Die Bibel ist die große Quelle des christlichen Glaubens. Sie ist eine Sammlung von Büchern, die im Zeitraum von ca. 900 Jahre v. Chr. bis 100 n. Chr. entstanden sind. Die Bücher der Bibel sind in zwei große Teile zusammengefasst: dem Alten und dem Neuen Testament. Alle christlichen Kirchen berufen sich für ihre Lehre und ihre Praxis auf die Bibel als wichtigste Quelle.

Das Alte Testament ist in Hebräisch geschrieben und heißt deshalb auch Hebräische Bibel. Es beginnt mit der Erzählung der Erschaffung der Welt: »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde«. Die Hebräische Bibel beinhaltet Erzählungen, wie die Vertreibung der ersten Menschen, Adam und Eva, aus dem Paradies, den Auszug Abrahams ins gelobte Land oder das Leben des Mose. Sie enthält Prophezeiungen, weisheitliche Texte, Gebote und Gebete. Viele Schlüsseltexte der westlichen Kultur finden sich in der Hebräischen Bibel, wie die 10 Gebote (Exodus 20), das Gebot der Nächstenliebe (Leviticus 9,18) oder poetische Texte, die Menschen seit Jahrhunderten als Lebenshilfe, Trost und Ermutigung auswendig lernen (Psalm 23 »Der Herr ist mein Hirte«).

Das Neue Testament ist in Griechisch geschrieben und erzählt die Geschichten von Jesu Geburt, seinem Leben und Sterben, seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Und es berichtet über die Jahrzehnte, in denen Christen die ersten Gemeinden gründeten und  das Christentum begann, sich im Mittelmeerraum auszubreiten. Die ältesten Texte des Neuen Testaments wurden schon 20 Jahre nach Jesu Tod formuliert. Es sind Briefe, die der Apostel Paulus an christliche Gemeinden schreibt. In den vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes wird die Lebensgeschichte Jesu bis zu seinem Tod beschrieben. Diese Geschichten sind erst nach der Auferstehung Jesu in den Jahren 60-120 n. Chr. formuliert worden.

Bis ins 15. Jahrhundert wurde die Bibel hauptsächlich in lateinischer Übersetzung (Vulgata) benutzt. Erst mit der Übersetzung ins Deutsche durch Martin Luther (1522-1532) wurden die Texte der Bibel für viele  Menschen zugänglich. Heute gibt es viele Übersetzungen, die auch die  Alltagssprache aufnehmen. In wesentlichen Teilen orientiert sich die Sprache der deutschen Bibel aber bis heute an der Übersetzung Martin Luthers.