Licht und Ruhe im Klinikalltag: Neuer Raum der Stille am Campus Lübeck
Lübeck. Ein Ort zum Innehalten im betriebsamen Klinikalltag: Am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist ein neuer, lichtdurchfluteter Raum der Stille entstanden. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der spirituell und künstlerisch gestaltete Raum am 5. Februar 2026 feierlich eröffnet. Er befindet sich direkt am Nebeneingang West des Zentralklinikums (Haus A) und ersetzt den bisherigen Andachtsraum der Klinikseelsorge. Patientinnen und Patienten, Angehörige, Mitarbeitende und Studierende können den Raum unabhängig von Konfession oder Glauben nutzen, um Momente der Ruhe und Besinnung zu finden.
Wertschätzung für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte im Klinikalltag
„Krankenhäuser sind Orte großer medizinischer Kompetenz und zugleich Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen können. Der neue Raum der Stille ist ein wichtiges Signal der Wertschätzung gegenüber Patientinnen und Patienten ebenso wie gegenüber den Beschäftigten, die täglich hohe Verantwortung tragen,“ so Kultur- und Wissenschaftsministerin Dr. Dorit Stenke.
„Wir haben mit dem neuen Raum der Stille im Rahmen unseres Baulichen Masterplans einen Rückzugsort geschaffen, der allen Menschen im UKSH jederzeit offensteht. Eine gute Sichtbarkeit und Erreichbarkeit waren uns besonders wichtig“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH.
Künstlerische Gestaltung schafft Atmosphäre der Ruhe und Besinnung
Die einladende Atmosphäre des rund 60 Quadratmeter großen und mehr als fünf Meter hohen Raums wird von der 20 Quadratmeter großen Fensterfront geprägt, die der schleswig-holsteinische Glaskünstler Jörgen Habedank entworfen hat. Die großformatigen Glasscheiben lassen in Rot-, Gelb- und Orangetönen mit blauen Akzenten ein warmes, lebendiges Lichtspiel entstehen.
Zusammenarbeit von UKSH, Kirchen und Land Schleswig-Holstein
Die Planung und Ausgestaltung des Raums der Stille erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und den Klinikseelsorgerinnen beider Konfessionen. Die Kosten für die bauliche Ausstattung in Höhe von 172.000 Euro tragen das UKSH, das Land Schleswig-Holstein sowie die evangelische und katholische Kirche gemeinsam.
„Wir freuen uns, dass wir zur Verwirklichung dieses besonderen Raums beitragen konnten. Die ästhetische Gestaltung wird vielen Menschen guttun und neue Perspektiven öffnen", sagte Pastor Jochen Schultz vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, der das Projekt über mehrere Jahre begleitet hat. Propst Philip Graffam betonte in seiner Ansprache: „Möge dieser besondere Ort der Stille Kraft spenden und Hoffnung geben.“
Klinikseelsorge im neuen Raum der Stille: Angebote für alle
Der Raum der Stille ist zugleich Wirkungsstätte der Klinikseelsorgerinnen Dr. Anne Wehrmann-Kutsche und Cordula Zimmer-Kirchhoff (evangelische Kirche) sowie Petra Fiebelmann (katholische Kirche). Sie sehen in dem neuen Raum vielfältige Möglichkeiten: Er könne durch seine besondere Ästhetik Ruhe, Trost und neue Kraft spenden. „Wir wünschen uns, dass alle hier ankommen und ganz sie selbst sein können“, so Cordula Zimmer-Kirchhoff.
Neben der individuellen Nutzung bietet die Klinikseelsorge hier wöchentliche Mittagsimpulse mit Musik, Textvortrag und Gebet an, immer mittwochs um 12.30 Uhr. Auch Gottesdienste und besondere Ereignisse wie Trauungen oder Ausstellungen werden möglich sein.
Interreligiöse Angebote: Neuer muslimischer Gebetsraum am Campus Lübeck
Um der Gebetspraxis muslimischer Gläubiger gerecht zu werden, gibt es für sie in Absprache mit der muslimischen Gemeinde weiterhin einen eigenen Gebetsraum (Mescit). Auch dieser wurde im Rahmen des Baulichen Masterplans neu gebaut. Der helle, 13 Quadratmeter große Raum befindet sich direkt neben dem Raum der Stille.