Sandesneben Schlemmen, Ackern und Klönschnacken

In Sandesneben kann geschlemmt und geklönt werden.

Spezialitäten aus fernen Ländern kostenlos probieren? Das geht beim alljährlichen „Schlemmen International“ am 28. September 2018 in Sandesneben. Beginn ist um 16 Uhr im Gemeindehaus, Altes Dorf 5. Hier findet auch ein Buntes Café (26. Oktober 2018) statt. Einen offenen Frauentreff gibt es immer montags von 10 bis 12 und donnerstags von 16 bis 18 Uhr) im Neuen Pastorat, Rehbrook 2.

Nach einem gelungenen Sommerfest mit rund 60 Teilnehmern und großem, internationalem Buffet, gibt es in Sandesneben nun die nächste Gelegenheit, kulinarische Köstlichkeiten aus unterschiedlichen Ländern zu verkosten. Aufgetischt werden diese beim „Schlemmen International“. „Im Unterschied zum Sommerfest, bei dem nur Mitglieder unserer Initiative in den Genuss der Speisen kamen, ist unser alljährliches ‘Schlemmen’ stets eine offene Veranstaltung, an der jede(r) kostenlos teilnehmen kann“, erklärt Jonathan-Johannes Düring. Er ist Mitbegründer der Flüchtlingsinitiative Sandesneben-Nusse, welche sich mit der schmackhaften Aktion bereits zum vierten Mal an den „Interkulturellen Wochen“ beteiligt.

Getreu dieser bundesweiten Aktionswochen, deren aktuelles Motto „Vielfalt verbindet“ lautet, werden die Leckereien von Geflüchteten sowie Ehrenamtlichen aus den Gemeinden im Amtsbereich Sandesneben-Nusse zubereitet. „Wir sind jedes Jahr auf’s Neue überrascht, was sich unsere ‚Köche’ Tolles einfallen lassen, und wie gut die Speisen schmecken“, sagt Düring. Seien es deutsche Fliederbeersuppe, russische Piroggen oder syrische Süßigkeiten – selbst kunstvoll geschnitzte Melonen oder mit Blüten verzierte Mahlzeiten waren schon dabei. Die große Hingabe bei der Zubereitung hat ihren Grund, denn: Viele der Geflüchteten nutzen die Festivität als Gelegenheit, etwas zurückzugeben von der Hilfsbereitschaft, die sie selbst in der Region erfahren haben.

Sich buchstäblich „einwurzeln“

Übrigens: Manch eine Kartoffel und Tomate, die in den dargebotenen Spezialitäten landet, stammt aus eigenem Anbau. So nutzen seit diesem Frühjahr geflüchtete und jetzt in Sandesneben ansässige Familien einen großen Garten, den der Verein Hoffnungsgrund zur Verfügung stellt, um ihr eigenes Gemüse anzubauen. Ein gutes Zeichen dafür, dass sie sich in ihrer neuen Heimat wortwörtlich einwurzeln konnten. Auch der zweimal wöchentlich stattfindende, offene Frauentreff der Flüchtlingsinitiative, bei dem viel gekocht, gehäkelt und geklönt wird sowie ein regelmäßiges „Buntes Café“ tragen zu einer gelungenen Integration im Amtsbereich bei. Das weiß auch Jonathan-Johannes Düring: „Wir engagieren uns seit mehr als vier Jahren, damit Menschen, die nichts anderes als Frieden und Sicherheit für sich sowie ihre
Kinder wollen – und das trifft nach wie vor auf die Mehrheit der Geflüchteten zu – wieder Hoffnung schöpfen können. Dabei sehen wir in der Gestaltung unseres Miteinanders eine Wachstumschance für unsere ganze Gesellschaft.“ Und wie gut dieses Miteinander funktioniert – davon kann man sich bei den Veranstaltungen in Sandesneben selbst ein Bild machen.

Mehr Informationen gibt es auf www.flisanu.de.

Quelle: Marion Kamp