Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

„Ukraine – Solidarität und Gedenken“: Aufruf zur Kundgebung in Lübeck

Lübeck. Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn der russischen Invasion in die Ukraine zum vierten Mal. Zahlreiche Organisationen, Parteien, Sozialverbände und Kirchen – unter anderem der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg – laden zu einer Kundgebung unter dem Titel „Ukraine – Solidarität und Gedenken“ ein.

Dieser Krieg ist nicht abstrakt 

„Dieser Krieg ist nicht abstrakt. Er betrifft Menschen. Er betrifft Europa. Er betrifft auch uns“, heißt es im gemeinsamen Aufruf. Seit vier Jahren leben Millionen Menschen in der Ukraine unter Bomben, verlieren ihre Häuser, ihre Energieversorgung, ihre Sicherheit – und unzählige Menschen verlieren ihr Leben. Familien werden auseinandergerissen, Städte zerstört, Kinder wachsen im Krieg auf.

Kerzen für die vielen Opfer 

Im Mittelpunkt der Kundgebung, die am 24. Februar 2026 ab 17 Uhr auf dem Markt in Lübeck stattfindet, stehen das Gedenken an die Gefallenen und zivilen Opfer sowie ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Neben Redebeiträgen werden die Teilnehmenden gemeinsam Kerzen auf dem Markt entzünden. Die Veranstaltenden bitten darum, Kerzen möglichst in Gläsern oder mit geeigneter Unterlage mitzubringen.

Propst Graffam: Ich steh an der Seite der Leidtragenden

Philip Graffam, Propst im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, betont die geistliche und gesellschaftliche Verantwortung: „Wir kommen zusammen im Gedenken an die Opfer des Angriffskrieges und im Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine. Ich stehe an ihrer Seite“, erklärt er.

Mit Blick auf Psalm 34,15 – „Suche Frieden und jage ihm nach“ – beschreibt Graffam die innere Spannung, die ihn bewegt: „Dieser Ruf ist für mich eindeutig – und zugleich lebe ich als Christ und gläubiger Mensch in einer schmerzhaften Spannung. Ich sehne mich nach einem Ende aller Gewalt. Ich bete darum, dass Waffen schweigen. Und doch sehe ich, dass ein angegriffenes Land das Recht hat, sich zu verteidigen.“

Für ihn gehöre diese Zerrissenheit zu einem ernstgenommenen Friedensglauben: „Christliche Friedenssehnsucht bedeutet nicht, Unrecht zu übergehen. Sie hält aus, dass Frieden ohne Gerechtigkeit nicht bestehen kann.“ Er benenne klar „die Gewalt des Aggressors“ und beklage das Leid, das dieser Krieg über unzählige Menschen bringe. „Meine Solidarität gilt denen, die angegriffen werden, ihre Freiheit verteidigen und um ihr Leben fürchten.“

Als Propst sehe er sich in besonderer Verantwortung: „Ich möchte als Kirche an der Seite der Leidtragenden stehen. Ich bete um einen gerechten Frieden und halte an der Hoffnung fest, dass Gottes Frieden weiter reicht als Hass und Zerstörung.“ Darum lade er ein, gemeinsam ein Zeichen zu setzen – „im Gedenken, im Gebet und in öffentlicher Verbundenheit“.