Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Brand in Moria: Jetzt handeln

Pröpstin Petra Kallies entzündet eine Kerze für die Menschen in Moria.

Mit einem gemeinsamen Appell haben die Leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf den Brand im griechischen Lager Moria reagiert. "Die Gutwilligen in Europa müssen jetzt handeln", sagt auch Pröpstin Petra Kallies.

Nach Brand in Moria: Bischöf:innen appellieren an Europa

„Wir sind erschüttert über das Leid, das erneut über die schutzsuchenden Menschen gekommen ist und entsetzt, dass es der Europäischen Union trotz vielfacher Warnungen nicht gelungen ist, diese Eskalation der menschenunwürdigen Situation in dem Lager zu verhindern“, heißt es in der an die deutsche Ratspräsidentschaft und den Bundesinnenminister gerichteten Erklärung der Bischöfinnen und Bischöfe.

Hilfe sofort und dauerhaft

Sie setzen sich darin für eine europäische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite Länder ein und appellieren, die Angebote von Bundesländern und Kommunen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, anzunehmen. „Mit diesem Appell wollen wir an die auf erschreckende Weise deutlich gewordene Dringlichkeit erinnern, den Geflüchteten, die in den Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. sofort und dauerhaft zu helfen“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm.

Pröpstin Kallies:  Die Gutwilligen in Europa müssen jetzt handeln!

„Wir dürfen nicht länger zuschauen“, sagt Petra Kallies, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Schon die Situation in Moria an sich sei ein Skandal und ein Armutszeugnis für die Europäische Gemeinschaft gewesen. „Wir dürfen die Menschen in Not nicht allein lassen- und auch nicht die Verantwortung auf Griechenland abwälzen“, so Kallies weiter.

Der Ausbruch von Covid-19 im Lager habe die Lage dramatisch verschlimmert. „Die Situation nach dem Brand ist unerträglich. Die Gutwilligen in Europa müssen jetzt handeln. Die Bundesregierung soll jetzt endlich die Angebote vieler Kommunen annehmen, die seit Monaten die Bereitschaft erklärt haben, die Menschen aus den griechischen Lagern aufzunehmen“, unterstreicht Pröpstin Petra Kallies den EKD-Appell. „Wenn Du einen ohne Obdach siehst, nimm ihn auf. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte.“ (Jes. 58)

Der Appell der leitenden Geistlichen im Wortlaut:

Jesus Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40b – Wochenspruch für die Woche vom 6. bis 12. 9. 2020)

In der vergangenen Nacht hat es im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gebrannt. Nach allem, was wir zurzeit wissen, haben die meisten der 13.000 dort lebenden Geflüchteten nun auch ihr letztes Dach über dem Kopf verloren. Hinzu kommt, dass, wie von vielen befürchtet, inzwischen auch mit dem SARS-CoV-2-Virus infizierte Menschen darunter sind. Wir, die leitenden Geistlichen der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland, sind erschüttert über das Leid, das erneut über die schutzsuchenden Menschen gekommen ist, und entsetzt, dass es der Europäischen Union trotz vielfacher Warnungen nicht gelungen ist, diese Eskalation der menschenunwürdigen Situation in dem Lager zu verhindern. Es muss endlich gehandelt werden. Wir bitten die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, umgehend eine europäische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite Länder zu finden. Wir erwarten vom Bundesminister des Innern, sich den Angeboten von Bundesländern und Kommunen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, nicht länger zu widersetzen. Unsere Unterstützung sagen wir zu.