EKD/Nordkirche Passionszeit: Sieben Wochen mit und ohne

In der Fastenzeit laden verschiedenen Initiatoren zu Aktionen wie "Sieben Wochen Ohne" oder dem Klimafasten ein.

Fasten – ist jedes Jahr neu. Sieben Wochen gilt es, sich in etwas zu enthalten oder auch etwas Neues zu entdecken. Von Aschermittwoch, 17. Februar, bis Karsamstag, 3. April 2021, haben (nicht nur) Christen die Gelegenheit, ihr Leben, ihre Verhaltensweisen und alltäglichen Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. 

Die evangelischen Kirchen im Norden und deutschlandweit entwickelten verschiedene Aktionen, um die Passionszeit, auch Fastenzeit genannt, zu nutzen: für Denkanstöße, Impulse, Dialoge und konkrete Umsetzungen.

Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden

Die wohl bekannteste Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist „7 Wochen ohne“.  In diesem Jahr heißt sie „Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden“. Besonders in einer Zeit, die einen sowieso schon ausbremst, eine spannende Aufgabe. Jede und jeder ist in seinem Radius eingeschränkt – kein Sport- oder Fußballtraining, kein Kino, kein Stöbern im Buchladen. Das Krankenhaus lässt keine Besucher:innen hinein. Die Gastwirtin darf ihr Lokal nicht öffnen. In dieser Fastenzeit soll der Blick gehoben werden, um mehr zu sehen als nur die verschlossenen Türen.

Offene Türen trotz Lockdown

Daher ruft das diesjährige Motto dazu auf, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege entdecken. Das war schon immer das Motto der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. In diesem Jahr sind Treffen als Fastengruppe im Gemeindehaus nicht möglich, Gottesdienste können nicht gefeiert werden. Doch andere Türen sind offen: die zur virtuellen Welt. Dort eröffnet sich ein neuer Raum, ein großer Spielraum. 

Mehr zu lesen gibt es auf der Homepage von „7 Wochen Ohne“. 

Begleitmaterial zum Anfassen 

Die Begleitmaterialien zu „7 Wochen ohne“ sind bei chrismonshop bestellbar oder auch im Buchladen um die Ecke. Einfach anrufen und, abholen oder liefern lassen. Ein Blick auf die Homepage des Buchhändlers hilft weiter oder diese Seite: genialokal.de, der Läden in der Nähe auflistet. Wer dort bestellt, stärkt den lokalen Buchhandel. 

Der Fastenkalender als App

Bei manchen hängt er an der Wand. Andere haben ihn auf dem Büro-Schreibtisch stehen und schlagen jeden Morgen die neue Seite auf, bevor sie den PC hochfahren. Der Fastenkalender von "7 Wochen Ohne" ist der Klassiker unter den Begleitern durch die Fastenzeit. So kann richtige Platz für ihn gefunden werden und auch der  auch den richtige Moment, um das tägliche Kalenderblatt in Ruhe zu betrachten. Die Zeit bis Ostern kann ganz bewusst erlebt werden. Schritt für Schritt, Tag für Tag, Woche für Woche.

Hier gibt es die App für alle Smartphones mit iOS und Android, sie ist für 3,99 Euro verfügbar als Download im iTunes- und im Google Play-Store.

Ökumenische Fastenaktionen im Norden

Die Aktion „7 Wochen mit“ lädt dazu ein, sieben Wochen Produkte aus Fairem Handel und der Region auszuprobieren und bisherige Konsumgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Fastende sind aufgefordert, sich darauf zu besinnen, welchen Wert das tägliche Brot für sie hat. Inspirationen können gefunden werden, um sich aus dem täglichen Trott heraus zu lösen und neue Wege zu beschreiten. Das Ziel ist, den Alltag bewusst zu gestalten im Sinne eines zukunftsfähigen Konsums. Das geht auch mit kleinen Schritten und zusammen mit anderen. Hier können sich vom 17. Februar bis 3. April 2021 Denkanstöße geholt werden, um:

Klimafasten zum Thema Wasserverbrauch

„So viel du brauchst…“ --  unter diesem biblischen Leitsatz steht die Aktion Klimafasten, zu der die Nordkirche ab Aschermittwoch einlädt. Klimafasten ist eine kirchliche Initiative, die bundesweit stetig wächst und in der kommenden Fastenzeit 16 katholischen Bistümern und Evangelischen Landeskirchen durchgeführt wird. Zum Thema Wasserverbrauch können Christ:innen und Engagierte in der diesjährigen Fastenzeit vom 17. Februar bis zum 4. April eine klimafreundliche und ressourcenschonende Lebensweise ausprobieren.

Zweiter Klimaschutzplan der Nordkirche

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt begrüßt diese Aktion: „In den nächsten Monaten werden wir in der Nordkirche intensiv an unserem zweiten Klimaschutzplan arbeiten, um bis 2050 eine klimaneutrale Kirche zu sein. Die Aktion „Klimafasten“ macht deutlich, dass auch jede und jeder Einzelne etwas für eine bessere Ökobilanz tun kann.“ Denn die Aktion richte den Blick auf das persönliche Verhalten, zum Beispiel bei Alltäglichkeiten wie Morgendusche und Frühstückskaffee. „Außerdem hat der Klimaschutz neben politischen, ökologischen und ökonomischen Aspekten auch eine spirituelle Dimension“ Im Fokus der diesjährigen Aktion „Klimafasten“ stehe der Wasserverbrauch, der überprüft und hinterfragt werden soll. „Wir müssen das kostbare Gut Wasser in den Blick nehmen. Die absterbenden Wälder und halbleeren Talsperren im Sommer führen uns ganz drastisch vor Augen, welche Folgen der Klimawandel hat“, so Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Erstmalig Kooperation mit „Hallo Benjamin“

Die Aktion Klimafasten wird erstmalig in Kooperation mit „Hallo Benjamin“, der Evangelischen TV-Sendung für Kinder, angeboten: Es gibt auf www.hallo-benjamin.de und in den Social Media-Kanälen der Fastenaktion Videobeiträge. Vorschüler und Grundschulkinder sind dazu eingeladen, auch mit kleinen Dingen etwas Gutes für das Klima zu tun.

Im Rahmen der Aktion Klimafasten werden für alle sieben Fastenwochen wechselnde Themenschwerpunkte gesetzt und Impulse zum eigenen Handeln aufgezeigt. 

Woche 1: Wasserfußabdruck

Woche 2: sparsames Heizen

Woche 3: vegetarische Ernährung

Woche 4: bewusstes "Digital-Sein"

Woche 5: einfaches Leben

Woche 6: anders unterwegs sein

Woche 7: neues wachsen lassen

Begleitend gibt es Materialien für die inhaltliche Ausgestaltung des Klimafastens. Und mehr Informationen rund um die Aktion gibt es hier.