Die Geschichte der Kirchengemeinde Bugenhagen

Die Bugenhagen-Gemeinde liegt im Lübecker Stadtteil Buntekuh und ist 1958 aus dem dritten Pfarrbezirk der Luthergemeinde hervorgegangen. Aufgrund der fortschreitenden Siedlungstätigkeit in Buntekuh wurde 1968 eine zweite Pfarrstelle eingerichtet, für die 1968/69 in der Karavellenstraße das Haus der Begegnung errichtet wurde. Hier fanden über Jahre hinweg auch die Gottesdienste statt, obwohl die Bugenhagen-Gemeinde mit mehr als 11.000 Gemeindegliedern zeitweilig die größte Lübecker Kirchengemeinde war. Zwar wurde schon 1962 von der Kirchenleitung der Bau einer Kirche beschlossen, aber dessen Verwirklichung verzögerte sich. Erst 1979 wurde ein Architektenwettbewerb für den Bau einer Kirche in der Karavellenstraße ausgerufen, bei dem sich die Kirchengemeinde für den zweitplatzierten Entwurf des Architekten Peter Suhr aus Hamburg entschied.

Baubeginn der Kirche

Der Baubeginn verzögerte sich aber weiter, und erst die nötigen Mittel zur Verfügung durch Spenden, Rücklagen der Gemeinde sowie Zuschüssen der Nordelbischen Kirche und des Kirchenkreises Lübeck zur Verfügung standen, wurde 1983 mit dem Bau begonnen. Am 15. September 1984 wurde die Kirche von Bischof Ulrich Wilckens geweiht. Damit ist die Bugenhagen-Kirche die jüngste Gemeindekirche im Altkirchenkreis Lübeck.

Der Innenraum

Im Innenraum ist die von dem Nürnberger Künstler Heinz Heiber entworfene Taufanlage bemerkenswert. Über dem Taufbecken hängt an einem Bronzestamm der gekreuzigte Christus, der seinen Mantel über die an der Taufe Stehenden ausbreitet und ihnen trotz seines Leidens liebevoll sein Haupt zuwendet. Eine rote Farbbahn auf dem schalenförmig gewölbten Leib deutet auf Martyrium und Kreuzigung hin. Diese ungewohnte Verbindung aus Kruzifix und Taufengel versinnbildlicht die enge und tiefe Beziehung, die zwischen den beiden Sakramenten der Taufe und des Abendmahls steht: Auch die übrigen Ausstattungsstücke – Kreuz, Altartisch, Taufe, Tischleuchter und Abdeckung für die Kanzelbrüstung – stammen von Heinz Heiber. Die Orgel aus der Werkstatt Hammer in Arnum bei Hannover wurde 1996 gebaut. Sie hat 20 Register und fügt sich mit einem Gehäuse aus grün gebeiztem Eschenholz optisch gut in den backsteinsichtigen Kirchenraum ein.

Dieser Text ist ein verkürzter Auszug aus dem Bildband  „Salz der Erde – Licht der Welt – Evangelisch-Lutherische Kirche zwischen Trave und Elbe“ mit Texten von Dr. Claudia Tanck und Fotografien von Manfred Maronde. Das Buch ist 2016 im Hinstorff-Verlag in Rostock erschienen und kann zum Preis von € 29,99 in den Kirchenkreisverwaltungen in Lübeck und Ratzeburg sowie im örtlichen Buchhandel bezogen werden.

Außansicht der Bugenhagen-Kirche Lübeck - Copyright: Manfred Maronde
Außansicht der Bugenhagen-Kirche Lübeck