Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Neues Buch über europäische Bauhütten

Maurer Marco Quandt und die Leiterin der Bauhütte, Liane Kreuzer, freuen sich über das Buch über die Europäischen Bauhütten.

Die Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg sorgt mit für den Erhalt der Stadtsilhouette

Die Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg steht seit Dezember 2020 mit 17 anderen Bauhütten auf der internationalen UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes – und sie trägt mit zum Erhalt der markantesten Teile der Lübecker Silhouette bei. In dem Buch „Europäische Bauhütten – Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ stellen sich jetzt neben der Lübecker Kirchenbauhütte noch weitere Bauhütten aus fünf europäischen Ländern vor.

Einzelne Bauhütten erzählen über ihre Arbeit

Auf 152 Seiten erzählen die einzelnen Bauhütten über ihre Arbeit. Sie berichten von dem Bau, den sie begleiten und lassen in ihre Geschichte blicken. Die Leser lernen auch die Tätigkeit der Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg auf sechs Seiten kennen.

Dass das Buch erschienen ist, während die UNESCO den europäischen Verbund von Bauhütten in die Liste der guten Praxisbeispiele zum Erhalt des Weltkulturerbes aufgenommen hat, ist kein Zufall. „Das ist eigentlich ein sehr schönes Nebenprodukt des Antrages. Die einzelnen Beiträge in diesem Buch sind unter anderem Auszüge aus den Antragstexten der einzelnen Bauhütten“, berichtet Liane Kreuzer, die die Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg leitet.

Bauhütten sind Träger alter Traditionen und geben Wissen weiter

In den Bauhütten, die auf Institutionen des Mittelalters zurückgehen, wird das Wissen um Bautraditionen weitergegeben. Häufig sind moderne Bauhütten regionale Kompetenzzentren für die Sanierung und Erhaltung großer Bauwerke und Wissensträger, was die Bearbeitung unterschiedlicher traditioneller Werkstoffe angeht. Die Idee zum Antrag an die UNESCO kam von einzelnen Bauhütten wie beispielsweise der Ulmer Münsterbauhütte und der Münsterbauhütte in Straßburg (Frankreich). Diese mündete in einen gemeinsamen Antrag von Bauhütten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Norwegen.

Hauptthema der Lübecker Kirchenbauhütte sind die sieben Türme

Während der Errichtung der mittelalterlichen Kirchen in Lübeck gab es wahrscheinlich pro Bau jeweils eine Bauhütte. 1951 wurde an St. Marien die „Marien-Bauhütte“ neu gegründet, um das im Krieg zerstörte Bauwerk wiederaufzubauen. Die ursprünglich städtische Einrichtung sorgte im Anschluss auch für den Wiederaufbau des Lübecker Doms und kam in kirchliche Verantwortung. Die Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg betreut inzwischen sämtliche Kirchen des Kirchenkreises. „Unser Hauptthema sind dabei aber die sieben Türme“, sagt die Leiterin der Bauhütte. Das ist eine Besonderheit der Lübecker Kirchenbauhütte: Fast alle anderen Bauhütten haben genau ein Objekt, mit dem sie sich beschäftigen, meistens die Kathedrale, zu deren Bau oder Erhalt sie gegründet wurden.

Außerdem ist die Kirchenbauhütte Lübeck die einzige in der Nordkirche und in Norddeutschland. Während außerdem an fast allen Bauhütten Steinmetze eine wichtige Rolle spielen, ist die Kernkompetenz der Kirchenbauhütte Lübeck-Lauenburg der Backstein: Viele der großen europäischen Kirchen sind aus aufwändig bearbeiteten Natursteinen gebaut, die Kirchen in und um Lübeck dagegen bestehen großteils aus fertig geformten Ziegeln.

Angaben zum Buch

„Europäische Bauhütten – Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ ist erschienen bei J. S. Klotz Verlagshaus, 152 Seiten kosten 24,80 Euro.

ISBN: 978-3-948424-73-2