Dom zu Lübeck Auf den Spuren von 29 Generationen

Gustav Querfurth kennt den Dom zu Lübeck wie kaum ein anderer. Dieses Wissen schrieb er in seinem sechsten Buch über das Gotteshaus auf.

Es ist sein sechstes Buch über den Lübecker Dom – und damit sein letztes. Seit 20 Jahren schreibt Gustav Querfurth seine Erinnerungen auf, um sie an kommende Generationen weiterzugeben – ganz nach dem 145. Psalm: „Eine Generation erzählt der anderen von deinen Werken“. Und so lautet auch der Titel seines 144-seitigen, reich bebilderten Werkes: „Auf den Spuren von 29 Generationen im Dom zu Lübeck“. Die Auflage von 70 Exemplaren förderte die Possehl-Stiftung. 

Material aus 25 Jahren als Domwächter

Der 85-Jährige wirkte von 1995 bis 2020 in der Lübecker Domwache und leitete sie von 2003 bis 2010. In diesen acht Jahren verfasste er monatliche „Domwachen-Briefe“ mit Fakten und Informationen über das Gotteshaus für die Damen und Herren der Domwache für ihre Führungen nutzen konnten. „Und ebendieses Material bildete die Grundlage für mein erstes Buch im Jahr 2012 „Vom Dom zu Lübeck. Es verkaufte sich sagenhaft 800 Mal“. Der Mann scheint jede Ecke im Dom zu kennen, zu jedem Bild, jeder Grabplatte und sogar zu den Kerzenhaltern hat er etwas zu berichten. „Sehen Sie die Symbolik hinter all diesen Dingen?“, fragt er verschmitzt. Ja, sie ist zu sehen – der achtarmige Leuchter – acht, die Zahl der Auferstehung. Der in eine Platte geritzte, die Zunge herausstreckende Löwe – der Tod ist nicht das Ende. 

Leser können mit auf Zeitreise gehen

So vieles kann Gustav Querfurth berichten, sodass auch sein jetziges Buch vollgepackt ist mit Wissen vergangener Zeiten. Er nimmt seine Leser mit auf eine Zeitreise zu Engeln und Teufeln, dem Triumphkreuz, der Kanzel und der Orgel, dem Altar, den Epitaphen, Gemälden, dem Paradies, Sarkophage, den Kirchenfenstern und vielen weiterem historischen Inventar. Auch die bevorstehenden Sanierung der Dom-Türme fließt mit in das Werk ein. Und bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten von 1173 bis 2020, die die Geschichte des Doms mit beeinflussten, sind im Buch erwähnt - unter ihnen Heinrich der Löwe, Johannes Bugenhagen, Pastor Schünemann, Wilhelm Furtwängler, Uwe Barschel, Wolfgang Grusnick und Martin Klatt.

Wissen an nachfolgende Generationen weitergeben

„Von Pastor Grusnick erhielt ich so viel Wissen, das ich einfach weitergeben musste. Er war mit einem fantastischen Gedächtnis gesegnet und wusste über jede Einzelheit im Dom Bescheid“. Wolfgang Grusnick, von 1970 bis 2008 Pastor am Dom, habe sich nach der Wiederaufnahme der Gottesdienste im Dom dafür eingesetzt, die Seitenaltäre zurückzuholen: „ein wahrer Schatz“. 

Das Vaterunser mit den Augen beten

Und hat der Autor einen Lieblingsort im Dom? „Ja – der Platz vor der Vogtei, von dort hat man einen wunderbar freien Blick auf das Kruzifix und die Kanzel. Viele, viele Stunden verweilte ich hier, oft auch alleine und habe die Atmosphäre genossen. Und wenn man weiß, wohin man schauen muss, kann man das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis mit den Augen beten“. 

Das Buch „Auf den Spuren von 29 Generationen im Dom zu Lübeck“ ist in der Buchhandlung Adler, Hüxstraße 55, Telefon 0451/74466 oder als Bestellung per E-Mail an gustavquerfurth@web.de erhältlich. Es kostet 39,95 Euro.