Engagement in Mölln: Ayomide Odunuga erhält Jugendehrenamtspreis 2026
Mölln. Sie ist aufgeweckt, neugierig und voller Ideen und sie übernimmt Verantwortung, wo andere noch zögern. Ayomide Jannika Odunuga ist 16 Jahre alt, Schülerin am Berufsbildungszentrum Mölln und seit ihrem zwölften Lebensjahr ehrenamtlich engagiert. Für ihren vielfältigen Einsatz in Politik, Gesellschaft und Kirche wurde sie mit dem Jugendehrenamtspreis 2026 der Gemeinschaftsstiftung Mölln ausgezeichnet. Damit werden bereits seit 2012 junge Menschen für ihren besonderen Einsatz im Ehrenamt geehrt.
„Ich glaube, ich bin erst am Anfang meiner Reise“, sagt Ayomide mit einem Lächeln. „Ich möchte noch viel mehr lernen und noch besser werden in dem, was ich mache.“
Mitbestimmung im Kinder- und Jugendbeirat
Zum Ehrenamt kam Ayomide aus eigenem Antrieb. Ein Aufruf zur Wahl des Kinder- und Jugendbeirats (KJB) hatte ihre Aufmerksamkeit geweckt. „Davor wusste ich gar nicht, dass man als Kind die Möglichkeit hat, in solchen Gremien mitzureden“, erinnert sie sich. „Das hat mich total überrascht.“
Mit gerade einmal zwölf Jahren kandidierte sie und ist seitdem ununterbrochen aktiv. Inzwischen wurde sie erneut gewählt und leitet den KJB als Vorsitzende. Sie organisiert die Arbeit des Gremiums, vertritt die Anliegen junger Menschen in der Stadt und nimmt regelmäßig an Sitzungen städtischer Ausschüsse teil.
Ihre Haltung ist deutlich: „Ich bin lange nicht zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Wir haben noch viele Hürden vor uns.“
Einsatz gegen Kinderarmut und für Erinnerungskultur
Auch über Möllns Stadtgrenzen hinaus übernimmt Ayomide Verantwortung. Im Jugendforum des Kreises Herzogtum Lauenburg engagiert sie sich für eigene Projekte, die Gemeinschaft fördern und Jugendlichen Raum für Ideen geben. „Man spürt, dass viele Lust haben, etwas zu bewegen. Das motiviert total“, sagt sie.
Darüber hinaus engagiert sie sich am Runden Tisch gegen Kinderarmut und wirkt in einer Arbeitsgruppe des Vereins Miteinander Leben e.V. mit. Gemeinsam setzen sie sich für die Einrichtung eines Gedenkortes ein, der an den rechtsextremen Brandanschlag in der Ratzeburger Straße in Mölln im Jahr 1992 erinnert – ein Ereignis, das bislang nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hat. Im Fokus stand bisher vor allem der Anschlag in der Mühlenstraße. „Es ist wichtig, dass solche Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten“, betont sie.
Evangelische Jugendarbeit in Mölln
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Mölln. Seit ihrer Konfirmation ist Ayomide als Teamerin aktiv, begleitet Freizeiten und gestaltet die Kinderbibelwoche im Heilig-Geist-Zentrum mit.
„Man freut sich jedes Jahr auf bekannte Gesichter“, erzählt sie. „Und es ist schön, neue Kinder zu begeistern. Mit ihnen zu basteln, zu singen und ihnen zu helfen, macht mir einfach Spaß.“
Für Ayomide ist das Ehrenamt vor allem Gemeinschaft und Austausch. „Ich mag den Kontakt zu Menschen und das Miteinander“, sagt sie. „Ich könnte mir gar nicht vorstellen, ohne Ehrenamt zu leben.“
Verantwortung in Schule und Alltag
Auch in der Schule übernimmt Ayomide Verantwortung. Am Berufsbildungszentrum Mölln besucht sie den gymnasialen Zweig mit Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre. Als Klassensprecherin und stellvertretende Schülersprecherin wirkt sie an Projekten mit, die den Zusammenhalt und die Mitbestimmung an ihrer Schule stärken.
Engagement ist für sie längst Teil des Alltags. „Das ist wie ein Hobby, das man schon ganz lange macht“, so Ayomide. „Es fühlt sich einfach richtig an.“
Mit dem Jugendehrenamtspreis erhält Ayomide nicht nur Anerkennung, sondern auch Rückenwind. „Es zeigt mir, dass gesehen wird, was wir machen“, sagt sie. „Aber ich weiß auch: Da geht noch viel mehr.“