Die Geschichte der Kirchengemeinde Basthorst

Zur Kirchengemeinde Basthorst gehören die Dörfer Basthorst, Dahmker, Möhnsen und Mühlenrade. Das Dorf wird erstmals urkundlich 1278 erwähnt, das Kirchspiel hingegen erscheint erstmals 1319 im Taxus Ecclesiarium des Ratzeburger Bischofs, in dem die Einkünfte der Pfarrer und Vikare im Bistum aufgeführt werden. Bis zur Reformation war Basthorst ein Wallfahrtsort, in dem eine wundertätige Hostie „zum heiligen Leichnam“ verehrt wurde. Außerdem gab es im Mittelalter noch eine Kapelle in Möhnsen, die aber schon im 16. Jahrhundert verfallen war.

Bau der heutigen Kirche im neugotischen Stil

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war die alte St.-Marien-Kirche so baufällig geworden, dass sie abgerissen werden musste. Der Gemeindechronik zu Folge war es ein Bau aus Feld- und Ziegelsteinen mit einem separaten hölzernen Glockenturm. In der Topographie der Herzogtümer Holstein und Lauenburg von Schröder und Biernatzky aus dem Jahr 1855 heißt es jedoch, dass die Kirche ohne Turm und Orgel war. Nach Plänen des Baumeisters Carl Wilhelm August Lohmeyer wurde der jetzige Bau in den Jahren 1857 bis 1858 aus Feldsteinen im neugotischen Stil errichtet. Im Westen erhebt sich auf einem Feldsteinsockel der achteckige, aus Ziegeln gemauerte Glockenturm.

Der Innenraum mit Kreuzrippengewölbe

Der Innenraum schließt mit einem Kreuzrippengewölbe ab, und die neugotische Einrichtung mit der Westempore verleiht dem Raum einen einheitlichen Eindruck. Aber einige Ausstattungsstücke stammen noch aus der Vorgängerkirche, so der 1668 entstandene marmorne Barockalter mit der Kreuzigung Christi als Mittelbild. Zum Inventar der Vorgängerkirche gehört außerdem ein Altarpult aus Messingblech mit eingravierter Kreuzigungsgruppe, das 1651 von Pastor Andreas Gregorius gestiftet wurde, eine Truhe mit Eisenbändern und Bemalung aus dem frühen 18. Jahrhundert sowie zwei Kelche und verschiedene Altarleuchter aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das jüngste Kunstwerk ist das Relief „Gesegnete Begegnung“ über der Eingangstür in der Südwand, das 2005 von dem Bildhauer Carl Constantin Weber aus Potsdam geschaffen wurde. Es zeigt die Begegnung von Maria und Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers. Dargestellt ist der Moment, in dem beide Frauen, die ihr Kind unter dem Herzen tragen, zum Gruß die Hand erheben und damit zugleich ihre noch ungeborenen Kinder segnen.

Reges kulturelles und gesellschaftliches Gemeindeleben

Mit verschiedenen Kreisen und kulturellen Aktivitäten hat die Kirchengemeinde einen großen Anteil am kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Basthorst. Besonders die Konzerte in der St.-Marien-Kirche finden auch überregional Anklang. Dass in einer verhältnismäßig kleinen Kirchengemeinde ein so reges Leben möglich ist, ist auch ein Verdienst des Vereins der Freunde der St.-Marien-Kirche Basthorst e.V. und des Kirchenpatrons Enno von Ruffin aus Gut Basthorst.

Dieser Text ist ein verkürzter Auszug aus dem Bildband  „Salz der Erde – Licht der Welt – Evangelisch-Lutherische Kirche zwischen Trave und Elbe“ mit Texten von Dr. Claudia Tanck und Fotografien von Manfred Maronde. Das Buch ist 2016 im Hinstorff-Verlag in Rostock erschienen und kann zum Preis von € 29,99 in den Kirchenkreisverwaltungen in Lübeck und Ratzeburg sowie im örtlichen Buchhandel bezogen werden.

Die St.-Marien-Kirche in Basthorst. - Copyright: Manfred Maronde
Die St.-Marien-Kirche in Basthorst.