Partnerschaft mit dem Kotte-District in Papua Neuguinea, 10.09.2012


Im Jahr 1994 schloss der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg mit dem Kotte-District der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua Neuguinea einen Partnerschaftsvertrag. Schon vorher verbanden den Kirchenkreis und den drittgrößten Inselstaat der Welt freundschaftliche Beziehungen, basierend auf Anstrengungen des Leipziger Missionswerkes und des Nordelbischen Missionszentrums (NMZ).

Im Jahr 1994 schloss der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg mit dem Kotte-District der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua Neuguinea einen Partnerschaftsvertrag. Schon vorher verbanden den Kirchenkreis und den drittgrößten Inselstaat der Welt freundschaftliche Beziehungen, basierend auf Anstrengungen des Leipziger Missionswerkes und des Nordelbischen Missionszentrums (NMZ). Auch die Beziehungen zwischen der Beauftragten für Frauenarbeit im Kotte-Distrikt und dem Kirchenkreis-Frauenwerk Lübeck-Lauenburg sind seit vielen Jahren existent.
Papua Neuguinea ist im Pazifik gelegen. Der Staat wird zum australischen Kontinent gezählt und umfasst den Osten der Insel. Der westliche Teil (West-Neuguinea) gehört zu Indonesien.
Die Landschaft von Papua Neuguinea prägen viele Gebirgszüge, und kleine Inseln und Inselgruppen liegen malerisch vor der Küste.
Einer, der sich in die nur wenig technisierte Welt mit einfachsten Lebensbedingungen aufmachte, ist Dr. Carl-Heinz Schulz. Der Vorstandsvorsitzende des Kirchengemeinderates Breitenfelde besuchte mit seiner Frau das Gebiet Zaka-Circuit, ein Landstrich mit 32 (Urwald-) Dörfern und etwa 12.000 Einwohnern im Süden des Landesteils Neuguinea gelegen. Die Anfahrt nach Zaka Circuit ist nicht ganz einfach: „Es gibt dort weder Straßen noch gebaute Wege. Wir konnten das Gebiet nur mit einem Speedboot erreichen“, erzählt Dr. Schulz. In Zaka Circuit sind vier verschiedene Stämme ansässig, Stammesfeindschaften nicht ausgeschlossen. „Neuguinea war früher eine deutsche Kolonie. Noch heute erhalten manche Kinder deutsche Namen.“ Papua war eine englische Kolonie – beide waren später australisches Völkerbundsmandats-Gebiet und gründeten den christlichen Staat Papua Neuguinea.
Als Dr. Carl-Heinz Schulz mit seiner Frau im Zaka-Circuit ankam, war die Freude der Einheimischen groß: In dem größten Teil der Gemeinde wurde seit rund 60 Jahren kein „Weißer“ mehr gesehen. Das Ehepaar wurde ausgiebig begutachtet und willkommen geheißen. Die Deutschen mussten sich allerdings zunächst an die Einfachheit des dortigen Lebens gewöhnen: „Kein Wasser, kein Strom“, erinnert sich Dr. Schulz. „Aber“, fährt er schmunzelnd fort: „hier konnten wir sehen, wo die Altkleidersammlungen hingehen – ein Junge hatte ein Bayern München-T-Shirt an“. Die Einheimischen hätten kaum Geld, viel würde auf Tauschgrundlage ablaufen. „Es werden Süßkartoffeln Mais und Gemüse angebaut. gefischt, Schweine und Hühner gehalten. Diese Lebensmittel bilden die Tauschgrundlage.“
Doch ohne Geld konnte lange auch nicht das Schulgeld von 25 Euro jährlich bezahlt werden. So entschlossen sich Dr. Schulz und Gemeindemitglieder, das „Vanilla-School-Project“ ins Leben zu rufen. Die „Landwirte“ in Papua Neuguinea produzierten Vanille, die von der Kirchengemeinde Breitenfelde abgekauft und in Deutschland gegen Spenden abgegeben wurde. Mit dem Schulgeld, das von einem Kuratorium überwacht wurde, konnten Mädchen und Jungen Bildung ermöglicht werden. „Uns hat aber kürzlich eine schöne Botschaft aus Papua Neuguinea erreicht. Das Schulgeld muss künftig nicht mehr gezahlt werden“. Nun werde ein neues, ebenbürtiges Projekt zur Unterstützung der Menschen im Zaka-Circuit gesucht.
Auch eine Delegation mit Pröpstin Frauke Eiben und Pastorin Elisabeth Hartmann-Runge von der Ökumenischen Arbeitsstelle des Kirchenkreise Lübeck-Lauenburg stattete dem Partner-Kirchenkreis im Frühjahr 2010 einen Besuch ab. Auf der Reise entstand die Idee, auf beiden Seiten Partnerschafts-Komitees einzurichten, in denen die verschiedenen Arbeitsbereiche der Kirchenkreise vertreten sein sollten.
Einen Einblick in die Partnscherschaftsarbeit des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg gibt es beim 1. Ökumenefest am 26. August ab 9 Uhr auf Gut Basthorst.


Foto: Die Menschen in Papua Neuguinea leben ihren Glauben aus vollem Herzen – auch in aller Einfachheit.