Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Auf Gott vertrauen?! Gedanken zur Zuversicht

Der VEK lädt ein, die Zuversicht trotz der Gefahrensituation zu behalten und gibt Tipps, wie dies gelingen kann.

Der Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. (VEK) gibt Eltern und Erwachsenen Tipps, in dieser Zeit mit Kindern auf Augenhöhe zu kommunizieren, mit ihnen zu lernen und zu spielen:

„Auch die Kinder befinden sich in einer Krise. Sie werden auf eine harte Probe gestellt und auch überfordert. Gerade der Erwachsenenbereich, der ihnen im familiären und außerfamiliären Bereich normalerweise Halt gibt, gerät ins Wanken. Bezugspersonen aus Freizeitaktivitäten, Erzieher:innen, Lehrkräfte sind für Kinder momentan nicht oder nur schwer greifbar.

Familiäre Bindung jetzt besonders wichtig

Ausschließlich der engste Kreis kann den Kindern jetzt bei der Krisenbewältigung beistehen. Dabei ist die familiäre Bindung momentan von ganz besonderer Bedeutung. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, die Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren. Neben den Bezugspersonen fehlen den Kindern im Moment ihre sozialen Gruppen. Kitagruppen, Schule, Freizeitaktivitäten und auch das Spielen mit anderen Kinder (sogar auf Spielplätzen) ist nicht möglich. Damit fehlt ihnen also auch der Kontakt zu ihrer Peergroup (Bezugsgruppe der Kinder untereinander). Gerade in einer solchen Phase brauchen die Kinder die Unterstützung in der Familie.

Herausforderung für Familien

Dies führt zu einer großen Herausforderung in den Familien. Diese Herausforderungen dürfen aber nicht zur Sprachlosigkeit führen, denn gerade jetzt benötigen die Kinder mehr denn je Antworten. Sie erleben Unruhe bei den Eltern, einen komplett veränderten Tagesablauf (nicht zu vergleichen mit Ferien, da sonstige Ferienangebote wegfallen), Bilder, mit denen sie umgehen müssen (leere Warenregale, Berichterstattung rund um die Uhr zum Thema Corona-Virus), den Veränderungen von Sozialformen und -strukturen (zum Beispiel kein Besuch bei Oma oder Menschen, die im Krankenhaus liegen, keinen Gottesdienst).

Hier gilt es für die Erwachsenen in ihrer möglichen Sprachlosigkeit für die Kinder Worte zu finden. Vielleicht können dabei nachfolgende Gedanken eine kleine Hilfe sein:

Was Kindern helfen kann

Kinder brauchen beides: einen guten „Schutzbereich“, der ihnen zu Hause Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, und zugleich brauchen sie Zugehörigkeit, und das heißt auch: sich nicht von wesentlichen Informationen ausgeschlossen zu fühlen. Wägen Sie also gut ab, welche Informationen über die Corona-Krise, Veränderungen und Gefährdungen sie mit den Kindern teilen. Natürlich spielt der Entwicklungsstand des Kindes dabei eine entscheidende Rolle.

Gefühle ausdrücken

Das Gespräch über die besondere Situation in unserer Gesellschaft aufgrund der Corona-Krise kann hilfreich sein. Vor allem helfen Fragen an die Kinder, die ein Gespräch eröffnen. können: Wie erlebst du es gerade, zu Hause zu bleiben und nicht in den gewohnten Abläufen unterwegs zu sein? Was hilft dir in der Situation? Hast du vor irgendetwas Angst, und möchtest du darüber sprechen? Was brauchst du, damit es dir gut geht?“ Geben Sie dem Kind Gelegenheit, die eigenen Gefühle auszudrücken und über sie zu sprechen. Wenn Sie merken, dass das Kind nicht darüber reden möchte, ist es wichtig, es zu nichts zu drängen, aber weiterhin Angebote zu machen.

