Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Weihnachtswort von Pröpstin Petra Kallies und Pröpstin Frauke Eiben

Pröpstin Frauke Eiben und Pröpstin Petra Kallies richten ihr geistliches Wort zum Fest als Weihnachtswort per Videobotschaft.

Mit dem Youtube-Weihnachtswort kommen die Pröpstinnen in die Häuser der Menschen. Wie schon zu Ostern haben die Pastor:innen des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg Worte Weihnachtsworte für ihre Gemeinden aufgenommen. 

In ihrem gemeinsamen geistlichen Wort zu Weihnachten gehen die Pröpstinnen Petra Kallies und Frauke Eiben von einem Wort des Theologen Karl Rahner aus und verbinden es mit der aktuellen Aktion der Nordkirche, dem #hoffnungsleuchten.

 

Das Weihnachtswort der Pröpstinnen zum Nachlesen

Brich auf, mein Herz und wandre!

Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.

Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren.

Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir.

Er wird sie annehmen.

(Karl Rahner)

Hoffnungsleuchten.

Nur wenn es wirklich dunkel ist, sind die Sterne am Himmel zu sehen. In unseren hell beleuchteten Straßen und Plätzen gibt es vor allem das künstliche Licht. Es nimmt unsere Augen und Sinne ganz in Beschlag. Wir werden unaufmerksam für die Himmelslichter: Wie sie glänzen, wie geheimnisvoll sie sind und dass wir uns an ihnen orientieren könnten.

In der Dunkelheit jedoch spannt sich bei klarem Himmel über uns ein riesiges Sternenzelt aus. Was für ein Wunder! Wir schauen in den Himmel und halten Ausschau nach dem hellsten Stern, so wie damals die Weisen auf dem Weg zur Krippe.

Das Hoffnungsleuchten geht vom Stall in Bethlehem aus

Von dort, aus dem Stall in Bethlehem, ging ein Hoffnungsleuchten in die Welt. Das sahen zuerst all diejenigen, in deren Leben es dunkel war, und diejenigen, die übersatt waren vom Glitzern und Blinken der Welt:

die Hirten auf den Feldern und einige Sternkundige aus fernen Landen. Sie haben am Himmel ein Leuchten entdeckt, das sie in Bewegung brachte.

Die Engel haben ihnen einen König verkündet - einen Heiland, ein neugeborenes Kind. Sie sangen von einem, der Licht ins Dunkel bringt, der Frieden stiftet und der heil werden lässt, was gebrochen ist. Ein Gotteskind.

Ein ganz besonderes Jahr

Dieses Jahr ist besonders. Seit Anfang des Jahres leben wir mit einem Virus, das uns zum Verzicht zwingt. Wir müssen Abstand halten, dürfen uns nicht umarmen, oder freundlich die Hände drücken. Es gibt keinen Besuch von Freund:innen oder unseren Lieben. Große Familienfeiern fallen aus, kein Weihnachtstrubel  - nichts ist wie alle Jahre. In manche Häuser ist mehr Ruhe eingekehrt, in andere Einsamkeit und Überforderung. Manch ein Herz ist in diesen Tagen dünnhäutiger als sonst, und leidet mit denen, die arm sind und schutzlos.

Gibt es ein Hoffnungsleuchten? Ist da ein Stern zu sehen?

Leuchten der Hoffnung hat nicht mehr aufgehört

Wenn es dunkel ist, spannt sich bei klarem Himmel ein riesiges Sternenzelt über uns aus. Was für ein Wunder! Wir schauen in den Himmel und halten Ausschau nach dem hellsten Stern, so wie einst die Weisen auf dem Weg zur Krippe.

Seit der Geburt des Gotteskindes hat das Leuchten der Hoffnung nicht mehr aufgehört. Es scheint für alle, die sich nach Liebe und Hoffnung sehnen. Es leuchtet für alle, die im Dunkel nach Frieden suchen.

Reisen brauchen wir nicht, um das Hoffnungslicht Gottes zu finden. Aber innerlich aufbrechen, das müssen wir schon. Und wer weiß, vielleicht verhilft uns das Weihnachtsfest in dieser besonderen Zeit dazu in einer anderen Gestimmtheit innerlich aufzubrechen. Der Hoffnung auf der Spur.

Wir bringen etwas mit

Brich auf, mein Herz und wandre!

Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.

Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren.

Es wird Weihnachten im Herzen, wenn wir aufbrechen aus unserem Alltag und dem Stern folgen. Wenn wir den Mut haben, manches einfach abzulegen: die Festtagsroutine, die überhohen Erwartungen, auch an uns selbst. Wir sind nicht zu wenig oder zu unbedeutend um ins Hoffnungslicht der Krippe zu treten.

Wir bringen etwas mit:

Das Gold der Liebe: zu einem Kind. Zu einem Geliebten. Zu denen, die Dir vorangegangen sind. Zu Deiner Aufgabe. Zu Deinen Mitgeschöpfen.

Den Weihrauch der Sehnsucht: Nach Frieden und richtigen Beziehungen, nach Heilung und Heilsein.

Nach Nähe und Geborgenheit.

Und die Myrrhe der Schmerzen: Die hast du ja auch bei dir. Wenn Du Grenzen akzeptieren musst. Einsamkeit und Sorgen trägst. Den Schmerz, weil Dir etwas verlorengegangen ist oder entzwei.

All das tragen wir zum Hoffnungslicht in der Krippe. Das Gotteskind wird unsere Geschenke annehmen. Es ist Weihnachten. Es leuchtet der Stern.

Amen.