Sandesneben

Abschied aus dem Kirchenkreis: Doris Pfeifer verlässt Sandesneben

Sandesneben. Nach fünf Jahren als Pastorin in der Kirchengemeinde Sandesneben verabschiedet sich Doris Pfeifer aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Am 14. Juni 2026 ab 14 Uhr ist der Verabschiedungsgottesdienst in der Sandesnebener St. Marienkirche. Ab August übernimmt sie eine Pfarrstelle in Hamburg-Horn.

Abschied mit großer Dankbarkeit

Mit großer Dankbarkeit blickt die 49-Jährige auf diese prägende Zeit zurück. „Ich bin dankbar für das, was mit vereinten Kräften hier gewachsen ist“, sagt sie. Gleichzeitig freue sie sich auf die neue Aufgabe und „mit Neugier auf das, was jetzt kommt“. Ihre Zeit in Sandesneben fasst sie in drei Worten zusammen: „Lebendig, leidenschaftlich, menschlich.“

Der Wunsch, Pastorin zu werden, entstand früh. Aufgewachsen in einer Pfarrersfamilie in Braunlage im Harz, war Kirche fester Bestandteil ihres Alltags. Schon als Jugendliche übernahm sie Verantwortung, leitete eine Jugendgruppe und absolvierte einen Prädikantenkurs. „Ich habe auch schon als Schülerin gern Gottesdienste gehalten und bin über die Dörfer getingelt“, erinnert sie sich. Ihr Studium führte sie nach Bethel, Leipzig, Windhoek und Münster. Nach dem Vikariat in Braunschweig arbeitete sie im Probedienst bei Wolfenbüttel, bevor sie acht Jahre in Berkenthin tätig war und schließlich nach Sandesneben kam.

Jugend, Ehrenamtliche und Seelsorge

Die Arbeit mit jungen Menschen war über viele Jahre ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Besonders gern habe sie den Konfirmandenunterricht gestaltet. „Ich habe im Pfarrsprengel Marien inzwischen einige Generationen von Konfirmandinnen und Konfirmanden begleitet“, sagt sie. Eine Reihe junger Menschen sei der Jugend im Mariensprengel auch nach der Konfirmation verbunden geblieben und engagiere sich heute als Teamerinnen und Teamer. 

Einen besonderen Stellenwert für Doris Pfeifer hatte außerdem der Wiederaufbau des Besuchsdienstkreises nach der Corona-Pandemie: Ehrenamtliche besuchen ältere Menschen zu Geburtstagen oder in schwierigen Lebenssituationen. „Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die sich dort engagieren“, sagt sie. Ein weiteres Herzensanliegen war die Notfallseelsorge.

Kirchenasyl in Sandesneben: Unterstützung für Geflüchtete

Eindrucksvoll war für Doris Pfeifer die Begleitung des Kirchenasyls in Sandesneben. Über viele Jahre fanden im sogenannten „Hoffnungsgrund“ Menschen Zuflucht, deren Asylverfahren erneut geprüft werden sollten. „Die Begleitung der Kirchenasyle, die hier in der Kirchengemeinde mit vereinten Kräften gelungen ist, dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie. 

Seit 2015 wurden in Sandesneben rund 50 Kirchenasyle begleitet. Damit entwickelte sich die Gemeinde zu einem wichtigen Standort innerhalb der Nordkirche. Pastorin Pfeifer bedauert, dass dieses Jahr die Kirchenasyl-Arbeit im „Hoffnungsgrund“ beendet wird. Ausschlaggebend sind die hohe Belastung der Beteiligten sowie veränderte Rahmenbedingungen im Umgang mit Kirchenasyl. Aber: Die Begleitung der Geflüchteten im “Hoffnungsgrund” geht weiter.

Der Kirchberg und die Berg-Retter

Auch die Entwicklungen rund um den Kirchberg und das Engagement der „Berg-Retter“ werden ihr in Erinnerung bleiben. Denn in den kommenden Jahren müsse der Kirchberg saniert werden. „Es gibt in Sandesneben viele engagierte Menschen, die sich dafür einsetzen, die Kirche zu erhalten und zu beleben“, sagt sie. Mit Konzerten, Kulturveranstaltungen und neuen Ideen sei ein lebendiger Treffpunkt entstanden. Die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde, Kommune und Initiativen habe sich dabei deutlich intensiviert.

Neuer Lebensabschnitt für die Familie

Mit dem Wechsel nach Hamburg beginnt für Doris Pfeifer und ihre Familie ein neuer Lebensabschnitt. Mitte Juli zieht die Familie in das Pastorat nach Hamburg-Horn. Dort arbeitet ihr Mann Tobias Pfeifer bereits seit September 2024 als Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche und pendelt bislang fast täglich von Schönberg in die Hansestadt. Auch für die beiden Kinder stehen Veränderungen bevor: „Unsere Tochter wird im August für ein Jahr nach Kanada gehen und unser Sohn einen Freiwilligendienst in Paraguay beginnen.“

Für die Zukunft der Kirchengemeinde wünscht sie sich, dass erfolgreiche Projekte fortgeführt werden: „Ich hoffe, dass die Berg-Retter weiterhin die Rahmenbedingungen haben, um ihre wichtige Arbeit für die Menschen hier vor Ort fortzuführen.“ Die Aufgaben im Pfarrsprengel Marien werden zunächst im Team neu verteilt, sodass die Gemeinde Sandesneben weiterhin Ansprechpartner:innen haben wird.