St. Jakobi, Lübeck Spendenaktion für Künstlerinnen und Künstler

Die Inschrift des ehemaligen Zwecks im unteren Teil des Reliefs ist noch gut erkennbar: „Krankenpflege durch Diaconissen“.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts befindet sich an der Westseite der Pastorenhäuser von St. Jakobi ein hübsch geschnitztes Bildnis, ein eichenhölzernes Relief. Im unteren Teil weist es eine kleine Öffnung auf - für Münzen. Diese kamen eins den Diakonissen und ihrer krankenpflegerischen Arbeit zugute. 

In Vergessenheit geraten und jetzt wiederbelebt

„In Coronazeiten will die Musik-und Seefahrerkirche St. Jakobi an diesem Ort für Musiker sammeln, die auch für die kommenden Monate kein Engagement erwarten können“, erläutert Pastor Lutz Jedeck. Die Spendenfunktion sei in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, doch soll jetzt für Lübecker Künstlerinnen und Künstler wiederbelebt werden. Auch deshalb wird das neugotische Relief, das die biblische Szene „der barmherzige Samariter“ darstellt, in diesen Tagen von Holzrestauratorin Stephanie Schipper restauriert.

Der barmherzige Samariter

Das fein geschnitzte Pferd mit dem herabsteigenden Samariter, der einen Turban trägt, ist besonders eindrucksvoll. Man sieht, wie er sich mit einer fürsorglichen Geste über den vor ihm liegenden verletzten Mann beugt. Dieser wurde auf seiner Reise von Jerusalem nach Jericho von Räubern überfallen und schwer verwundet. Im Hintergrund sind unter einer Baumgruppe die fliehenden Räuber zu erkennen.