Lübeck

Mehr als Tausend Menschen bei Eil-Kundgebung für Demokratie in Lübeck

Lübeck. Mehr als Tausend Menschen haben sich am Montagabend (7. September 2026) auf dem Markt in Lübeck versammelt. Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt war Anlass für die Eil-Kundgebung für Demokratie, zu der ein breites Bündnis in der Stadt kurzfristig aufgerufen hatte - darunter auch die evangelische Kirche.

Haltung gegen Hass und Hetze

Wie an vielen anderen Orten in Deutschland wollten die Lübeckerinnen und Lübecker das Wahlergebnis der AfD nicht unkommentiert lassen. Sie kamen mit Schildern und bunten Fahnen und machten deutlich: Wir halten zusammen - Hass und Hetze haben nicht das letzte Wort. Mit dabei auch zahlreiche Vertreter:innen aus dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Unter den Redner:innen des Abends war auch Pastorin Anne Mareike Müller von der Lübecker Laurentiusgemeinde. 

Auszug aus der Ansprache von Anne Mareike Müller:

[…] Stummsein und Schweigen sind keine Option.

Nicht jetzt.

Nicht heute.

Nicht hier.

Nicht, wenn gerade das Kostbarste, was unsere Gesellschaft hervorgebracht hat, auf dem Spiel steht: Die Klarheit und Einigkeit darüber, dass die Würde eines jeden einzelnen Menschen unantastbar ist.

Wir als Christ:innen glauben daran, weil für uns jeder Mensch ein Ebenbild Gottes ist.

Darum sind wir nicht still und stumm, sondern widersprechen klar und deutlich und so laut wir können, wenn Menschen abgewertet werden.

Wir widersprechen, wenn Angst instrumentalisiert wird, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen.

Wir widersprechen, wenn Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz als mögliche politische Meinung neben anderen Meinungen verharmlost wird.

Denn: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

So zeigen wir als Gläubige unsere Kraft, indem wir laut sind und nicht schweigen, indem wir hinsehen und nicht wegschauen.

So zeigen wir als Kirche unsere Liebe, indem wir unsere Kirchentüren öffnen und uns nicht hinter unseren Kirchenmauern verbarrikadieren.

So zeigen wir als Christ:innen unsere Besonnenheit, indem wir zuhören, Räume öffnen und Gelegenheiten schaffen, wo Menschen mit verschiedenen Meinungen einander begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.

Ohne Hass und Hetze. Von Mensch zu Mensch.