13 Filme, eine Entscheidung: Wer gewinnt den kirchlichen Filmpreis?
Lübeck. 13 Filme in wenigen Tagen, intensive Diskussionen und am Ende die Entscheidung über den Kirchlichen Filmpreis Interfilm: Auf Propst Philip Graffam vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg wartet bei den Nordischen Filmtagen ein dichtes Programm. „Das wird ein kleiner Filmmarathon, auf den ich mich aber sehr freue“, sagt Graffam. Er gehört in diesem Jahr erstmals der internationalen Jury an, die über die Vergabe des mit 5000 Euro dotierten Preises entscheidet. Gestiftet wird das Preisgeld vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.
Für Graffam ist die Mitarbeit in der Jury auch persönlich etwas Besonderes. „Ich war in der Vergangenheit schon ein klein bisschen neidisch auf die Kolleg:innen des Kirchenkreises, wäre auch in den vergangenen Jahren gern dabei gewesen“, erzählt er. Seine Begeisterung für Film und Theater begleitet ihn bereits seit seiner Kindheit. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die kommenden Tage. „Ich bin sehr gespannt auf die Filme und freue mich auf den Austausch mit meinen Jury-Kolleginnen und -Kollegen.“
Seit 30 Jahren ein besonderer Blick auf den Film
Der Kirchliche Filmpreis Interfilm wird seit 1996 im Rahmen der Nordischen Filmtage vergeben und feiert damit in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Ausgezeichnet wird ein Spielfilm, der nicht nur durch seine künstlerische Qualität überzeugt, sondern zugleich menschliche, soziale oder spirituelle Fragen aufgreift. Dabei geht es nicht darum, ausdrücklich religiöse Inhalte zu erzählen. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Film menschliches Verhalten oder Haltungen sichtbar macht, die mit den Werten des Evangeliums in Einklang stehen, oder das Publikum für grundlegende Fragen des Zusammenlebens sensibilisiert.
Für Philip Graffam liegt darin der besondere Reiz der Auszeichnung. „Filme können uns mit Lebenswirklichkeiten konfrontieren, die wir selbst nicht kennen. Sie können unseren Blick verändern und Fragen aufwerfen, die uns noch lange nach dem Abspann beschäftigen“, sagt der Propst. „Dafür muss ein Film nicht religiös sein. Entscheidend ist, was er über Menschen und ihren Umgang miteinander erzählt.“
Internationale Jury entscheidet
Gemeinsam mit Anna Patronen, Generalsekretärin der Church Media Foundation in Finnland, Artis Puriņš, Direktor von Lutheran Hour Ministries in Lettland, und Sina von Aesch, freiberufliche Theologin und Krankenhausseelsorgerin, wird Graffam die 13 Wettbewerbsfilme sichten und bewerten. Alle Filme werden in englischer Sprache gezeigt.„Ich habe großen Respekt vor der Jury-Aufgabe“, sagt Graffam. Schließlich gehe es nicht allein um den persönlichen Filmgeschmack, sondern darum, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Besonders gespannt sei er deshalb auf die Gespräche innerhalb der international besetzten Jury.
Welcher der 13 Filme am Ende mit dem Kirchlichen Filmpreis Interfilm ausgezeichnet wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Bekanntgegeben wird der Gewinnerfilm bei der großen Abschluss-Preisverleihung der Nordischen Filmtage am Sonnabend, 7. November 2026 im Großen Haus des Theater Lübeck.