Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Hoffnungsleuchten im Krankenhausalltag

Christine Grossmann, die Krankenhausseelsorgerin in der Sana-Klinik Lübeck

Die Krankenhausseelsorgerin in der Sana-Klinik, Pastorin Christine Grossmann, berichtet über Hoffnungsleuchten in der Einsamkeit des Klinikalltags.

In der Einsamkeit kommt man ins Grübeln

Die Krankenhäuser treffen in diesen Wochen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Sie setzen alles daran, um ein Einschleppen des Virus in ihre Mauern zu verhindern. Trotz alledem gelingt es ihnen nicht ganz, das Virus draußen vor der Tür zu halten. Das generelle Besuchsverbot sorgt leider dafür, dass das Thema Corona in den Patientenzimmern schmerzlich präsent ist. Vor allem ältere Patienten fühlen sich einsam und verlassen. Bei manchen kommt die Angst auf, von ihren Angehörigen ganz vergessen worden zu sein. In der Einsamkeit kommt man leicht ins Grübeln.

Angst über den ungewissen Krankheitsverlauf

Eine 80jährige Patientin vertraute mir vor ein paar Tagen an ihre Angst über den ungewissen Krankheitsverlauf und über die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. Wie ist es wirklich bestellt um meine Gesundheit? Werde ich soweit wieder fit, dass ich in meine Wohnung zurückkehren und eigenständig weiterleben kann?

Die Patienten nehmen das Leben wahr

Mitten im Gespräch werden wir auf einmal von dem Lärm eines Laubbläsers gestört. Die Patientin sorgt sich um Insekten wie Marienkäfer, für die der Laubbläser eine Lebensgefahr darstellt. Ich freue mich, dass die Patientin in ihrer traurigen Stimmung doch noch das Leben um sich herum wahrnimmt. Ein paar Minuten später blickt sie im Gespräch auf die lange Zeit zurück, wo sie auf der Intensivstation gelegen hat. Sie lobt das Pflegepersonal, das unter hoher Anspannung sehr kompetent arbeitet und dabei so freundlich bleibt. In dem Dunkel der Gedanken hat sich ein Fenster aufgetan, durch das wärmende Sonnenstrahlen scheinen.