Lübeck

Hängematten, Slackline und Gebet: Junger Dom feiert die Teamer:innen-Card

Lübeck. 28 junge Menschen haben sich nach ihrer Konfirmation am Dom zu Lübeck dazu entschieden, sich künftig aktiv als Teamer:innen einzubringen. Nach mehreren Monaten Ausbildung wurde ihnen am 19. April 2026 im Gottesdienst feierlich die Teamer:innen-Card verliehen. Zuvor gab es ein gemeinsames Erlebnis-Wochenende mit Spielen im Naturschutzgebiet Schellbruch und Zelten im Dom – und mit ganz viel Kuchen und Pizza.

Intensive Monate zur Vorbereitung

Die vergangenen Monate waren geprägt von regelmäßigen Treffen, gemeinsamen Gebeten, viel Lachen und intensiven Lernerfahrungen. Seit dem Herbst haben sich die 28 Jugendlichen alle zwei Wochen getroffen und sich auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet. Themen wie Spielepädagogik, Gruppendynamik, Prävention, Rollenverständnis sowie Nähe und Distanz standen ebenso auf dem Programm wie Projektplanung und die Umsetzung eigener Ideen.

Übernachtung im Dom mit Pizza und Kuchen

Ein besonderer Abschluss der Ausbildung war das gemeinsame Wochenende mit Übernachtung im Dom – ein eindrucksvolles Erlebnis in besonderer Atmosphäre. Zuvor reflektierte die Gruppe ihren Kurs bei einem außergewöhnlichen Kuchenbuffet: Mit viel Kreativität und Engagement hatten die Jugendlichen gebacken, darunter sogar detailreiche Domtürme aus Marzipan. 

“Diese jungen Menschen haben richtig Lust auf Kirche und Gemeinschaft. Es ist einfach schön, diese Begeisterung zu erleben”, so Dompastorin Margrit Wegner. “Ich bin mir ganz sicher, dass davon auch ganz viel auf die künftigen Konfirmandinnen und Konfirmanden überspringen wird!”

Erlebnis-Wochenende im Schellbruch

Auch erlebnispädagogische Elemente kamen an diesem Wochenende nicht zu kurz: Im Schellbruch zeigten Vertrauensspiele, Teamaufgaben und ein Slackline-Parcours den Zusammenhalt der Gruppe. Im Anschluss wurden gemeinsam 31 Pizzen verspeist. In sogenannten Motivationsboxen setzten sich die Teilnehmenden zudem mit ihrer eigenen Motivation auseinander: Warum möchte ich mich engagieren? Was bringe ich mit? Den geistlichen Abschluss bildete eine von den Jugendlichen selbst gestaltete Andacht.

Mit der Verleihung der Teamer:innen-Card sind die jungen Menschen nun offiziell Teil der aktiven Jugendarbeit. Künftig unterstützen sie unter anderem bei Konfi-Arbeit, Freizeiten, Gottesdiensten und Projekten wie der ChurchNight. Dabei übernehmen sie eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Konfirmand:innen und Hauptamtlichen.

Maßgeblich begleitet wurde die Ausbildung auch durch Katharina Schneider und Svenja Behle aus dem Team von “jung + ev.” des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. 

Momente aus dem Gottesdienst 

“Gott lässt dich nicht hängen”: Reflexionen zur Ausbildung

Im Gottesdienst sollten Hängematten symbolisieren: “Gott lässt dich nicht hängen”. Die zukünftigen Teamer:innen reflektierten die Zeit ihrer Ausbildung und wagten einen Blick in die Zukunft. Einige Auszüge:

ELISA: Warum die Hängematten? Die Zeit beim Jungen Dom war schön und entspannt. Wir haben gemerkt, dass wir uns bei Gott fallen lassen können. Eine Hängematte ist außerdem auf Augenhöhe. Wir wollten nicht von der Kanzel von oben herab erzählen.

LOTTA: Eine Hängematte lässt an Sommer denken, an draußen sein und in den Himmel träumen. Aber eine Hängematte kann auch drinnen sehr gemütlich sein. Sie passt eigentlich das ganze Jahr. Eine Hängematte gibt Freiheit. Darin ist man dem Himmel nah. Man fühlt sich irgendwie weg von der schweren Erde, also zwischen Himmel und Erde. In der Hängematte kann man die Wolken angucken. Und Schaukeln tut gut – in einer Hängematte fällt Stillliegen schwer!

ANOUK: Wir schauen nach oben und wir schauen wir nach vorne. Im Bibeltext von heute träumt Jakob von einer Leiter, die Himmel und Erde verbindet. Engel steigen auf und ab – und plötzlich merkt Jakob: Gott ist da. Genau hier. Mitten in seinem Leben. Dabei war Jakob vorher gar nicht entspannt unterwegs. Er war auf der Flucht, verunsichert und ängstlich. Er wusste nicht, was kommt. Genau in dieser Situation begegnet ihm Gott. Nicht im perfekten Moment, sondern mitten im Chaos.

ISABELL: Vielleicht kennen wir dieses Gefühl auch ein bisschen. Jetzt ist unsere Ausbildung vorbei. Wir freuen uns auf das, was kommt –aber wir wissen auch: Es wird nicht immer leicht sein. Werden die Erwachsenen uns akzeptieren? Wo können wir uns engagieren? Neue Herausforderung heißt auch: Neue Verantwortung.

NELLY: Gleichzeitig stehen hier vorne in der Kirche diese Hängematten. Sie sind irgendwie das Gegenteil von Jakobs Situation. Sie stehen für Pause, für Vertrauen, für Loslassen. Man legt sich rein in die Hängematte – und hofft, dass sie hält. Vielleicht ist das genau das Bild für unsere Zukunft als Teamer:innen: Zwischen Bewegung und Ruhe. Zwischen Einsatz und Vertrauen. Zwischen dem, was wir tun – und dem, was wir einfach Gott überlassen dürfen.

ELISA: Jakob hat in seinem Traum gemerkt: Er ist nicht allein unterwegs. Da ist eine Verbindung nach oben. Da ist jemand, der ihn begleitet.

Und wir? Wir haben auch unsere Träume: Dass wir gute Teamer:innen sind. Dass wir andere begeistern können. Dass Gemeinschaft entsteht, in der sich alle wohlfühlen. Dass wir selbst weiter wachsen.

LOTTA: Manchmal werden diese Träume Realität. Manchmal laufen Dinge anders. Aber vielleicht ist die wichtigste Zusage aus dieser Geschichte: Gott ist da. Nicht nur in den großen Momenten, sondern auch im Alltag, im Chaos, in den kleinen Dingen.

ANOUK: Und vielleicht können wir uns das merken: Wir dürfen mutig losgehen – und gleichzeitig darauf vertrauen, dass da etwas ist, das uns trägt. Wie eine unsichtbare Leiter. Oder wie eine Hängematte. Gott lässt uns nicht hängen. Amen