Digitale Zukunft mitgestalten: Kirchenkreis sucht Verstärkung
Lübeck. Microsoft 365 und Teams werden in den kommenden Jahren zum digitalen Arbeitsplatz im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Doch eine neue Software allein verändert noch keine Zusammenarbeit. Es braucht Menschen, die erklären, Möglichkeiten zeigen, Strukturen entwickeln und die dafür sorgen, dass aus neuen Anwendungen tatsächlich hilfreiche Werkzeuge für den Arbeitsalltag werden. Genau dafür schafft der Kirchenkreis eine neue Stelle.
Neue Stelle für digitale Zusammenarbeit
Gesucht wird eine Person, die die Einführung von Microsoft 365 und insbesondere Teams begleitet. Mit 20 Wochenstunden soll sie Kirchengemeinden, Dienste und Werke sowie weitere Einrichtungen dabei unterstützen, sich in der digitalen Arbeitsumgebung zurechtzufinden und sie sinnvoll zu nutzen. Die Stelle wird in der Medienabteilung im Bereich der geistlichen Leitung angesiedelt.
Zum Hintergrund: „Die Nordkirche hat sich nach langer Abwägung dafür entschieden, Microsoft 365 flächendeckend einzuführen“, sagt Oliver Erckens, Propst in Lübeck. Damit sei die technische Richtung klar gewesen. Eine elementare Frage blieb aber zunächst offen: „Wer begleitet die Menschen bei diesem Umstieg und wie können wir das so organisieren, dass es für die Kirchengemeinden gut funktioniert und zugleich bezahlbar bleibt?“
Nicht Technik reparieren, sondern Menschen begleiten
Denn die Voraussetzungen sind höchst unterschiedlich. Manche Kirchengemeinden arbeiten bereits selbstverständlich mit digitalen Werkzeugen. Andernorts fehlen einheitliche Strukturen oder feste Ansprechpersonen. „Wenn heute vor Ort ein Problem auftaucht, muss häufig eine Pastorin, ein Pastor oder jemand aus dem Ehrenamt einspringen“, sagt Erckens. „Manchmal funktioniert das gut. Aber es kann auf Dauer nicht die Lösung sein.“
Der Kirchenkreis hat deshalb Gespräche mit der KAIT GmbH geführt und erste Umstellungen in den Kindertagesstätten des Fachdienstes begleitet. Die Erfahrungen daraus sollen nun in eine umfassendere Zusammenarbeit einfließen. Dabei gibt es eine klare Aufgabenteilung: Die KAIT, der IT-Dienstleister des Kirchenkreises Dithmarschen, kümmert sich um Technik, Administration, Geräte und Störungen. Die neue Stelle setzt dort an, wo die Technik auf den Arbeitsalltag der Menschen trifft.
Und genau das macht die Aufgabe vielseitig: Wie lässt sich eine Teams-Struktur aufbauen, in der Informationen tatsächlich gefunden werden? Wie können bisherige Arbeitsabläufe sinnvoll übertragen werden? Was müssen Mitarbeitende wissen, um sicher mit den Anwendungen umgehen zu können? Und wie erklärt man Funktionen so, dass auch Menschen ohne besondere IT-Kenntnisse schnell damit arbeiten können?
Erklären, beraten, ausprobieren
Gesucht wird deshalb ausdrücklich kein klassischer IT-Support. Gefragt ist vielmehr jemand, der Freude daran hat, digitale Arbeitsweisen verständlich zu machen. Die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter entwickelt Schulungen, bietet digitale Sprechstunden an, begleitet die Key-User vor Ort und erstellt Tutorials, FAQs und kurze Lernvideos. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Funktionen von Microsoft 365 zu erklären. Entscheidend ist die Frage: Was hilft den Menschen konkret bei ihrer Arbeit?
„Wir wollen nicht einfach neue Programme bereitstellen und dann sagen: Nun macht mal“, sagt Oliver Erckens. „Wenn wir unsere Zusammenarbeit verändern, müssen wir die Menschen auf diesem Weg mitnehmen. Dafür brauchen wir jemanden, der zuhört, gut erklären kann und versteht, dass die Anforderungen in einem Kirchenbüro andere sein können als in einer Fachabteilung oder einem Dienst und Werk.“
Dabei bewegt sich die Stelle zwischen ganz unterschiedlichen Menschen und Arbeitsbereichen: Hauptamtliche und Ehrenamtliche gehören ebenso dazu wie Pastor:in, Verwaltungsmitarbeitende oder die Key-User, die Microsoft 365 vor Ort begleiten.
Ein Ort für Wissen im Kirchenkreis
Ein zweiter Schwerpunkt reicht über die Einführung von Teams hinaus. Innerhalb von Microsoft 365 soll ein internes Wissens- und Informationsportal für den gesamten Kirchenkreis entstehen. Informationen, Vorlagen, Hinweise und Arbeitsmaterialien sollen dort so aufbereitet werden, dass Beschäftigte nicht lange suchen müssen, sondern möglichst schnell finden, was sie für ihre Arbeit benötigen.
Die neue Stelle wird dieses Portal gemeinsam mit der Medienabteilung, der Verwaltung sowie den Diensten und Werken konzipieren, aufbauen und anschließend weiterentwickeln. Redaktionelles Denken gehört deshalb genauso zum Profil wie digitales Know-How: Informationen müssen gewichtet, verständlich formuliert und sinnvoll strukturiert werden.
„Microsoft 365 bietet uns die Chance, Zusammenarbeit neu zu organisieren“, sagt Erckens. „Aber ein System wird nicht dadurch gut, dass es technisch viel kann. Es wird dann gut, wenn die Menschen wissen, wo sie etwas finden, wen sie fragen können und wie sie ihre Arbeit damit einfacher organisieren.“
Wen wir suchen:
Gesucht wird deshalb eine Person, die sich sicher in Microsoft 365 und Teams bewegt, aber ebenso gern mit Menschen arbeitet. Jemand, der Strukturen erkennt und entwickelt, erklären und beraten kann, vor einer Gruppe genauso selbstverständlich auftritt wie vor einer Kamera für ein kurzes Lernvideo und Lust darauf hat, digitale Zusammenarbeit im Kirchenkreis nicht nur einzuführen, sondern mitzugestalten. Denn am Ende geht es bei dieser Stelle weniger um Software als um eine ziemlich analoge Aufgabe: Menschen miteinander ins Arbeiten zu bringen.
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