St. Georgsberg Trotz Ruhestand: Ulrike Borghardt-Sohns bleibt Kreiskantorin

Kirchenmusikerin Ulrike Borghardt-Sohns an ihrer Orgel in der Kirche St. Georgsberg

Seit gut 20 Jahren Musikerin an der Kirche in Ratzeburg

Sie ist seit einiger Zeit schon beim Sortieren: Ulrike Borghardt-Sohns verlässt Ende Februar 2021 ihre Kirchenmusikerstelle in der Kirchengemeinde St. Georg auf dem Berge in Ratzeburg. Dabei fallen ihr immer wieder Bilder in die Hand, die von ihren gut 20 Jahren an dieser Vorstadtgemeinde erzählen.

Kantorei und Chöre gegründet

„An der Wand im Büro hängt noch ein Bild der Kantorei“, sagt die Kirchenmusikerin. Diesen Chor hatte sie 1999 gegründet, als sie ihre Stelle an der Kirche angenommen hatte. Da war sie bereits seit einigen Jahren ehrenamtlich Organistin und kannte diese Gemeinde schon sehr gut. „Es war damals eine aufblühende Gemeinde“, erinnert sie sich. Und sie zeigt ein Bild mit Kindern in einer Schiffskulisse. „Das sind hier meine beiden Kinderchöre, die ich hier aufgebaut habe.“ Unzählige Singspiele habe sie für die kleinen Sängerinnen und Sänger geschrieben, wie eben das über Noah auf dem Bild.

Die Chormusik fällt auch Pröpstin Frauke Eiben ein, die zum Abschied von Ulrike Borghardt-Sohns sagt: „Eigentlich sollte es zum Abschied ein wunderbares Konzert geben, aber nun ist es coronabedingt ein bescheidener Abschied in der Georgsberger Kirche.

Singen ist gerade nicht möglich, auch nicht für die wunderbaren Chöre, die Ulrike Borghardt-Sohns geleitet hat, die Kinder und die Erwachsenen, die so oft in der Kirchengemeinde und in ganz Ratzeburg musiziert haben.“

Kirchenmusik als Fenster in die Gemeinden

Die Bedeutung der Chöre für das Gemeindeleben schätzt auch Borghardt-Sohns hoch. Die Kirchenmusik sei ein Fenster, durch das auch neue Menschen an die Kirchengemeinde herangeführt und -gebunden werden können. Das sei auch in der Gemeinde St. Georgsberg, die ein wachsendes Neubaugebiet betreue, sehr wichtig. Diesen Teil der Arbeit betont auch Pröpstin Frauke Eiben: „Ulrike Borghardt-Sohns hat die Gabe, durch ihre verbindende Herzlichkeit, Liebe zur Musik und ihrer Kirche und ihre Professionalität Menschen für Musik zu begeistern und zu binden.

Danke dafür!“

Kammermusikalische Abende als regelmäßige Einrichtung

Bilder von kleinen Orchestern im Kirchenraum sind zu sehen: „Das ist meine Kammermusikreihe, die es seit etwa zehn Jahren gibt“, berichtet Borghardt-Sohns, die in Hannover Schul- und Kirchenmusik studiert hatte. Eine Stunde Musik und Beisammensein ohne Eintritt – das Konzept ging auf und war bis zum Beginn der Kontakteinschränkungen sehr erfolgreich. Unter anderem auch deshalb, weil sie immer wieder junge Musiker:innen der Musikhochschule Lübeck auf den Georgsberg lockte. „Es ist immer sehr beglückend, welche Möglichkeiten die Kirchenmusik bietet“, unterstreicht Ulrike Borghardt-Sohns. Sie sei ein wichtiger Teil der Verkündigung von Gottes Wort.

Kreiskantorin im Prozess der Regionalisierung

Obwohl Ulrike Borghardt-Sohns jetzt die Kirchenmusikerstelle in Ratzeburg aufgibt, bleibt sie der Kirchenmusik im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg erhalten. Seit 2017 ist sie Kreiskantorin in der Propstei Lauenburg. Pröpstin Frauke Eiben freut sich, dass sie dieses Amt weiter ausübt: „Von Herzen bin ich froh, dass Frau Borghardt-Sohns uns als Kirchenkreiskantorin noch bis 2022 erhalten bleibt. Für die weiteren Entwicklungen in unserem Kirchenkreis ist es von großem Gewinn, dass sie mitdenkt und Impulse für die Kirchenmusik gibt.“ Und Borghardt-Sohns betont:„Das möchte ich unbedingt weitermachen: Wir sind im Regionalisierungsprozess unseres Kirchenkreises an einem wichtigen Punkt angekommen. Leider werden die finanziellen Rahmenbedingungen für eine weitere qualifizierte kirchenmusikalische Arbeit immer schwieriger, und gerade jetzt werden wichtige Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Für die Kirchenmusiker:innen und die vielen Menschen, die sich in unserer Propstei musikalisch engagieren, möchte ich mich dabei sehr gerne noch weiter einsetzen. “

Borghardt-Sohns im Podcast „Mein Lieblingsstück“

Wer die musikalische Seite von Ulrike Borghardt-Sohns genauer kennen lernen möchte: In der Februar-Folge des Podcasts „Mein Lieblingsstück“ stellt sie Musik von Carl Philipp Emanuel Bach vor.