Lübeck

Gesucht: Ehrenamtliche für die City-Seelsorge in St. Marien

Lübeck. An St. Marien zu Lübeck wird ein neues Seelsorge-Angebot für Besuchende gestartet. Einmal in der Woche öffnen ausgebildete Ehrenamtliche den Raum für vertrauliche Gespräche - Personen, die sich engagieren möchten, können sich ab sofort melden.

"Seelsorge - Zeit für ein Gespräch" steht in roten Lettern über dem Zugang zur kleinen Kapelle in St. Marien - noch etwas unscheinbar auf dem Glas, fast nur sichtbar für den, der es weiß. Doch bald sollen hier Schilder den Weg in den weißen Raum mit den hohen gotischen Fenstern und den Engeln an der Decke weisen. Denn Marien-Pastor Robert Pfeifer ist gerade dabei, mit Ehrenamtlichen ein neues Angebot aufzubauen: die City-Seelsorge. "Menschen kommen aus vielen Gründen in die Marienkirche: als Gäste unserer Stadt, zum Gebet, aus Neugier, auf der Suche nach Ruhe, Trost oder Orientierung", sagt Pfeifer. “Nicht selten entsteht dabei der Wunsch nach einem Gespräch – nach einem Menschen, der zuhört, Anteil nimmt und ein Stück des Weges mitgeht.”

Positive Resonanz auf Seelsorge-Angebot

Ein offenes Ohr für die, die vorbeikommen - schon 2019 gab es dieses Angebot in der Marienkirche, doch dann kam Corona und die Verunsicherung war groß. Als nun eine Frau, die ihre Seelsorge-Ausbildung gerade abgeschlossen hatte, wieder auf Robert Pfeifer zukam, wusste er: Jetzt ist die Gelegenheit, das Thema noch einmal mit einem neuen Team anzugehen. Sein Plan: Engagierte mit einem Seelsorge- oder Beratungshintergrund zu finden, damit jeweils ein oder zwei Personen aus dem Team jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr die Kapelle für kostenlose Gespräche in einem geschützten Raum öffnen können. Gemeinsame Treffen mit allen ehrenamtlichen City-Seelsorger:innen und Supervision sollen auch dazugehören. Ein erster interner Aufruf brachte schon viel positive Resonanz. "Es gab viele Rückmeldungen von Menschen, die sagen, 'Tolle Idee, da bin ich mit dabei!", sagt Pfeifer. “Deshalb denke ich, dass wir bestimmt bald noch mehr als zwei Stunden in der Woche anbieten können.”

Der Kirchraum gibt Geborgenheit

Eine, bei der Pfeifers Aufruf direkt auf Interesse stieß, ist Iris Engel. Nicht nur mit ihrem Nachnamen scheint sie prädestiniert für das Seelsorge-Ehrenamt zu sein; sie bringt auch fundierte Erfahrung mit. "Ich habe viele Jahrzehnte als Sozialpädagogin und Familientherapeutin  in einer psychosozialen Beratungsstelle gearbeitet und später im sozialpsychiatrischen Dienst", erzählt Engel. "Ich habe immer mit Menschen zu tun gehabt, die in irgendeiner Form seelische Probleme hatten." Diese Erfahrung im Kirchraum einzubringen, hat eine besondere Bedeutung für sie. “Der Bedarf nach Gesprächsangeboten ist sehr groß und ich glaube, dass Menschen viel lieber in eine Kirche gehen, als in eine Behörde oder Beratungsstelle, denn die Schwellenängste sind hier viel geringer. Wenn man in eine Kirche kommt, fühlt man sich immer irgendwie geborgen.”

Die Weite des Kirchenschiffs auf sich wirken zu lassen, eine Kerze am Lichtbaum anzünden, zu beten - die Kirche ist laut Pastor Robert Pfeifer "wie eine Art Folie", vor der sich alles abspielt und die dem Gespräch auch die Möglichkeit gibt, ein Ritual einzubauen. "Das ist das Tolle, dass der Raum spricht", sagt er. "Der Raum gibt uns allen eine große Hilfe."
 

So können Sie sich engagieren

Gesucht werden: Pastor:innen (aktiv oder im Ruhestand), Mitarbeitende mit seelsorglicher, Coaching- oder Beratungsqualifikation sowie ausgebildete ehrenamtliche Seelsorger:innen, die den Besuchenden der Marienkirche Raum für Gespräche bieten.

Zeitaufwand: Geplant sind ein Dienst pro Monat (ca. 1-2 Stunden) in der Marienkirche sowie ein monatliches Treffen zum Austausch, zur fachlichen Begleitung und Weiterentwicklung des Angebots.

Erstes Info-Treffen:
Donnerstag, 13. August 2026, 17 Uhr, St. Marien zu Lübeck

Mehr Infos bei:
Pastor Robert Pfeifer
Tel. 0451 3977010
E-Mail: pfeifer@st-marien-luebeck.de