Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Advent: „Bereitet Gott den Weg!"

Die Adventszeit lädt zum Träumen und Erwarten ein.

„Mit diesem Prophetenwort lässt sich die Adventszeit gut beschreiben“, meint Pröpstin Eiben. Enthält es doch Auftrag und Zusage zugleich: Gott kommt als Kind in die Welt der Menschen. Gott will bei uns wohnen, in unseren Herzen und Häusern. „Die vier Adventswochen schenken uns Zeit, sich auf die Ankunft Gottes vorbereiten: mit vertrauter Musik, mit hellem Kerzenschein und hoffnungsfrohen Andachten.“ Gott ist unterwegs – darüber dürfen wir uns jetzt schon freuen!

Advent zum Träumen und Erwarten

Zum Träumen laden die biblischen Texte ein, die im Advent in den Kirchen erklingen. Zum Träumen von dem, was wirklich wichtig ist. Dieses Träumen beschreibt die Schriftstellerin Carola Moosbach so:

Das wäre schön auf etwas hoffen zu können
Was das Leben lichter macht und leichter das Herz
Das gebrochene ängstliche
Und dann den Mut haben die Türen weit aufzumachen
Und die Ohren und die Augen und auch den Mund
Nicht länger verschließen
Das wäre schön
Wenn am Horizont Schiffe auftauchten
Eins nach dem anderen
Beladen mit Hoffnungsbrot bis an den Rand
Das mehr wird immer mehr
Durch Teilen
Das wäre schön
Wenn Gott nicht aufhörte zu träumen in uns
vom vollen Leben einer Zukunft für alle
und wenn dann der Himmel aufreißen würde ganz plötzlich
neue Wege sich auftun hinter dem Horizont
das wäre schön.

Im Advent, den knapp vier Wochen vor dem Weihnachtsfest, spiegelt sich das Lebensgefühl des modernen Menschen vielleicht am besten wider. Steckt diese in der Kirche traditionelle Fastenzeit doch voller Fragen, Wünsche und Hoffnungen.

Wie wird es werden? Was wird kommen? Wer wird kommen?

Der Advent weist unseren Blick nach vorn, ist für das Herz die Zeit der Sehnsucht und des Verlangens.

Zugleich gibt es da aber diese Ungeduld: Warten ist mühsam und nervenaufreibend. Warum also nicht schon jetzt nehmen, was sowieso kommt? Vorboten von Weihnachten lassen sich doch längst in Form von Keksen, Punsch und Winterblumen ins Haus holen.

Aber so einfach ist das eben nicht: Zu viele menschliche Bedürfnisse gibt es, die nicht einfach geholt, genommen oder gekauft werden können.

Zeit füreinander!

Gemütlichkeit!

Herzlicher Besuch!

Gemeinschaft und Nähe!

Das Ende eines Streits!

Das Ende einer Krankheit!

Eine neue Liebe!

Friede mit den Nachbarn und in der Familie!

Frieden in der Welt!

Gerechtigkeit!

Trost!

Freude und Wärme!

Der Advent lädt ein zum Träumen und Erwarten.