Kirchengemeinde in St. Jürgen will Kreuzkirche verkaufen
Lübeck. Die Kirchengemeinde in St. Jürgen informiert über die geplante Veräußerung der Kreuzkirche. Über den aktuellen Stand der Planungen lädt die Kirchengemeinde am Mittwoch, 24. Juni 2026, ab 19 Uhr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in die Kreuzkirche ein.
Info-Abend in der Kreuzkirche
Bereits im Jahr 2022 hatte die Kirchengemeinde ein Gebäudekonzept vorgestellt, das eine Reduzierung des Gebäudebestandes vorsieht. Hintergrund sind langfristige finanzielle, bauliche und demografische Entwicklungen, mit denen viele Kirchengemeinden in Deutschland konfrontiert sind. Auch der im Mai 2025 neu gewählte Kirchengemeinderat hat sich intensiv mit den Zukunftsperspektiven der Gemeinde und ihrer Gebäude beschäftigt. Zurzeit befindet sich der Kirchengemeinderat in abschließenden Gesprächen mit dem Lübecker Bauverein und rechnet mit einem Verkauf des Gebäudeensembles im Herbst 2026.
“Entscheidung fiel uns nicht leicht”
„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Die Kreuzkirche ist für viele Menschen ein Ort voller Erinnerungen und persönlicher Lebensgeschichten“, sagt Pastorin Judith Fincke, Vorsitzende des Kirchengemeinderates. „Hier wurden Menschen getauft und konfirmiert, hier haben sie geheiratet, Gemeinschaft erlebt und von Angehörigen Abschied genommen. Uns ist bewusst, dass die geplante Veräußerung für viele Gemeindemitglieder schmerzhaft ist.“
Im Rahmen des Informationsabends möchte die Kirchengemeinde transparent über die aktuellen Entwicklungen informieren, Hintergründe erläutern und Fragen beantworten. Neben Mitgliedern des Kirchengemeinderates werden auch Mitarbeitende der Kirchenkreisverwaltung vor Ort sein.
Entwidmung mit der Bischöfin
Mit einer Veräußerung der Kreuzkirche ist auch die Entwidmung des Kirchengebäudes verbunden. Geplant ist ein Gottesdienst mit Bischöfin Kirsten Fehrs am Sonntag, 6. September 2026, ab 15 Uhr.
Bereits in der Woche zuvor, vom 31. August bis zum 5. September 2026, soll eine besondere Erinnerungswoche stattfinden. Geplant sind Begegnungen, Gespräche und Veranstaltungen, die Raum für persönliche Erinnerungen, Austausch und gemeinsames Abschiednehmen bieten. Eine Vorbereitungsgruppe arbeitet derzeit an dem Programm.
„Wir möchten diesen Weg nicht über die Köpfe der Menschen hinweg gehen, sondern gemeinsam mit der Gemeinde gestalten“, betont Fincke. „Deshalb laden wir ausdrücklich dazu ein, Erinnerungen, Geschichten und Ideen einzubringen. Die Kreuzkirche hat über Jahrzehnte das Leben vieler Menschen geprägt. Diesen Schatz möchten wir sichtbar machen und würdig verabschieden.“
Erinnerungswoche für die Kreuzkirche
Wer die Erinnerungswoche mitgestalten oder persönliche Geschichten und Erinnerungen teilen möchte, kann sich an Pastorin Judith Fincke oder Pastorin Almut Schimkat wenden.
Auch nach einer möglichen Veräußerung soll das Gemeindeleben in St. Jürgen weitergeführt werden. Für die Gruppen und Kreise, die bislang in der Kreuzkirche beheimatet sind, werden Räume an anderen kirchlichen Standorten zur Verfügung stehen. „Kirche lebt nicht allein von Gebäuden“, sagt Fincke. „Sie lebt von den Menschen, die Glauben teilen, Gemeinschaft gestalten und Verantwortung füreinander übernehmen. Deshalb blicken wir trotz aller Wehmut auch nach vorn und wollen weiterhin eine lebendige, offene und einladende Kirche in St. Jürgen sein.“