Orgel in St. Lorenz Travemünde

Die Kirche wurde 1235 erstmals erwähnt. Nach einer Feuersbrunst im Jahr 1522 wurde sie 1557 wieder aufgebaut und erhielt zwischen 1584 und 1586 eine Orgel. 1642/43 folgte ein neues Instrument von Friedrich Stellwagen mit 20 klingenden Stimmen. 1886 musste das mehrfach umgebaute Instrument einem Neubau der Orgelbauanstalt Schlag & Söhne weichen. Der bisherige Standort der Orgeln war die Westwand. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts strebte der Kirchengemeinderat einen Orgelneubau an.

Um die Bedeutung der Kirchenmusik hervorzuheben und um eine liturgische Einheit zwischen Altar, Kanzel und Musik im Chorraum herzustellen, bekam das neue Instrument seinen Platz an der Südwand, gegenüber der Kanzel. 1966 schuf die Hamburger Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath das neue Orgelwerk mit zwei Manualen, Pedal und 27 Stimmen.

Der neue Standort hat sich aus akustischen und architektonischen Gründen nicht bewährt, so dass diese Orgel im Zuge einer großen Kirchenrenovierung im Jahr 1991 mit neuem Prospekt wieder auf die Westempore gestellt wurde. Dabei erhielt sie zwei weitere Pedalregister und eine neue Spieltraktur. Die Arbeiten wurden von der Kieler Orgelbaufirma Hinrich Otto Paschen durchgeführt.

In der St. Lorenz-Kirche finden vor allem in den Sommermonaten viele Konzerte statt. Die Orgel erklingt regelmäßig zu Marktkonzerten an jedem Donnerstag von Juni bis September.

Daten: 29 Register, zwei Manuale und Pedal, mechanische Spieltraktur, elektrisches Regierwerk mit 64-facher Setzeranlage, Normalkoppeln

Disposition

Koppelmanual  (1. Manual)
Die im Hauptwerk und gleichzeitig im Brustwerk gezogenen Register können auf dem 1. Manual gekoppelt gespielt werden.

1. Man. Rückpositiv2. Man. HauptwerkPedal
(C - g’’’)(C - g’’’)(C - f1)
Gedackt 8’Quintadena 16’Prinzipal 16’
Prinzipal 4’Prinzipal 8’Subbass 16’
Blockflöte 4’Rohrflöte 8’Prinzipal 8’
Waldflöte 2’Octave 4’Gedackt 8’
Sifflöte 1 1/3’Koppelflöte 4’Octave 4’
Sesquialtera 2 f.Nasard 2 2/3’Nachthorn 2’
Scharff 4 f.Octave 2’Rauschpfeife 4 f.
Krummhorn 8’Flachflöte 2’Fagott 16’
Schalmey 4’Mixtur 4-6 f.Trompete 8’
TremulantTrompete 8’Trompete 4’

Orgel in der Friedhofskapelle Travemünde
1983 Orgelbau Claus Sebastian (Geesthacht)

1 Manual, mechanische Schleiflade

Disposition

Manual C – d3
Rohrflöte 8’
Prinzipal 4’
Waldflöte 2’
Spitzquinte 1 1/3’