Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Über die ewigen Gräber

Auch auf dem Friedhof Seedorf befindet sich eine Gedenktafel für die Gefallenen der Weltkriege.

Zum 75. Mal jährt sich 2020 das Ende des zweiten Weltkriegs. Der Volkstrauertag am Sonntag, 15. November 2020 erinnert an die vergangenen Kriege.„Wie dankbar können wir heute für ein Leben in einem so langen Frieden sein. Die Aufmerksamkeit lag in diesem Jahr vermehrt auf den Kriegsgräbern und Ehrentafeln, die noch immer im Gesicht der Dörfer präsent sind und die gerade auch in größeren Orten und Städten zum Volkstrauertag in den Fokus rücken“, sagt Bernd K. Jacob, Friedhofsbeauftragter des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

Die Erinnerungsstätten für die vergangenen Kriege scheinen aus der Zeit gefallen

Was hat es auf sich mit diesen Gräbern, die aus der Zeit gefallen scheinen und auf Kriege und Verluste zeigen, die mehr als ein Menschenleben lang her sind? Warum bemühen wir uns, dieses Gedächtnis wach zu halten?

Wichtig gerade in kleinen Orten im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Bernd K. Jacob sagt: „Gerade in kleinen Orten ist diese Verwundung noch immer so sichtbar, damals litt die ganze Bevölkerung unter den Umständen der Zeit, aber vor allem starben die Menschen, die in der Lage gewesen wären, das Land nach den Wirren wieder zu bearbeiten, das Dorf wiederaufzubauen, Kinder, Alte, Familien zu versorgen.“

Bedeutung auch in der Gegenwart

Jacob zieht Parallelen zur Jetztzeit: „In einer Zeit, in der wir versuchen, des Überflusses Herr zu werden, ist das kaum mehr zu begreifen. Das ist doch so weit weg, so lange her. Genau! Deshalb bestehen diese Gräber noch immer, deshalb begehen wir noch immer den Volkstrauertag, an dem Jahrmärkte geschlossen bleiben, laute Vergnügungen fehl am Platz sind. Deshalb haben diese Kriegsgräber ein besonderes Bestandsrecht. In diesem Jahr müssen wir alle spüren, wie sich die Gesellschaft wegen der Pandemie verändert, wie Einschränkungen unser Leben beeinflussen. Aber wir nehmen das hin, um uns als Gemeinschaft zu schützen.“

Gestaltung und Pflege durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Kriegsgräberstätten sind nicht nur Soldatenfriedhöfe. Insbesondere geht es heute darum, allen Ppfern von Krieg und Gewalt zu gedenken. Der Bestand dieser Gräber ist geschützt durch die Genfer Konventionen. Neun Jahre nach Kriegsende betraute die Bundesrepublik Deutschland den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit der Erfassung, Gestaltung und Pflege aller Kriegsgräberstätten im Zusammenhang mit Deutschen und vor allem auch in Deutschland gefallen Opfern im In- und Ausland. Mit diesem Engagement bleiben die „ewigen Gräber“ Orte der Erinnerung, des Gedenkens und des Lernens.

Gottesdienste am Volkstrauertag

Kriegsgräber und Erinnerungstafeln finden sich auf den kirchlichen Friedhöfen in Büchen, Groß Grönau, Kuddewörde, Seedorf, Siebenbäumen, Siebeneichen, Sterley und Ziethen. Weitere Kriegsgräber und Ehrenmale befinden sich in kommunaler Verantwortung.

Einige Kirchengemeinden laden am kommenden Sonntag, 15. November 2020 zu Gottesdiensten am Volkstrauertag ein. Eine Übersicht gibt es hier.