Kirche on Air: Propst Erckens im Interview bei LübeckFM
Lübeck. Eine Woche nach seiner Einführung als neuer Propst in Lübeck war Oliver Erckens am 15. Mai 2026 zu Gast in der Sendung „Reflex“ bei Harald Denckmann auf LübeckFM. In dem rund 40-minütigen Gespräch sprach Erckens über persönliche Prägungen, seine ersten Tage im neuen Amt – und über die Herausforderungen, vor denen Kirche in Lübeck steht.
Erckens: Fühle mich von Menschen getragen
Denckmann wollte unter anderem wissen, was dem neuen Propst durch den Kopf gegangen sei, als ihm Bischöfin Kirsten Fehrs während des Gottesdienstes in St. Marien zu Lübeck das silberne Amtskreuz umlegte. „Ich muss gestehen, ich erinnere mich an den Moment selbst gar nicht mehr so richtig“, sagte Erckens im Gespräch. „Ich habe es erst später richtig wahrgenommen, als ich die Bilder gesehen und so viele freundliche Gesichter um mich herum gesehen habe.“ Besonders bewegt habe ihn das Gefühl, von vielen Menschen getragen zu werden – auch bereits während des Bewerbungsprozesses um das pröpstliche Amt.
Musikalisch hatte Oliver Erckens die Sendung selbst mitgestaltet. Einer der Titel, den er auswählte, war „New York, New York“ von Frank Sinatra - eine Erinnerung an eine zehntägige Reise nach New York City während des Vikariats. „Wir haben dort Kirchen besucht und unter anderem in einem Gemeindezentrum Essen gekocht und an Bedürftige ausgeschenkt. Diese vielen Eindrücke haben mich sehr geprägt“, so Erckens.
Einfluss von Pastor:innen auf den Lebensweg
Im Interview sprach der neue Propst auch über seinen persönlichen Lebensweg. Ursprünglich habe er Jura studiert, jedoch früh gespürt, „dass es das nicht ist“. Positive Erfahrungen mit Pastor:innen in Kindheit und Jugend sowie eine prägende Religionslehrerin hätten ihn schließlich dazu bewegt, Theologie zu studieren. Auch seine Begeisterung für IT kam zur Sprache. Die gehe, so Erckens, auf seine Großmutter zurück: „Sie hatte 1988 als Erste in unserer Familie einen Computer. Das hat mich fasziniert.“
Mit Blick auf die Kirche zeigte sich Erckens ermutigt von vielen jungen Menschen, die sich inzwischen auf allen Ebenen engagierten. Zugleich betonte er die besondere gesellschaftliche Verantwortung der Kirche in Lübeck. „Sie hat in der Stadt eine besondere Rolle“, sagte er. „Eine führende Rolle, wenn es darum geht, sich gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt zu positionieren.“
Bedürfnisse der Menschen im Blick haben
Mit Blick auf anstehende Veränderungen innerhalb der Kirche betonte Erckens die Bedeutung von Beteiligung und Transparenz. „Entscheidend ist, immer die Bedürfnisse der Menschen im Blick zu haben – auch bei Reformprozessen“, sagte er. „Letztlich sind es die Menschen an der Basis, die Veränderungen und Entscheidungen mittragen.“ Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre sieht der neue Propst in der Zukunft kirchlicher Gebäude. Angesprochen auf Immobilienfragen und die Diskussionen um Trennungen von Gebäuden sagte Erckens: „Das wird die größte Herausforderung für mich und die Kirche werden.“