Luther-Melanchthon, Lübeck "Muss man denn solchen braunen Nebel vor den Augen haben?"

Vor 125 Jahren wurde Karl Friedrich Stellbrink geboren.

Vor 125 Jahren wurde Karl Friedrich Stellbrink geboren. Aus diesem Anlass wird Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Leiterin des Gedenkstätte Lutherkirche, am Montag, 28. Oktober einen Vortrag im Beichthaus des Europäischen Hansemuseums, An der Untertrave 1, halten. Beginn ist um 19 Uhr.

Vortrag und szenische Lesung

Zusammen mit dem Lübecker Schauspieler Andreas Hutzel geht sie der Überschrift des Abends nach: „Muss man denn solchen braunen Nebel vor den Augen haben?“. Andreas Hutzel begleitet den Vortrag mit szenischen Lesungen. Der Abend wird durch das TroubaDuo kammermusikalisch ausgestaltet. Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung wird unter 0451/8090990 gebeten.

Die vier Lübecker Märtyrer

Karl Friedrich Stellbrink gehört zusammen mit den katholischen Geistlichen Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange zu den Lübecker Märtyrern. Die Theologen äußerten sich während des Nationalsozialismus regimekritisch und wurden dafür hingerichtet. Stellbrink wurde am 28. Oktober 2019 in Münster geboren, war Soldat im ersten Weltkrieg und kehrte 1917 als Verwundeter zurück.Er ließ sich als Auslandspfarrer ausbilden und ging mit seiner Familie nach Brasilien. 1929 kam er zurück nach Deutschland Stellbrink war kein Freund der Weimarer Republik, er hing völkisch-nationalistischen Ideen an. 1933 wurde er Mitglied der NSDAP.

Karl Friedrich Stellbrink: Innere Kehrtwende

Der Pastor kam 1934 als Nationalsozialist an die deutschchristlich geprägte Lutherkirche, um dort im Kreise Gleichgesinnter arbeiten zu können. Bald aber ging er auf Distanz zum herrschenden Regime. Er vollzog eine innere Kehrtwende. Gemeinsam mit den drei katholischen Kaplänen verbreitete er kritische Informationen. Auch Stellbrinks Predigten wurden zunehmend kritischer. 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet, am 10. November 1943 zusammen mit den Prassek, Lange und Müller in Hamburg hingerichtet. In der Haftzelle wuchs die Freundschaft der vier Männer, die bis heute die Verpflichtung und Grundlage für eine starke Ökumene in und um Lübeck ist.

Gedenkstätte Lutherkirche mit Sonderöffnungszeiten

Wer mehr über Karl Friedrich Stellbrink und die Lübecker Märtyrer wissen will, besucht die Gedenkstätte Lutherkirche. Vom 28. Oktober bis 10. November 2019 gibt es dort Sonderöffnungszeiten. Die Ausstellung „…ich kann dich sehen“ Widerstand, Freundschaft, Ermutigung der vier Lübecker Märtyrer ist Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

 

Viele Informationen gibt es auch online unter www.gedenkstaette-lutherkirche.de