Vor der Sanierung: St. Marien lädt zum Abschiedswochenende
Lübeck. Es ist ein Abschied auf Zeit – und zugleich ein historischer Moment: Ab Montag, 2. November 2026, wird die Lübecker St.-Marien-Kirche für viele Monate wegen umfassender Sanierungsarbeiten geschlossen. „Wer die Kirche noch einmal so erleben möchte, wie sie heute ist, hat am letzten Oktoberwochenende dazu Gelegenheit“, lädt Pastor Robert Pfeifer ein. Von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. November, gibt es in der Kirche ein Abschiedswochenende.
„Das Wochenende richtet sich an alle Menschen aus Lübeck und darüber hinaus, die sich von dem vertrauten Erscheinungsbild der Marienkirche verabschieden möchten“, so Pfeifer weiter. Denn mit Beginn der Sanierung werde sich der Kirchenraum für lange Zeit grundlegend verändern. „Die Marienkirche wird danach nicht mehr genau so aussehen wie heute.“ Für die Stadt Lübeck sei die Schließung deshalb weit mehr als der Beginn einer Baustelle - sie markiere eine historische Zäsur.
Das Programm des Abschied-Wochenendes:
Freitag, 30. Oktober, ab 20 Uhr:
Den Auftakt bildet am Freitagabend ab 20 Uhr eine offene Kirche. In theologischen und kunsthistorischen Führungen können Besucherinnen und Besucher bis 22 Uhr die Kunstwerke und Altäre der Marienkirche noch einmal aus neuen Perspektiven kennenlernen. Fachleute stehen außerdem für Gespräche über das geplante Bauvorhaben, die anstehende Sanierung und archäologische Funde zur Verfügung.
Sonnabend, 31. Oktober, 12 Uhr:
Am Reformationstag lädt Pastor Robert Pfeifer um 12 Uhr zum Gottesdienst ein. Reformation heißt Veränderung – und auch Kirchen sind nie für die Ewigkeit unverändert. Was Martin Luther vor mehr als 500 Jahren angestoßen hat, hat Kirchenräume, Glauben und Gottesdienste nachhaltig geprägt. Nun steht die Marienkirche selbst vor einem großen Veränderungsprozess: Die Sanierung beginnt. Ein Gottesdienst über das, was sich verändern muss, was bleiben soll und warum ein Kirchenraum immer auch Geschichte erzählt. Im Anschluss findet ab 13.30 Uhr die Gemeindeversammlung statt.
Sonntag, 1. November, 12 Uhr:
Am Sonntag, 1. November, findet um 12 Uhr ein Gottesdienst mit Propst Oliver Erckens statt. Anschließend sind alle Besucherinnen und Besucher zu warmen Getränken und zum Gespräch mit Propst Erckens und Pastor Pfeifer eingeladen.
Montag, 2. November:
Ab Montag ist die Marienkirche für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Sanierungsarbeiten beginnen.
Ganz verschwinden werde die Kirche für Besucherinnen und Besucher jedoch nicht: „Der Eingangsbereich bleibt mit einem Infozentrum geöffnet. Durch Fenster in der Staubschutzwand können Passantinnen und Passanten einen Blick in die Baustelle werfen und miterleben, wie sich die Kirche Schritt für Schritt verändert“, informiert Robert Pfeifer. „In der Briefkapelle werden Gottesdienste, Andachten und Seelsorge-Angebote stattfinden.“ Spezielle Baustellenführungen und weitere Informationsmöglichkeiten sind zu einem späteren Zeitpunkt geplant. „Das breite Angebot an Führungen in die Türme und Gewölbe bleibt über die Sanierungszeit weiter erhalten.“