Ausstellung in St. Petri Lübeck: „PERMEABLE CONDENSATION“
Lübeck. Mit der Ausstellung „PERMEABLE CONDENSATION“ rücken die Overbeck-Gesellschaft und St. Petri zu Lübeck das Element Wasser vom 19. Juli bis 29. August 2026 in den Mittelpunkt. Internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen Arbeiten, die Wasser als Naturphänomen sowie in Verbindung mit Erinnerung, Wandel und gesellschaftlichen Fragen in den Fokus setzen.
Die Ausstellung entstand unter der Leitung der Kuratorin Paula Kommoss gemeinsam mit Ko-Kuratorin Talia Walther. Arbeiten von Eda Aslan, Hanne Darboven, Hans Haacke, Saodat Ismailova und Helena Uambembe werden in der Overbeck-Gesellschaft und in St. Petri präsentiert.
Wasser, Sand und gesellschaftlicher Wandel
Den ersten Teil der Ausstellung bildet in der Overbeck-Gesellschaft ein Werk der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven, das sich mit dem Begriff „Sand“ auseinandersetzt. Im zweiten Teil, in der Petrikirche Lübeck, macht Hans Haackes Installation „Circulation“ sichtbar, dass Wasser niemals stillsteht. In einem geschlossenen Röhrensystem bleibt es dauerhaft in Bewegung. Saodat Ismailova richtet den Blick auf den fast vollständig verschwundenen Aralsee und fragt, welche Spuren zurückbleiben, wenn Wasser verschwindet. Helena Uambembe beschäftigt sich anhand einer Glücksbrunnen-Installation mit der Frage, wer Zugang zu Wasser hat und wie eng diese lebenswichtige Ressource mit Macht und Gerechtigkeit verbunden ist.
Eda Aslan verbindet Trauer und Heilung
Besonders eindrücklich ist die Installation der Künstlerin Eda Aslan. In langen, mundgeblasenen Glasgefäßen befindet sich Meerwasser von der türkischen Mittelmeerküste. Aslan greift damit einen alten Brauch aus dem östlichen Mittelmeerraum auf. Menschen sammelten nach dem Tod nahestehender Personen ihre Tränen in kleinen Gefäßen. Verdunstete das Wasser und blieb nur noch das Salz zurück, galt dies als Zeichen dafür, dass die Zeit der Heilung begonnen hatte. „Mich beschäftigt die Spannung zwischen Trauer und Heilung. Ziel ist, dass das Wasser im Laufe der Ausstellung langsam verdunstet und am Ende nur noch das Salz übrigbleibt“, sagt die Künstlerin.
St. Petri Lübeck öffnet Raum für zeitgenössische Kunst
Pastorin Lilly Schaack freut sich sehr, dass ein Teil der Ausstellung in St. Petri gezeigt wird: „Gerade in den Sommermonaten kommen so viele Touristinnen und Touristen in unsere Kirche. Ich finde es schön, dass sie hier von Kunst überrascht werden und etwas entdecken, das sie in einer Kirche vielleicht nicht erwarten.“
Die Ausstellung ist vom 19. Juli bis 29. August 2026 in der Overbeck-Gesellschaft und in St. Petri zu Lübeck zu sehen.