Lübeck-Lauenburg

Dienste und Werke: Anne Freudenberg-Klopp übernimmt Leitung

Lübeck/Ratzeburg. Anne Freudenberg-Klopp ist die neue Leitung des Bereiches Dienste und Werke im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Die 52-jährige Pastorin folgt auf Jochen Schultz und bringt Erfahrung aus Gemeindearbeit, Seelsorge, Bildungsarbeit und gesellschaftspolitischem Engagement mit. Zuvor arbeitete sie 13 Jahre im Ökumenewerk der Nordkirche als Referentin für Theologie und Nachhaltigkeit sowie als Leiterin des Bereichs Globale Gerechtigkeit. Die offizielle Einführung findet am Sonntag, 28. Juni 2026, 14 Uhr in der St.-Petri-Kirche in Ratzeburg statt.

Glaube als Lebensweg

Freudenberg-Klopp wurde in Stralsund geboren und wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. „Den christlichen Glauben habe ich als persönliche Kraftquelle erlebt“, sagt Freudenberg-Klopp. „Meine Mutter war Katechetin und später Pastorin, mein Vater hat sich lange Jahre im Kreiskirchenrat engagiert.“ Kirche sei für sie früh ein Ort von Gemeinschaft und Orientierung gewesen. Besonders geprägt hätten sie Freizeiten und Begegnungen mit Partnerkirchen in den Niederlanden und Polen.

Zunächst studierte sie Jura. „Wenn es um Anliegen von Gerechtigkeit geht, dachte ich damals, sei Jura der richtige Weg“, sagt sie. Bald merkte sie, dass sie vor allem die Menschen und ihre Lebensgeschichten dahinter interessieren. Nach einem Aufenthalt in einem anthroposophischen Camphill in England, entschied sie sich für ein Theologiestudium zunächst in Halle, dann in Groningen, Leipzig und Dublin. Neben dem Studium lernte Freudenberg-Klopp ökumenische und soziale Projekte kennen. „Diese Vielseitigkeit hat mich immer angesprochen“, sagt sie.

Engagement für globale Gerechtigkeit

Nach dem Vikariat auf Rügen arbeitete Freudenberg-Klopp in Greifswald in einer Projektstelle des Lutherischen Weltbundes für entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Weitere Stationen führten sie als Gemeindepastorin auf die Insel Usedom und als Religionslehrerin nach Kleinmachnow.

2013 wechselte sie zum damaligen Zentrum für Mission und Ökumene, dem heutigen Ökumenewerk in Hamburg. Dort arbeitete sie 13 Jahre als Referentin für Theologie und Nachhaltigkeit und leitete mehr als sechs Jahre den Bereich Globale Gerechtigkeit. Zu ihren Themen gehörten unter anderen Klimagerechtigkeit, Weltwirtschaft sowie Flucht und Migration.

Blick auf die neue Aufgabe

Für ihre neue Aufgabe im Kirchenkreis setzt Freudenberg-Klopp auf Zusammenarbeit und klare Prioritäten. „Ich habe Lust darauf, Leitung so zu gestalten, dass sie Beteiligung ermöglicht“, sagt sie. Wichtig sei ihr, unterschiedliche Perspektiven aus den Arbeitsfeldern zusammenzubringen, gemeinsam für deren Anliegen einzustehen und so „Kirche im Kontext“ zu gestalten.

Freudenberg-Klopp sieht in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern des Kirchenkreises großes Potenzial für gegenseitige Unterstützung. Die Erfahrungen und Fachkenntnisse der Kolleginnen und Kollegen in den Arbeitsbereichen Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog können Kirchengemeinden bereichern. Gern möchte sie an die guten Kooperationen aus ihrer bisherigen Arbeit in der Nordkirche anknüpfen. „Ich habe immer geschätzt, dass es auf Kirchenkreisebene Menschen gibt, die solche Themen fachlich begleiten und ihre Expertise einbringen“, sagt sie. 

Diese Haltung prägt auch ihren Blick auf die neue Aufgabe im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Sie will die Anliegen der Kirchengemeinden und der Dienste und Werke zusammen denken. Krankenhaus und Telefonseelsorge, Trauerbegleitung und Hospizseelsorge, Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen die Arbeit mit Geflüchteten, das Frauenwerk, die Fachstelle für die Arbeit mit jungen Menschen, die ökumenische Arbeitsstelle, die Kultur- und Universitätskirche St. Petri in Lübeck und die Suche nach kirchlichen Antworten auf gesellschaftliche Umbrüche gehören für sie zusammen. „Meine Grundhaltung ist, den Kolleginnen und Kollegen den Rücken zu stärken, damit sie ihre Arbeit gut machen können“, sagt sie.