Propstei Lauenburg 15 Jahre „fit für familie“: Eltern stärken, begleiten, ermutigen

Die fff-Projektgemeinschaft, v. li.: Kerstin Dlugi (Familienbildungsstätte Schwarzenbek und Lauenburg), Heiko Steiner (Diakonisches Werk Herzogtum Lauenburg) und Petra Woelky (Familienbildungsstätte Ratzeburg und Kreiskoordinatorin).

In diesem Herbst feiert „fit für familie“, kurz „fff“, 15-jährigen Geburtstag. Es ist ein gemeinsames Projekt der Familienbildungsstätten Ratzeburg, Schwarzenbek und Lauenburg sowie des Diakonischen Werkes Herzogtum Lauenburg.

„15 Jahre – eine lange, intensive Zeit im Leben eines Menschen, im Leben einer Familie. Und auch im Leben eines Projektes, das nun Jubiläum feiert und im Laufe seiner Geschichte vielfältige Angebote: Kurse, Themenabende, Vorträge entwickelt und durchgeführt hat – immer geleitet von dem Motto: es ist besser, gemeinsam präventiv etwas zu tun, als einzuschreiten, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“, so Heiko Steiner, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes.

Ein Rückblick

Im Jahr 2003 wurde die Idee geboren, ein Angebot zur Begleitung und Stärkung von Eltern im Flächenkreis Herzogtum Lauenburg zu schaffen. Die drei evangelischen Familienbildungsstätten aus Ratzeburg, Schwarzenbek und Lauenburg und das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg schlossen sich zu einer Projektgemeinschaft zusammen und erhielten erste Unterstützung von Kreis, Kreissparkasse, der Stadt Geesthacht und weiteren Förderern.

Viele Schulungen und Kurse

Im Jahr 2004 wurden die ersten Kursleitungen, die eine pädagogische Grundausbildung oder eine mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit Familien als Grundlage mitbrachten, im Rahmen einer umfangreichen Schulung für die Leitung von Elternkursen für Eltern von Kindern im Kita-Alter, von Kindern im Grundschulalter und von Kindern in der Pubertät qualifiziert. Bis 2010 folgten fünf weitere Schulungen, zwei davon speziell für interkulturelle Kursangebote. In den ersten Projekt-Jahren wurden durchschnittlich neun fff-Elternkurse pro Jahr durchgeführt. Seit 2012 hat sich der Bedarf zunehmend verändert: Elternkurse insbesondere mit einem Umfang von zehn mal zwei Stunden wurden immer weniger nachgefragt – stattdessen wuchs die Nachfrage nach zeitlich kürzeren, gestrafften pädagogischen Angeboten, die eher in den vollen „Familienterminkalender“ passen.

Kürzere Formate erhöhen Interesse

Dies hängt laut einer Umfrage bei Eltern mit einer wachsenden Aufgabendichte und dadurch knapper werdenden Zeitressourcen zusammen. Auch die Digitalisierung mit vielfältigen Möglichkeiten, Informationen im Netz zu bekommen, trägt und trug zu einem schwindenden Interesse an langen Kursformaten bei. „Diese „Kröte“ mussten die Mitglieder der Projektgemeinschaft erst einmal schlucken, denn wir hatten die Kurse ja bewusst so umfangreich angeboten, damit das häufige Zusammenkommen in einem geschützten Rahmen, Eltern ermöglichen sollte, Vertrauen und ein Netzwerk aufzubauen, das auch über die Veranstaltung hinausträgt,“ so fff-Kreiskoordinatorin Petra Woelky. Inzwischen werden die Kurse mit einem geringeren zeitlichen Umfang angeboten und die Nachfrage ist wieder leicht gestiegen.

Hohe Qualität und zufriedene Eltern

„Die Qualität der Angebote ist anscheinend ungebrochen hoch, denn die Feedbackbögen geben die Zufriedenheit der Eltern nach wie vor mit „sehr gut“ und „gut“ an“, sagt Kerstin Dlugi, Leiterin der Familienbildungsstätten Lauenburg und Schwarzenbek. Hoch ist auch die Identifizierung der Kursleiterinnen mit „fit für familie“, wie zwei Statements zeigen: „Seit Jahren biete ich gemeinsam mit meiner Kollegin fff-Kurse für Eltern mit Kindern in der Pubertät an. Die Themen, die die Mütter und Väter in die Kurse mitbringen, ähneln sich. Und doch ist jeder Kurs wieder spannend und neu für mich. Das liegt natürlich an den so unterschiedlichen Kursteilnehmer*innen und ihren Lebenswelten. Ein Gewinn ist es jedes Mal für mich, dass die Eltern nach unserem moderierten Austausch gelassener und oft auch mit Lösungsmöglichkeiten für ihren Alltag nach Hause gehen“, so Petra Schörling aus Ratzeburg. Einen anderen Blick wirft Ira Morgenstern aus Lauenburg auf ihre Arbeit für fff: „Besonders hat mir immer gefallen, dass es als „Teamteaching“ angelegt ist. Der rege und offene Austausch mit den Eltern(-teilen) ist ein weiterer Aspekt, den ich an der Arbeit sehr mag. Es geht oft und gerne hoch her, weil Kind- und auch Elternsein per se so emotional ist... die Lebendigkeit mag ich! Und: ich finde es immer noch sehr wichtig, dass es diese Angebote gibt!“

Enge Kooperationen und Vernetzungen

Der hohe Vernetzungsgrad des Projektes eine wesentliche Grundlage für den Erfolg von „fit für familie“. Die Projektgemeinschaft kooperiert mit zahlreichen Einrichtungen, die für Familien relevant sind, wie Familienbildungsstätten, Familienzentren, Schulen, Kindertagesstätten, Ärzten, Erziehungsberatungsstellen, Fachdiensten.

