Harry Potter zaubert im Dom zu Lübeck
Lübeck. Der Dom zu Lübeck verwandelt sich in Hogwarts: Am Sonntag, 1. Februar 2026, findet ab 17 Uhr ein zauberhafter Theater-Gottesdienst statt. Die Inszenierung „Lumos! Ein Licht der Hoffnung“ des Kirchenspiels Nordstormarn entführt die Besuchenden in die magische Welt von Harry Potter.
Magie und Glaube, Theater und Bibel, Fantasie und Lebensfragen treffen in dem Gottesdienst aufeinander. Familien, Jugendliche, Konfirmand:innen und alle Fans der weltberühmten Buch- und Filmreihe sind eingeladen – verkleidet oder unverkleidet, aber mit Lust auf ein besonderes Erlebnis.
Theater-Gottesdienst am 1. Februar
Die Idee entstand aus vielen Nachfragen von Kindern und Jugendlichen. „Nachdem wir im Dom schon Familiengottesdienste zu Pettersson und Findus, Star Wars, Halloween oder Nils Holgersson gefeiert haben, kam immer wieder die Frage: Wann gibt es einen Gottesdienst zu Harry Potter?“, sagt Margrit Wegner, Pastorin im Dom zu Lübeck. „Gerade die Konfis lieben die Bücher. Viele Mädchen identifizieren sich mit Figuren wie Hermine Granger oder Ginny Weasley.“
Wann gibt es einen Harry-Potter-Gottesdienst?
Den Anstoß zur Kooperation gab ein Instagram-Beitrag aus der Kirchengemeinde Klein Wesenberg. „Als ich Bilder von dem Harry-Potter-Gottesdienst dort gesehen habe, habe ich spontan die Pastorin Magdalena Brauer-Modrow angeschrieben“, berichtet Wegner. „Innerhalb von zwei Stunden war klar: Das machen wir zusammen. Drei Tage später stand der Termin fest – da passt einfach alles.“ Zahlreiche Konfirmand:innen sowie Teamer:innen vom Jungen Dom stehen bereits in den Startlöchern, um den Gottesdienst mitzugestalten.
Für Magdalena Brauer-Modrow, Pastorin in Klein Wesenberg, liegt der Reiz vor allem in der Verbindung von Theater und Theologie. „Ich liebe Theaterinszenierungen. Mein Jugendmitarbeiter hat 2024 einen Herr-der-Ringe-Gottesdienst gemacht, und ich selbst bin mit Harry Potter groß geworden. Die Geschichten stecken voller christlicher Symbole: Licht und Dunkelheit, Liebe als stärkste Kraft, Gemeinschaft, Zusammenhalt und Hoffnung.“ Der Gottesdienst sei deshalb eher ein szenisches Stück als eine klassische Liturgie. „Es ist mehr ein Theaterstück, in dem aber viele Bibelzitate versteckt sind. Eine Predigt gibt es auch – nur eben anders.“
Geschichten voll christlicher Symbole
Auch Margrit Wegner hat sich dem Stoff neu genähert. Bei einem Besuch der Kathedrale von Durham in Nordengland, einem zentralen Drehort der Harry-Potter-Filme, begann sie, die Bücher noch einmal anders zu lesen. „Ich ahne inzwischen, was Millionen Menschen daran fasziniert“, sagt sie. „Die Suche nach Sinn, nach einem gelingenden Leben, die Frage nach Gut und Böse – das sind uralte Menschheitsfragen.“ Besonders das Motiv der Liebe berühre sie: „Wenn es etwas gibt, das Lord Voldemort nicht versteht, dann ist es Liebe. Diese Liebe, die stärker ist als der Tod, verstehen Kinder sofort.“
Mitbringbuffet im Ostchor des Doms
Im Anschluss an den Gottesdienst, der am 1. Februar 2026 um 17 Uhr beginnt, wird der Ostchor des Doms zur Großen Halle von Hogwarts. Vier Haustische in den Farben von Gryffindor, Ravenclaw, Slytherin und Hufflepuff laden zu einem Mitbringbuffet ein. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagen die Pastorinnen.