Lübeck-Lauenburg

Ein offenes Ohr haben: TelefonSeelsorge sucht Ehrenamtliche

Lübeck. Menschen in Krisen begleiten, zuhören und Halt geben: Die TelefonSeelsorge Lübeck sucht engagierte Ehrenamtliche. Im Herbst startet ein neuer Ausbildungskurs für alle, die sich vorstellen können, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Interessierte können sich bis Ende Juli melden.

Ehrenamt bei der TelefonSeelsorge Lübeck

Rund um die Uhr, 24 Stunden an jedem Tag im Jahr, finden Menschen bei der TelefonSeelsorge ein offenes Ohr. In Lübeck übernehmen derzeit 70 Ehrenamtliche diesen Dienst und führen gemeinsam rund 13.000 Gespräche im Jahr. Deutschlandweit sind es im Jahresverlauf rund 1,3 Millionen Gespräche in 104 TelefonSeelsorge-Stellen.

„Wir suchen Menschen mit Lebenserfahrung, die gut zuhören können und bereit sind, anderen aufmerksam zu begegnen“, sagt Pastor Frank Gottschalk, Leiter der TelefonSeelsorge Lübeck. Besonders wichtig seien Empathie, psychische Stabilität und die Fähigkeit, sich nach belastenden Gesprächen wieder abzugrenzen.

Wer selbst Krisen erlebt und bewältigt hat, bringt häufig wertvolle Erfahrungen mit. Gleichzeitig gehe es nicht darum, Lösungen vorzugeben. „Das, was mir selbst geholfen hat, muss nicht automatisch auch anderen helfen“, betont Gottschalk. Im Mittelpunkt stehe das Zuhören.

Ausbildung für die TelefonSeelsorge startet im Herbst

Der neue Ausbildungskurs beginnt im Herbst. Die Ausbildung erstreckt sich über ein Jahr und verbindet theoretische Inhalte mit praktischen Erfahrungen. Die Teilnehmenden treffen sich regelmäßig in einer festen Gruppe und lernen unter anderem Gesprächsführung, Krisenkommunikation und den Umgang mit belastenden Situationen. Im Laufe der Ausbildung begleiten erfahrene Ehrenamtliche die angehenden Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger. Schritt für Schritt sammeln sie praktische Erfahrungen, bevor sie selbst Gespräche übernehmen.

Die TelefonSeelsorge Lübeck sucht Menschen, die bereit sind, sich langfristig einzubringen. „Wir wünschen uns Interessierte, die uns mindestens drei Jahre ihrer Zeit schenken möchten. Ein Jahr Ausbildung und anschließend mindestens zwei Jahre Mitarbeit“, erklärt Gottschalk.

Gemeinschaft und Unterstützung im Ehrenamt

Die Arbeit bei der Telefonseelsorge erfolgt nicht allein. Regelmäßige Supervisionen, Fortbildungen und der Austausch im Team gehören fest dazu. Sie helfen dabei, Erlebtes zu reflektieren und die eigene seelische Gesundheit zu stärken.

„Das, was wir am Telefon erleben, teilen wir auch miteinander, wenn es uns belastet“, sagt Pastor Gottschalk. Die Ehrenamtlichen unterstützen sich gegenseitig und bilden eine starke Gemeinschaft. Dieses Vertrauen und der Zusammenhalt im Team wird auch durch gemeinsame Veranstaltungen und Feste gestützt. Für viele Engagierte sei genau diese Kombination aus sinnstiftender Aufgabe und verlässlicher Gemeinschaft ein wichtiger Grund, über viele Jahre dabei zu bleiben.

TelefonSeelsorge bietet Hilfe rund um die Uhr

Die TelefonSeelsorge gehört zu den niedrigschwelligsten Hilfsangeboten in Deutschland. Anrufende bleiben anonym, ebenso die Menschen am Telefon. Die Gespräche sind vertraulich und kostenlos.

„Viele Menschen brauchen manchmal auch einfach jemanden, der ein Gespräch mit ihnen führt und ihnen zuhört“, sagt Gottschalk. Besonders das Thema Einsamkeit spiele in vielen Gesprächen eine große Rolle. Die Möglichkeit, jederzeit und anonym mit einem anderen Menschen sprechen zu können, habe deshalb eine hohe gesellschaftliche Bedeutung.

Anmeldung für das Ehrenamt

Wer sich für die ehrenamtliche Mitarbeit interessiert, kann sich bis Ende Juli 2026 bei Frank Gottschalk melden. Per Telefon unter der Nummer 0451 / 302 481 oder per E-Mail an fgottschalk@kirche-ll.de.

Nach einem ersten Informationsgespräch lernen sich Interessierte und TelefonSeelsorge Lübeck bei einem gemeinsamen Auswahltag näher kennen.