Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Gemeinsam Kirche neu gestalten: Impulsabend der Expedition Kirche

Ratzeburg. Gut 75 Teilnehmende beteiligten sich an einem Impulsabend der „Expedition Kirche“ im Petri-Forum in Ratzeburg (21. Januar 2026). Diskutiert wurden unter dem Titel „Wege zur Transformation im Kirchenkreis“ strategische Ziele und deren Umsetzung im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. 

Projektleiter Holger Wöltjen machte zu Beginn deutlich, dass die grundsätzliche Notwendigkeit von Veränderungen nicht mehr zur Debatte stehe. „Dass wir uns als Kirche verändern müssen – strukturell und inhaltlich – kann und wird hier heute nicht diskutiert“, sagte Wöltjen. Diese Frage sei ausreichend besprochen worden. „Heute geht es nicht mehr um die Frage, ob, sondern wie diese strukturelle und inhaltliche Veränderung gestaltet werden kann.“ Orientierung böten dabei die von der Synode beschlossenen Ziele der “Expedition Kirche”.

“Kirche muss sich verändern”

Zugleich rief Wöltjen zu einer sachlichen Auseinandersetzung auf. In einer Gesellschaft, in der Empörung zunehmend als Argument genutzt werde, sei es wichtig, Gespräche lösungsorientiert zu führen. „So sehr uns alle diese notwendigen Veränderungen persönlich bewegen und emotional herausfordern – bitte ich darum, die heutigen Gespräche unter der Perspektive der sachlichen Lösung zu führen und nicht die eigene emotionale Betroffenheit als Argument zu nutzen“, betonte er.

Im Mittelpunkt des Abends stand die aktive Mitgestaltung des Veränderungsprozesses. Diese Forderung sei im bisherigen Verlauf der Expedition Kirche immer wieder erhoben worden. „Darum sind wir hier heute zusammen“, so Wöltjen. Mit der Chance zur Mitwirkung gehe jedoch auch eine Verantwortung einher: „Die Veränderung wird auch ohne ihre Mitarbeit kommen müssen – aber dann ohne ihre Ideen, ihr Korrektiv und ihre Lösungswege. Und das wäre fatal.“

Vernetzung, Kooperation, Solidarität

Wöltjen sprach über prägende Erzählmuster, mit denen gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen oft gedeutet würden. Klassische Narrative wie die „Heldenreise“ seien für die anstehenden Veränderungen jedoch ungeeignet. „Die Veränderungen, vor denen wir als Kirche stehen, brauchen eine andere Geschichte“, sagte er. Diese müsse von Vernetzung, Kooperation und Solidarität geprägt sein. Voraussetzung dafür sei der Abschied von gegenseitigen Feindbildern: „Kein ‚Wir hier unten‘ gegen ‚die da oben‘, kein ‚unser Kirchturm‘ gegen ‚euer Kirchturm‘. Bei aller Unterschiedlichkeit – lasst uns diese Veränderung gemeinsam gestalten und nicht gegeneinander.“

Im anschließenden Arbeitsprozess arbeiteten die Teilnehmenden in acht Arbeitsgruppen. Drei Gruppen befassten sich mit grundlegenden Ansätzen kirchlicher Entwicklung - dem Ansatz „Kirche im Kontext“, dem Modell der Vitalen Gemeinde sowie das Konzept einer regio-lokalen Kirchenentwicklung. In fünf weiteren Gruppen standen die Themen Profile, Verwaltung, Finanzen, Personal und Gebäude im Mittelpunkt.

Weitere Themenabende: 

Die Expedition Kirche wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Geplant sind zwei Themenabende:
11. Februar 2026, 18–21 Uhr: „Über den Jordan gehen“ – ein Abend für Hoffnungsträger:innen und solche, die es werden wollen (Kirche in Basthorst).
25. März 2026, 18–21 Uhr: „Exnovation und Wirkungsmessung“ (Kirchenkanzlei Lübeck, Großer Saal). Der Zukunftsausschuss der Kirchenkreissynode lädt ein.

Darüber hinaus findet am Dienstag, 27. Januar 2026, von 19 bis 20 Uhr ein digitaler Informationsabend zur Expedition Kirche statt. Themen sind ein Rückblick auf die 30 Ziele der Expedition Kirche sowie die nächsten Schritte im Prozess. Zur Teilnahme hier klicken.