Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg Zukunft Kirche 2030: Kirche in Veränderung

Pröpstin Frauke Eiben und Pröpstin Petra Kallies sehen schnellen Handlungebedarf.

2019 hat der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg rund 5000 Mitglieder verloren – 2000 mehr als noch im Durchschnitt der Vorjahre. Mit der Corona-Pandemie verschärfen sich die Rahmenbedingungen für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen noch einmal deutlich. Die Nordkirche rechnet bereits 2020 mit einem Minus von rund 12 Prozent bei den Kirchensteuereinnahmen.

Pröpstin Kallies: Schneller Entscheidungen treffen

„Der Corona-bedingte drastische Einbruch bei den Kirchensteuereinnahmen verstärkt nun vor allem den Zeitdruck. Manche Entscheidungen werden schneller getroffen werden müssen“, sind sich Pröpstin Petra Kallies und Pröpstin Frauke Eiben einig.

Zukunft Kirche 2030: Große Strukturanpassungen

Im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg wird seit 2018 intensiv an Strukturanpassungskonzepten gearbeitet. Eine Lenkungsgruppe begleitet den Prozess unter der Überschrift „Zukunft Kirche 2030“.

Kirchengemeinden bilden Regionen

Die 57 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg schließen sich zu 12 Regionen zusammen, um ihre Arbeit neu zu organisieren. Zuerst geht es um den pfarramtlichen Dienst. Die Menschen vor Ort werden so weiterhin „ihren“ Pastor bzw. „ihre“ Pastorin erreichen. Gottesdienste und Amtshandlungen werden auch weiterhin gefeiert. Doch nur über Zusammenschlüsse bleibt die Kirche vor Ort. Denn es gibt immer weniger Pastor:innen. Alle Regionen arbeiten außerdem an ihren Gebäudekonzepten, denn Unterhalts- und Betriebskosten müssen in den nächsten Jahren deutlich gesenkt werden.

Mehr als pfarramtliche Versorgung

In vielen Regionen passiert aber bereits viel mehr. Die Menschen in den Gremien entwickeln  neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in weiteren Bereichen wie Gottesdienst, Konfirmandenarbeit, Kirchenmusik, Jugendarbeit und Verwaltung. Der Prozess der Regionalisierung wird das Hauptthema der Kirchenkreissynode am 21. September 2020 sein. Ein Meilenstein in einem langen Veränderungsprozess, damit Kirche für Menschen persönlich erreichbar ist und bleibt.

Corona-Krise zeigt, dass Veränderung möglich ist

Wie wichtig klug durchdachte und verlässliche Strukturen sind, hat die Corona-Krise gezeigt. Die Menschen vor Ort kennen einander und unterstützen sich. Kirche ist aber auch hier ganz neu und kreativ sichtbar geworden. Digital mit Online-Andachten und Videogrüßen an die Kitakinder und analog mit Segen to go an der Wäscheleine oder die Osterbotschaft als bunter Kreidegruß vor der Kirche und im Stadtteil.