Lübeck-Lauenburg

Neue Trauergruppe für Suizidangehörige in Lübeck

Lübeck. Mareike Hansen erweitert ihr Angebot der Trauerbegleitung und öffnet eine neue Gruppe für Angehörige von Menschen, die durch Suizid gestorben sind. Die Pastorin und psychodynamisch ausgebildete Seelsorgerin reagiert damit auf eine Lücke in der regionalen Unterstützung und auf konkrete Nachfragen Betroffener. 

Tabuthema Suizid: Bedarf an Austausch wächst 

Seit mehreren Jahren begleitet Mareike Hansen vor allem verwaiste Eltern in ihrer Trauer. Besonders eindrücklich bleibt für sie die Begleitung von Menschen, die ein Kind bzw. einen Angehörigen durch Suizid verloren haben. „Das Thema ist nach wie vor stark tabuisiert und mit großer Scham verbunden“, sagt Hansen. „Viele Betroffene möchten um jeden Preis vermeiden, dass Nachbarn oder andere Menschen davon erfahren. Diese Angst und Belastung tragen sie oft über lange Zeit mit sich.“

In ihren Gruppen möchte Mareike Hansen einen geschützten Raum eröffnen, in dem Gefühle Platz haben und Austausch möglich ist. Immer wieder erlebt sie, „wie entlastend es sein kann, mit anderen über den Verlust ins Gespräch zu kommen.“

In der bisherigen Gruppe für betroffene Eltern sei die Nachfrage zuletzt gering gewesen, gleichzeitig hätten sich immer wieder Menschen mit anderen Bezügen gemeldet, etwa Partnerinnen, Partner oder Kinder von Verstorbenen.

Regionale Trauerbegleitung: Angebot schließt Versorgungslücke

Spezialisierte Angebote für Suizidtrauernde sind oft nur mit längerer Anreise erreichbar. „Hier gibt es nichts Vergleichbares“, sagt Hansen. In der Vergangenheit habe sie Interessierte deshalb häufig weiterverweisen müssen. Mit dem neuen Angebot möchte sie nun eine niedrigschwellige Möglichkeit vor Ort schaffen. „Es ist zunächst ein Versuch und wir schauen, wie es sich entwickelt“, erklärt sie. 

Die Treffen finden monatlich statt. Der nächste Termin ist am 6. Juli 2026 im Steinrader Weg 11, in Lübeck. Interessierte werden gebeten, vorab Kontakt aufzunehmen, um weitere Informationen zu erhalten. 

Weitere Informationen zur Trauerbegleitung sowie zu den Gruppenangeboten gibt es bei Pastorin Mareike Hansen telefonisch unter 0176 19 79 02 98 oder per E-Mail an mhansen@kirche-ll.de.

 

Hinweis Suizid:

Hilfe bei Suizidgedanken und in psychischen Krisen

Du bist nicht allein – es gibt Hilfe, auch wenn alles gerade aussichtslos erscheint oder dir die Situation unerträglich vorkommt. Es ist ein wichtiger Schritt, über deine Gedanken zu sprechen und Unterstützung zu suchen. Viele Betroffene, die sich Hilfe gesucht haben, berichten, dass sich ihre Situation dadurch spürbar verbessert hat.​

Was du jetzt tun kannst

  • Wenn du in einer akuten Krise bist oder deine Gedanken sehr bedrängend sind, rufe sofort den Notruf unter 112 an oder gehe direkt in die Notaufnahme einer psychiatrischen Klinik.​
  • Bei Gesprächsbedarf kannst du dich anonym und kostenfrei rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden (0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123) – auch per Chat oder E-Mail.​
  • Auch die Nummer gegen Kummer (116 111) kannnst du anonym und kostenlos anrufen und bekommst Hilfe. Es gibt auch eine Online-Beratung.
  • Auch beim Krisenchat findest du professionelle Hilfe.
  • Du kannst dich auch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 wenden oder Ansprechpartner:innen in einer psychiatrischen Ambulanz, psychosozialen Beratungsstelle oder beim sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt kontaktieren.​

Sei offen für Unterstützung

Die Gedanken, dich zurückzuziehen oder dich als Belastung zu empfinden, gehören oft zu einer psychischen Krise – sie sind ein Zeichen dafür, dass du Hilfe brauchst, nicht dass du versagt hast. Es gibt Menschen, die dich ernst nehmen und dir zur Seite stehen wollen, um gemeinsam mit dir einen Weg aus der Krise zu finden.