Lübeck

Mit Kerzenleuchtern und Standkreuz: Prozession nach St. Philippus

Lübeck. Mit einer Prozession durch den Stadtteil will die Kirchengemeinde Marli-Brandenbaum am Sonnabend, 6. Juni 2026, einen besonderen Übergang feiern: Nach der Entscheidung, zwei der drei Predigtstätten aufzugeben und die Gemeindearbeit künftig an der Kirche St. Philippus zu bündeln, machen sich Gemeindemitglieder aus St. Thomas und der Auferstehungskirche gemeinsam auf den Weg nach St. Philippus.

Gemeindemitglieder ziehen zu St. Philippus

„Das wird ein gleichermaßen fröhlicher wie schmerzlicher Tag“, sagt Luise Stribrny de Estrada, seit 17 Jahren Pastorin in St. Philippus. „Wir werden die Gemeindemitglieder der anderen Predigtstätten mit offenen Armen und einem kleinen Gemeindefest herzlich willkommen heißen.“

Die Prozession beginnt um 11 Uhr zeitgleich an den Kirchen St. Thomas und Auferstehungskirche. Ab der Ecke Schlutuper Straße/Marliring ziehen die Gruppen gemeinsam weiter nach St. Philippus. Dort findet um 12 Uhr eine Mittagsandacht statt. Anschließend lädt die Gemeinde zu Grillgut, Kaffee und Kuchen ein.

Prozession startet um 11 Uhr 

Die Idee für die Prozession stammt von der jungen Ehrenamtlichen Janna Weichel. Damit knüpft die Gemeinde bewusst an eine historische Tradition im Lübecker Osten an. Als nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr Menschen nach Lübeck zogen, wurde zusätzlicher kirchlicher Raum benötigt. Die Kirchenleitung beschloss damals den Neubau von St. Philippus. Zur Einweihung der Kirche am 24. März 1957 zog bereits eine Prozession durch den Stadtteil zur neuen Kirche.

Idee stammt von einer jungen Ehrenamtlichen

„Es ist schön, dass diese alte Tradition jetzt wieder lebendig wird“, sagt Stribrny de Estrada. „Damals wie heute geht es darum, gemeinsam aufzubrechen und Kirche als Gemeinschaft erfahrbar zu machen.“

Gemeinde feiert Willkommensfest

Auch symbolisch soll der Weg Bedeutung bekommen: Während der Prozession werden Gegenstände aus den bisherigen Predigtstätten nach St. Philippus getragen – darunter Kerzenleuchter und ein Standkreuz. Sie stehen für Erinnerungen, Glauben und die Geschichte der Gemeinden, die nun an einem Ort zusammengeführt werden.

Musikalisch begleitet wird der Tag von der Gruppe „Lübsches Blech“ gemeinsam mit Kirchenmusikdirektor Peter Wolff. Sie gestalten sowohl den Empfang der Gemeindemitglieder als auch die Mittagsandacht musikalisch.