Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Die Welt dreht sich weiter: Trauerbegleitung

Wenn Trauer die Seele füllt.

Ein geliebter Mensch ist gestorben. Auf einmal ist alles anders und doch dreht sich die Welt einfach weiter. Nichts ist mehr wie es war. 

Wenn die Trauer die Seele erfüllt

Trauer ist eine der schwersten Krisen im Leben eines Menschen. „Sie ist keine Krankheit, sondern eine angemessene Reaktion auf einen Verlust, der alles bisher Dagewesene in Frage stellt, der die innere und äußere Ordnung in ein Chaos verwandelt. Nichts ist mehr so, wie es war, alles ist anders, eine tiefe Verunsicherung tritt ein. Trauern zu können ist eine Fähigkeit, die zum Leben gehört; ohne sie würden wir erstarren, wäre eine Neuorientierung nicht möglich.

Trauer ist immer eine leidvolle und schmerzliche Erfahrung, die alle Gefühle mit einbezieht. Trauernde sind in ihrer Ganzheit gefordert, körperlich, geistig und seelisch. Das ist anstrengend und manchmal kaum auszuhalten", sagt Trauerbegleiterin Bettina von Seidel-Rob. „Nach dem Tod eines lieben Menschen füllt die Trauer unsere Seele ganz und gar aus. Dann tut es gut, nah beieinander zu sein.“ Doch gerade dies ist in Zeiten der Corona-Pandemie schwer. Die auferlegten Regeln und Abstandsgebote schränken soziale Kontakte ein.

Trauer auch um zur Zeit nicht realisierbare Beziehungen

Neben der Trauer um den Tod eines nahen, vertrauten Menschen gibt es die Trauer darüber, dass vertraute Beziehungen nicht spontan gelebt werden können, so wie es bekannt ist. „Wie sehr können Enkel die traurige Großmutter trösten, nur durch ihr Dasein“, gibt Bettina von Seidel-Rob ein Beispiel. Die Trauer um einen geliebten Menschen will ihren Ausdruck finden. Gefühle wollen verstanden und formuliert werden, „Umarmungen aber dürfen nicht sein. Doch wissen wir alle, wie gut eine Umarmung tut, wenn Worte fehlen“, sagt die Pastorin.

Trauer lässt sich nicht verschieben

„Nach dem Tod eines vertrauten Menschen fühlen wir uns oft abgeschnitten von Leben. Gleichzeitig sehnen uns jedoch gerade jetzt nach Verbundenheit mit nahen Menschen.“ In dieser Zeit fühlen sich viele Trauernde verunsichert, sie wissen genau was sie jetzt nicht dürfen. Sie spüren aber: Die Trauer lässt sich nicht verschieben, sie braucht Ausdruck, wenn sie da ist. Trauer braucht Begleitung. Sie braucht Menschen, die zu hören, die aushalten, ohne die Trauer „wegmachen“ zu wollen.

Trauernde trösten, was kann helfen?

Was aber ist möglich um in dieser Zeit die Verbundenheit zu spüren? „Wir dürfen trauernde Menschen auf den Friedhof begleiten“, so Bettina von Seidel-Rob. „Wir dürfen sie zu einem Spaziergang abholen. Wir können ihnen Briefe schreiben, Ihnen am Telefon zuhören, ihnen eine SMS schicken oder zu skypen, sie spüren lasse: Ich bin für dich da.  Alle, die um Trauernde wissen: Ruft sie an, hört Ihnen zu, lasst euch von den Verstorbenen erzählen, teilt Erinnerungen, holt sie in eure Kommunikationswelt.“

Kleine Alltagsgesten können helfen

Viele Trauernde ziehen sich in dieser Zeit besonders zurück. Jetzt ist es wichtig, füreinander da zu sein, etwas Verbindendes vorbeibringen. Kleine Alltagsgesten können sehr helfen. In Lübeck gibt es die Trauerbegleitung St. Lorenz mit verschiedenen Angeboten: „Wir hoffen sehr, dass wir uns bald in den verschiedenen Trauergruppen wieder treffen können. Mehr als je wird deutlich, dass der Austausch mit Anderen hilft, einen neuen Weg im Leben zu finden“, sagt Pastorin Bettina von Seidel-Rob.

Aktuell sind die Treffen aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus noch nicht möglich. Wann die Gruppen zu welchen Konditionen wieder öffnen, plant Pastorin Bettina von Seidel-Rob nach der aktuellen Lage. Aber sie ist für Menschen in Trauer telefonisch erreichbar. "Rufen Sie an, um miteinander heraus zu finden, was Ihnen gut tut", ermutigt Bettina von Seidel-Rob.

Das Angebot in der Trauerbegleitung gliedert sich – hoffentlich bald - wie folgt:

Einzelbegleitung  (auch jetzt möglich )

Gruppe für Sternenkinder Eltern

Gruppen für verwaiste Eltern

Gruppe für Eltern, deren Kinder sich das Leben genommen haben

Trauercafe

Kontakt:

Bettina v. Seidel-Rob

Trauerbegleitung an St. Lorenz

Tel: 0451 4809964

Pastorin und Pastoralpsychologin

Seidel-Rob@st-lorenz-luebeck.de

Steinrader Weg 11a

23568 St. Lorenz