Geistliches Wort

Biblische Spurensuche: Warum Bienen eine besondere Rolle spielen

Bienen summen nicht nur durch unsere Gärten, sondern auch durch die Bibel. Die Erzählung vom Honig im toten Löwen zeigt eindrucksvoll: Selbst an Orten, die von Verlust und Hoffnungslosigkeit geprägt sind, kann Gott Neues und Gutes entstehen lassen. Gedanken dazu von Myriam Singer, Mitarbeiterin in der Medienabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

Die Geschichte vom toten Löwen und den Bienen 

Aus der Bibelstelle Altes Testament, Richter 14, 8–9: "...Als er wieder an der Stelle vorbeikam, wo er den Löwen getötet hatte, sah er, dass sich in dem toten Tier ein Bienenschwarm eingenistet hatte und es war auch schon Honig da." 

Ausgerechnet im toten Leib des Löwen ist etwas Gutes entstanden.

Auch wir stehen oft vor Situationen, die wie ein "toter Löwe" wirken: Orte der Niederlage, des Schmerzes oder der ausweglosen Not. 

Nicht jede Not kam von außen! Manche "toten Löwen" in unserem Leben sind die Überreste von etwas, das wir selbst verursacht haben: Durch falsche Entscheidungen, verletzende Worte, versäumte Chancen, Schuld, Stolz oder eigene Wege. Gerade unter dem was wir selbst zerstört haben, leiden wir häufig besonders stark. Wir fragen uns "Kann hier noch etwas Gutes wachsen?" Wir sehen den Kampf, die Krankheit, die zerbrochene Beziehung oder die finanzielle Sorge - den riesigen Kadaver unseres Problems. 

Kann hier noch etwas Gutes wachsen?

Doch genau an solchen Orten kann Gott Leben aus dem Tod hervorbringen. 

Die Geschichte vom Honig im Löwen erinnert uns daran, dass Gottes Lösungen oft mitten in dem, was wir bereits abgeschrieben haben, entstehen. Nicht weil das Geschehene gut war, sondern weil Gottes Gnade durch Jesus Christus größer ist als unser Versagen.

Der Honig war nicht "neben" dem toten Löwen zu finden, sondern "in" ihm. So kann Gott auch in unseren schwersten Erfahrungen Neues, Wunderbares schaffen. Er erwartet nicht, dass wir eine Antwort haben, sondern dass wir ihm vertrauen. Er will uns zeigen, dass selbst dort, wo wir uns kein gutes Ende mehr vorstellen können, etwas völlig Neues entstehen kann.

Vielleicht haben wir heute keine Lösung für unser Problem. Aber wir haben Zugang zu dem Gott, der Lösungen kennt und der sogar aus dem "Kadaver" unserer Not neuen "Honig" für unseren Weg schaffen kann.

Gott ist nur ein Gebet entfernt: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen." (Psalmen 50,15)