St. Nicolai, Mölln Kräftiges „Knistern" für eine trockene Kirche

Architekt Torsten Ewers führte Susanne Backhaus in das Gewölbe von St. Nicolai, gemeinsam mit Jürgen Rösing von der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und Pastor Matthias Lage (li.).

„Es darf ruhig knistern“, sagte Susanne Backhaus, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, als sie einen symbolischen Fördervertrag über 32.000 Euro für die Dacharbeiten an der Südseite der Möllner St.-Nicolai-Kirche an Pastor Matthias Lage überbrachte. „Mir ist die Kirche sehr ans Herz gewachsen – unsere Familie feierte hier sechs Taufen, drei Konfirmationen und drei Hochzeiten“, so Backhaus.

Viele Spender

Das Ende der Sanierung ist noch in diesem Monat vorgesehen. Die geplanten Kosten belaufen sich auf 497.000 Euro, von denen mehr als 400.000 Euro bereits verbaut wurden. Neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Kirchengemeinde Mölln mit Hilfe des Fördervereins beteiligen sich der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, das Land Schleswig-Holstein mit dem Investitionsprogramm „Kulturelles Erbe“ (IKE), die Stiftung „KiBa“ an den Kosten. Die Nordwand der Kirche wurde im Jahr 2016 fertig saniert.

„Für diese tolle Unterstützung sage ich im Namen der Gemeinde und unseres Teams danke“, freut sich Matthias Lage. Das Problem der Südseite war, dass der Dachstuhl auf die Mauer drückte und sich so viele Risse bildeten. Die dadurch eindringende Feuchtigkeit schädigte das Gemäuer und auch die Holzbalken, bei denen teilweise ganze Stücke ausgetauscht werden mussten. „Und es lief Wasser in das Gewölbe, in dem sich außerdem auch Unrat sammelte“, informiert Architekt Torsten Ewers weiter.

Ein Nest für die Orgel

Für Pastor Matthias Lage ist die Sanierung besonders wichtig, denn: „Unsere Orgel soll ein gutes Nest haben“. Kürzlich begann die Restaurierung der Scherer-Bünting-Orgel aus dem Jahr 1436. Die Kosten allein dafür werden auf 1,7 Millionen Euro geschätzt, über 1.450.000 Euro wurden bereits durch Spenden, staatliche Zuwendungen und kirchliche Mittel erreicht. Darunter sind Einnahmen aus zahlreichen Benefizkonzerten sowie Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, so dass der Orgelbauverein davon über 300.000 Euro für dieses Projekt bereitstellt.

Scherer-Bünting-Orgel von nationaler Bedeutung

Als national bedeutend wurde die Kirche aufgrund der Scherer-Bünting-Orgel von 1771 eingestuft. Der Hamburger Orgelbaumeister Jacob Scherer schuf sie 1558 als Auftragsarbeit für den Magistrat der Stadt. Heute noch sind 162 Originalpfeifen aus dem 16. Jahrhundert erhalten.

Pfeifenpaten und Förderer werden noch gesucht

Der Möllner Orgelbauverein rief im Jahr 2016 das Orgelpfeifen-Patenschafts-Modell ins Leben, um die Finanzierungslücke von jetzt immer noch rund 15 Prozent zu schließen. Die Spenderinnen und Spender unterstützen die Restaurierung einer bestimmten Orgelpfeife: Je nach Tonhöhe und Register werden dafür Beträge zwischen 20 und 2.500 Euro benötigt. Neben dem Erhalt einer Patenurkunde können sich die Spender auf der Patentafel in der St. Nicolai-Kirche namentlich eintragen lassen. Für Menschen, die sich diesem ganz besonderen Instrument verbunden fühlen, eine schöne Möglichkeit, sich zu „verewigen“. Insgesamt verfügt die Scherer-Bünting-Orgel über 2731 Pfeifen.

Wer helfen möchte, kann dieses Spendenkonto nutzen:
Konto-Inhaber: Orgelbauverein St. Nicolai zu Mölln e. V.
IBAN: DE34 5206 0410 0006 4351 49
Bank: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Spende Orgel-Sanierung

Weitere Infos und Patenschaften unter: www.orgelbauverein-moelln.de