TelefonSeelsorge Lübeck Kriegsenkel: Symposium zur transgenerationalen Traumaweitergabe

Nicht nur für Kriegsenkel: Ein Symposium zur transgenerationalen Traumaweitergabe findet in Lübeck statt.

Die Kriegsenkel stehen im Frühjahr 2019 im Fokus. Die TelefonSeelsorge Lübeck organisiert ein großes Symposium zur transgenerationalen Traumaweitergabe. Vom 13. bis 16. März 2019 gehen ganz unterschiedliche Veranstaltungen und Formate auf das Thema einer ganzen Generation ein.

Kriegsenkel: Festhalten am Alten oder rastloses Ungenügen

„Wir wissen aus unseren Gesprächen am Telefon und Kontakten im E-Mail-Chat, dass die heute 30 bis 50-Jährigen ihre ganz eigenen Sorgen habe: Festhalten am Alten oder rastloses Ungenügen sind die zwei Seiten der Medaille, die die Kriegskinder der nächsten Generation mitgegeben haben“, sagt Marion Böhrk-Martin, Leiterin der TelefonSeelsorge Lübeck. „Bis in die vierte Generation der 1990 bis 2000 Geborenen leiden Angehörige traumatisierter deutscher Familien in ganz Deutschland: unter einem verunsicherten Lebensgefühl, unter diffusen Gefühlen der Heimatlosigkeit und des Nicht-Angekommen- und Angenommenseins, unter Bindungsproblemen, fehlendem Selbstwertgefühl, Burn-out und unbewusstem Verzicht auf eigenes Glück.“

TelefonSeelsorge organisiert offenes Symposium in Lübeck

Nach den Kriegskindern 2014 stellt die Pastorin am 15. und 16. März 2019 mit einem großen Fach-Symposium nun die Kriegsenkel in die Öffentlichkeit. Der erste Tag richtet sich aber an alle, die das Thema interessiert oder selbst berührt. Tag 2 ist für ein Fachpublikum ausgerichtet, wobei der künstlerisch konzipierte Gottesdienst zum Abschluss offen für alle ist.

Film "Anfang aus dem Ende" im Kommunalen Kino

Am Mittwoch, 13. März 2019 ist um 20 Uhr ein Filmabend zum Thema Kriegsenkel mit dem Film „Anfang aus dem Ende“ von Aleida Assmann im Kommunalen Kino (KoKi) geplant, den Marion Böhrk-Martin gemeinsam mit Dr. Hanna Petersen moderieren wird.

Zwei Tage Kriegsenkel-Symposium mit Vorträgen und Workshops

Am 15. März 2019 findet das Kriegsenkel-Symposium in den Räumen der Gemeinnützigen statt. „Der erste Tag ist offen für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen und so strukturiert, dass man zwei halbe Tage oder eine Ganztagesveranstaltung für sich daraus machen kann“, erklärt Marion Böhrk-Martin das Konzept. Jeweils zwei Vorträgen folgen kurze Workshops. „Der zweite Tag richtet sich an Fachkräfte, die im psychosozialen Bereich arbeiten.“

Knut Winkmann gestaltet Abschluss-Gottesdienst in St. Petri künstlerisch

Den Abschluss bildet ein öffentlicher Gottesdienst am Samstag, 16. März 2019 um 20 Uhr in St. Petri, Lübeck. „Ich freue mich sehr, dass sich Knut Winkmann künstlerisch mit dem Thema transgenerationale Traumaweitergabe beschäftigen wird“, so Böhrk-Martin. So wird der Abschlussgottesdienst in Form und Ausgestaltung sogar für die Petrikirche ungewöhnlich sein. Diese selbst sei ein durch den Krieg verletzter Raum, so Böhrk-Martin und sei als Gottesdienstort für dieses Anliegen prädestiniert.

Ausstellung im Dom zu Lübeck von Hannah Rau

Begleiten wird das Thema die Ausstellung „Ich les Dir vor, was Du nicht siehst“ der Wortwerkerin Hannah Rau durch den ganzen März im Lübecker Dom.

„Wir sind derzeit in der Feinplanung und Vernetzung der unterschiedlichen Veranstaltungen miteinander“, sagt Marion Böhrk-Martin. Alle weiteren Infos gibt es im Newsbereich auf der Internetseite der Telefonseelsorge Lübeck. https://bit.ly/2AFBkpI