Lübeck

20,5 Millionen Euro für Sanierung von St. Marien und Dom in Lübeck

Lübeck/Berlin. Mit insgesamt 20,5 Millionen Euro fördert die Behörde des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die umfassende Sanierung von St. Marien und des Doms zu Lübeck. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer besuchte am Dienstag beide Kirchen und übergab die Förderbescheide an Landesbischöfin Kristina Kühnbaum‑Schmidt sowie Marienpastor Robert Pfeifer und Pastorin Margrit Wegner und Pastor Martin Klatt vom Dom.

Bundesförderung stärkt kulturelles Erbe

"Der Lübecker Dom und die Kirche St. Marien machen sichtbar, warum es wichtig ist, unsere Kulturbauten zu erhalten: Sie bewahren Geschichte, schaffen Räume für Begegnung und geben auch kommenden Generationen Orientierung – sie stiften Identität weit über ihre religiöse Funktion hinaus", so Kulturstaatsminister Weimer. “Diese Orte müssen gepflegt und erhalten werden. Es freut mich, dass wir dieses Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 20,5 Millionen Euro unterstützen können. Mein Dank gilt den engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern, die hier mit großem Engagement arbeiten, sowie der Kirchengemeinde und dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, der regelmäßig Gelder für Investitionen in Kulturbauten im gesamten Land zur Verfügung stellt.”

Weimer besuchte zunächst St. Marien, im Anschluss ging es bei einem Spaziergang durch das sommerliche Lübeck weiter zum Dom. Begleitet wurde sein Besuch von zahlreichen Vertreter:innen aus der Landes- und Stadtpolitik, sowie von Engagierten aus der Stadtgesellschaft, von Stiftungen und Kirchen.

St. Marien zu Lübeck: Lebendiges Stück eines gemeinsamen Erbes

In St. Marien erläuterte Pastor Robert Pfeifer an einer offenen Grabungsstelle den Stand der archäologischen Probeschürfungen zur Vorbereitung weiterer Arbeiten am Fußboden. Im Anschluss erfolgte die Übergabe des Förderbescheids in Höhe von 14 Millionen Euro.

Pastor Pfeifer zeigte sich bewegt von der Unterstützung des Bundes: “Die Förderung des Bundes ist für unsere Kirchengemeinde mit all ihren Ehrenamtlichen ein starkes Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens. Dafür sind wir von Herzen dankbar. Mit dieser Unterstützung können wir die dringend notwendige Sanierung der Lübecker Marienkirche in Angriff nehmen und zugleich unserer gemeinsamen Verantwortung für dieses einzigartige Bauwerk gerecht werden. St. Marien ist weit mehr als ein Gotteshaus – sie ist ein herausragender Teil des UNESCO‑Weltkulturerbes der Hansestadt Lübeck und ein Ort von nationaler und internationaler Bedeutung. Wir sind stolz, gemeinsam mit Bund, Land, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck‑Lauenburg und vielen weiteren Partnern dazu beizutragen, dieses kostbare kulturelle und geistliche Erbe für kommende Generationen zu bewahren.”

Kirchen als Orte der bergenden Hoffnung und Weltkultur

“Unsere Kirchen laden dazu ein, himmelwärts zu blicken. Sie zu erhalten heißt, mit dafür zu sorgen, dass die Blickrichtung himmelwärts, die Blickrichtung der Hoffnung, Liebe und Barmherzigkeit nicht verloren geht”, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum‑Schmidt. “Ich bin von Herzen dankbar für das große Engagement, das diesen Tag möglich gemacht hat. Mein Dank gilt den Engagierten in den Kirchengemeinden, der Stiftung 7Türme+, den Mitarbeitenden in Verwaltung und Politik sowie allen, die diesen segensreichen Weg von der ersten Antragstellung bis zur Bewilligung mitgetragen haben. Ebenso danke ich dem Bund für das Vertrauen, das er mit dieser Förderung zum Ausdruck bringt.”

Dom zu Lübeck: Baumaßnahmen können beginnen

Beim anschließenden Besuch des Doms zu Lübeck überreichte der Staatsminister den Förderbescheid über 6,5 Millionen Euro. Pastor Martin Klatt betonte die Bedeutung der Förderung für das Großprojekt der Türmesanierung: “Die Bewilligung der Gelder bedeutet viel für den Dom. Was mich sehr bewegt, ist Freude und Dankbarkeit: So viele Menschen und Ehrenamtliche haben sich über Jahre dafür eingesetzt und daran gearbeitet, dies möglich werden zu lassen – in der Kirchengemeinde, auf politischer Ebene, in Ausschüssen, in der Verwaltung. Ihnen allen gebührt großer und herzlicher Dank. Und nun können die Baumaßnahmen wirklich beginnen. Was für eine Freude!”

Auf der Baustelle zu Füßen der Domtürme erläuterte Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg Hintergründe zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen. 

Gemeinsame Verantwortung für das kulturelle Gedächtnis

"Der Erhalt unserer Kirchen ist Teil unserer gemeinsamen Verantwortung", so Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. “Ich bin von Herzen dankbar für diese bedeutenden Bundesmittel. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass wir als Nordkirche hier in Lübeck diese herausragenden Zeugnisse unseres kulturellen Gedächtnisses bewahren und für kommende Generationen sichern können.” Sie unterstrich: ”Kirchengebäude sind nicht nur steinerne Zeugen unserer Vergangenheit – sie sind Räume, in denen Menschen bis heute und auch zukünftig Geborgenheit, Stärkung und Gottes Segen auf ihrem Weg durch das Leben erfahren."