Die enge Kooperation begrüßt auch die Leiterin des Evangelischen Familienzentrums in Geesthacht und langjährige fff-Kursleiterin, Meike Frank: „In den offenen Treffpunkten für Eltern und Kinder, die im Evangelischen Familienzentrum Geesthacht stattfinden, begegnen mir oftmals viele Fragen der Eltern zur kindlichen Entwicklung und wie denn "richtige" Erziehung geht. Durch die Kooperation mit der Projektgemeinschaft fff-fit für familie ist es möglich, solche Themen immer wieder bedarfsgerecht anzubieten, zum Beispiel im Rahmen eines Themenabends oder sie können im Elterncafé besprochen werden. Die Eltern als Expert*innen ihrer Kinder werden ernst genommen, die Begegnung findet auf Augenhöhe statt und Eltern können wieder ihre Stärken erkennen, nutzen und auch viel gemeinsam lachen!“

Themenabende & Eltern-Cafés

In ihrem Beitrag erwähnt Meike Frank zwei Angebote, die fit für familie seit einigen Jahren neu im Repertoire hat: die „Themenabende“ und das „Elterncafé“: „An den fff-Themenabenden greifen wir Fragen auf, die Eltern bewegen und zu denen Sie sich nähere Informationen wünschen. Erfahrene Referent*innen bieten in Familienzentren, Familienbildungsstätten, Kitas, Schulen, Gemeinden oder anderen Institutionen Vorträge mit einem anschließenden Austausch an“, so Petra Woelky. Die fff-Themenabende werden seit 2015 angeboten. Sie dienen entweder als Auftakt zu einem sich anschließenden Elternkurs oder werden als Einzelveranstaltung angeboten. Unter www.elternkurse-fff.de können Interessierte einen Einblick in die Vielfalt der Inhalte solcher fff-Themenabende gewinnen.

Ein Format, das es bei „fit für familie“seit 2016 in Geesthacht, Lauenburg, Ratzeburg und Schwarzenbek gibt, sind die Elterncafés. Denn nicht immer haben Eltern genügend Zeit, um einen Elternkurs mit mehreren Kurseinheiten zu besuchen. Trotzdem wünschen sie sich vielleicht hin und wieder den Austausch mit anderen Eltern oder die fachliche Unterstützung einer fff-Kursleiter*in zu einem besonderen Erziehungsthema. -Und wenn das alles bei einer Tasse Kaffee oder Tee stattfinden kann, macht es gleich noch mehr Spaß! Das beweist der Beitrag der fff-Kursleiterin Petra Cosmilla, die die Elterncafés in Ratzeburg und Schwarzenbek begleitet: „Das fff-Elterncafé ist ein Ort der Begegnung. Mir ist nicht daran gelegen, den Müttern, Vätern und Großeltern besondere Methoden aufzuzeigen, sondern Ihnen mit einer wertschätzenden Haltung zu begegnen. Alle Teilnehmenden besitzen Kompetenzen und Ressourcen und können diese im Austausch mit anderen Eltern entdecken und stärken. Diese Prozesse begleiten und unterstützen zu dürfen, empfinde ich als große Bereicherung und wertvolle Erfahrung.“

Laufende Weiterentwicklung

Auch im Jahr 2019 hat fff ein neues Angebot aufgelegt: die Mediensprechstunde, die fit für familie allen Eltern anbietet, die sich Sorgen um den Medienkonsum ihrer Kinder machen oder die sich einfach mal bei einer kompetenten Ansprechpartnerin orientieren möchten. Die Projektgemeinschaft „fit für familie“ hat ihr Angebot im Laufe der letzten 15 Jahre weiter entwickelt vor allem aber, erweitert und den veränderten Bedarfen angepasst. Sie hat sich dabei stets an den ermittelten Bedürfnissen von Eltern und an den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert. Seit 2016 kommt das Projekt in einem neuen „Gewand“ daher: Es möchte mit einer provokanten Frage auf Flyern und Roll-Up‘s neugierig und auf die vielfältigen Angebote aufmerksam machen.

Was hat Erziehung mit Raumfahrt zu tun?

Die Antworten sind wie die fff-Angebote selbst: informativ und humorig zugleich:

  • Die Sterne sind zum Greifen nah
  • Manchmal geht es ab wie mit einer Rakete
  • Mit Abstand sieht die Welt ganz anders aus…

Eine Kursteilnehmerin bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Wenn es die Angebote von fit für familie nicht gäbe – man müsste sie erfinden“.

Nähere Infos zu den Angeboten von fit für familie unter www.elternkurse-fff.de.