Kinder dürfen nachfragen

Emotionale Reaktionen von Kindern auf die besondere Situation gehören hier dazu. Signalisieren Sie den Kindern, dass sie auch emotional reagieren dürfen, wenn Veränderungen und Einschränkungen an der Tagesordnung sind. Zeigen Sie den Kindern, dass sie gerne nachfragen dürfen und mit Fragen oder Gesprächswünschen zu Ihnen kommen können. Kinder spüren sehr fein, ob Sie zu solchen Gesprächen bereit sind oder innerlich eher hoffen, nicht gefragt zu werden.

Gute Atmosphäre schaffen

Es ist gut, eine Atmosphäre des Angenommen-Seins zu schaffen. Die Umgebung spielt jetzt eine besonders wichtige Rolle für Kinder. Akzeptieren Sie, dass Kinder in kürzeren Phasen ihre Emotionen leben: spontanes Traurigsein kann sich schnell in fröhliches Spiel verwandeln und anders herum. Kinder haben ein anderes Zeitempfinden.

Aufrichtigkeit sich selbst und Kindern gegenüber

Aufrichtigkeit den Kindern und den eigenen Gefühlen gegenüber ist eine wichtige Voraussetzung für einen gelingenden Umgang mit Krisen. Aufrichtigkeit bedeutet auch, das eigene Nicht-Wissen einzugestehen. Es hilft den Kindern, wenn sie merken, dass auch Sie nicht auf alles eine Antwort haben. Und es verbindet und schafft gemeinsame Hoffnung, zusammen nach Antworten auf offene Fragen zu suchen.

Bewegen und spielen

Bewegung ist Teil der Bewältigung von Krisen. Bieten Sie dem Kind viele Möglichkeiten zum Spielen und Toben auch im Haus an. Lassen Sie sich gemeinsam kreative Spiele, ggf. mit Tanz und Bewegung im Haus einfallen. Im Internet gibt es viele Anregungen dazu. (z. B. www.familie.de/kleinkind/kinderspiele/indoorspiele/ 50 Spiele für Kinder aufgeschlüsselt von drei bis neun Jahren oder eine Vielzahl von Spielen unter www.kinderspiele-welt.de/spiele-fur-drinnen/kreisspiele.html Ansonsten bei Google einfach „Spiele für drinnen“ eingeben und für alle Altersgruppen genügend Anregungen erhalten)

Über Hoffnung und Glaube sprechen

Sprechen Sie mit dem Kind über Ihren Glauben und Ihre Hoffnungen. Überlegen Sie gemeinsam, was Sie sich von Gott wünschen in der Krise. Vielleicht mögen Sie miteinander beten und Gott gemeinsam Wünsche, Bitten, auch Klagen und Hoffnungen sagen? Auch wenn Sie keine festen religiösen Überzeugungen haben, wagen Sie doch gemeinsam mit dem Kind zu hoffen oder zu träumen.

Miteinander in der Familie biblische Geschichten entdecken

Sie und die Kinder haben Zeit miteinander? Sie möchten mit den Kindern miteinander auch zu Hause Glaube und Religion leben? Nehmen Sie eine Kinderbibel und lesen sie eine Geschichte vor. Wenn Sie mögen, legen Sie zu der Geschichte eine Szene auf dem Fußboden aus – Sie und die Kinder gemeinsam. Dazu können Sie Steine und anderes Naturmaterial ebenso gut nutzen wie Stoffe oder Figuren aus dem Kinderzimmer (spannend ist: abstraktere Gegenstände sind wirkungsvoller als Playmobilfiguren oder andere konkrete Gestalten).

Singen und kreativ Basteln

Vielleicht fällt Ihnen ein Lied ein, dass zu der Geschichte passt? Anschließend können alle das, was bei Ihnen oben aufliegt, kreativ gestalten. – mit Knete, mit Naturmaterialien, Malen auf Papier, Reisen von bunten Papieren und aufkleben und mehr. Alle zeigen das, was sie gestaltet haben. Vielleicht finden Sie einen gemeinsamen Satz oder Wunsch zu dem, was ihnen gerade wichtig geworden ist? Wenn sie mögen, schließen sie das Miteinander mit einem gemeinsamen Gebet ab.

Nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihre Kinder!"

Hier finden Sie ein PDF mit religionspädagogische Anregungen, Ideen und Psalmen.