altstadtkirchen

Gemeinsam Neues wagen: Die Gottesdienstzeiten und die kirchenmusikalische Arbeit werden in den Lübecker Altstadtkirchen dem Wandel angeglichen. Jetzt ist das Konzept von den Verantwortlichen in St. Jakobi vorgestellt worden.

Die Lübecker Innenstadtkirchen gehen neue Wege: Ab Juli 2022 gelten veränderte Gottesdienst-Zeiten. Die Kirchenmusik bekommt zeitgleich eine neue Organisation. Pröpstin Petra Kallies lobt den "mutigen und innovativen Schritt" und attestiert den vier Gemeinden eine Vorbildfunktion.

"Jakobi Punkt 5" machte den Auftakt 

Die kirchliche Landschaft verändert sich, gemeinden rücken enger zusammen. Sichtbar wird dieses im gemeindlichen Leben der Innenstadtkirchen bereits seit dem vergangenen Jahr. In St. Jakobi wird seit Ostern 2021 immer sonnabends ab 17 Uhr "Jakobi Punkt 5" gefeiert. "Dieses Modell hat sich bewährt, wir begrüßen seither viele neue Gäste", sagt Pastor Lutz Jedeck.

Ab 10 im Dom, ab 12 in St. Marien

„Die vier Innenstadtgemeinden haben sich darauf verständigt, nicht alle Sonntagsgottesdienste in einem Zeitfenster zwischen 10 und 12 Uhr zu feiern“, fasst Lutz Jedeck, Pastor von St. Jakobi, zusammen. Konkret werden ab Juli die Gottesdienste im Dom zu Lübeck sonntags um 10 Uhr beginnen - also 40 Minuten früher als bislang. In St. Marien zu Lübeck starten die Gottesdienste ab Juli sonntagmittags um 12 Uhr (anstatt um 10 Uhr). In St. Aegidien bleibt alles wie bisher: Dort wird sonntags weiterhin ab 10 Uhr Gottesdienst gefeiert. Durch die neue Gottesdienststruktur wachse die Auswahlmöglichkeit von Gottesdiensten nach den persönlichen Präferenzen der Menschen, betont Pastor Jedeck.

Mehr Auswahl für Besucher

Wer beispielsweise am Sonntag länger schlafen möchte, der kann fortan in St. Marien den Gottesdienst um 12 Uhr besuchen. Umgekehrt empfehlen sich die Angebote vom Dom und von St. Aegidien. Wer den Sonntag für Unternehmungen mit Freunden oder mit der Familie nutzen will, für den ist „Jakobi Punkt 5“ am Sonnabend eine Alternative. Weite Wege gibt es bekanntlich nicht: St. Marien, der Dom, St. Aegidien und St. Jakobi liegen fußläufig dicht beieinander. 

Pröpstin: "Mutig und innovativ"

"Die Lübecker Innenstadtkirchen machen gemeinsam einen mutigen und innovativen Schritt", lobt Petra Kallies. Die Pröpstin weiter: "Sie zeigen, dass auch mit einer mehr als 800 Jahre alten Tradition Veränderungen möglich sind. Dafür bin ich dankbar. Die Innenstadtkirchen haben damit eine Vorbildfunktion, die Signalwirkung auch für andere Lübecker Gemeinden und im Herzogtum Lauenburg haben kann, ihre bisherigen Konzepte zu überplanen.“ Mit dem neuen Gottesdienstkonzept würden die vier Gemeinden konstruktiv auf die Notwendigkeit zur Veränderung reagieren. "Die bisherige Arbeit kann nicht einfach auf weniger Schultern verteilt werden. Wir wollen nicht, dass unser Personal ausbrennt." Ihr Respekt gelte allen Verantwortlichen - "und ich bitte die Gemeindeglieder, sich hoffnungsvoll auf das Neue einzulassen." 

Neue Aufteilung bei der Kirchenmusik

Mit der Neuordnung der Gottesdienste in der Lübecker Altstadt wird auch die kirchenmusikalische Arbeit neu organisiert. Im Dom und an St. Marien wirkt Johannes Unger, in St. Aegidien Eckhard Bürger, in St. Jakobi Ulrike Gast  – an jeder Kirche mit dem Umfang einer halben Stelle. Für eine gemeinsame Kinder-Jugend-Chorarbeit sowie zur Unterstützung und Vertretung steht Eckhard Bürger mit einer weiteren halben Stelle zur Verfügung. Fabian Luchterhandt wird ab dem 1. Juli 2022 weiter eine Assistentenstelle mit einem Umfang von 25 Prozent eines B-Musikers versehen. Die Kooperation von Musikhochschule und St. Jakobi unter der Leitung von Prof. Arvid Gast besteht finanziell unabhängig hiervon fort.

Synode legte Kirchenmusikkozept vor

Im September 2021 hatte die Synode des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg ein Kirchenmusikkonzept zur strukturellen Sicherung der Kirchenmusik in den Propsteien Lübeck und Lauenburg beschlossen. „Es wurde deutlich, dass eine dauerhaft tragfähige und finanzierbare Struktur der Kirchenmusik in der Innenstadt nicht mehr nur in Bezug auf die Standorte gedacht werden kann, sondern als ein Ganzes mit unterschiedlichen Profilen und Schwerpunkten betrachtet werden muss“, erläutert Hans-Jürgen Wulf, Landeskirchenmusikdirektor der Nordkirche. Der Beschluss sichere dem Ev.-Luth. Kirchengemeindeverband Innenstadt Lübeck (KGVI) die finanzielle Basis, die Kirchenmusik der Innenstadt zukünftig mit insgesamt 2,5 A-Stellen (statt bisher mit 3,5) zu gestalten. „Diese Gestaltung ist dabei im engen Zusammenhang mit der Entwicklung der Gemeinden sowie dem Gottesdienstkonzept der Innenstadt zu sehen.“ Der KGVI finanziert eineinhalb Stellen, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg eine Stelle.

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