"Open Horizon" 2026: Der komplette Reise-Blog
Lettland/Estland. Vom 6. bis zum 13. September 2026 reist eine Gruppe junger Menschen aus der Nordkirche nach Lettland und Estland, um Inspirationen für eine junge und kreative Kirche der Zukunft zu sammeln, der Titel der Reise: “Open Horizon - Kirche, wohin gehst du?” Mit dabei sind auch sieben junge Erwachsene aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Ihre Erlebnisse dokumentiert die Gruppe im täglichen Blog:
Tag 7: Der letzte volle Tag
Heute ist also schon unser letzter voller Tag hier bei Open Horizon. Mit großer Motivation und gestärkt vom Frühstück sind wir in den Tag gestartet. Unsere heutige Andacht handelte von der eigenen Melodie, die jeder für sich komponieren muss, um reflektiert und glücklich durchs Leben zu gehen. Außerdem gab es einen tänzerischen Morgenimpuls zum Song „Sing Halleluja“. Danke dafür an Erik und Sophia!
Tagesbeginn mit Spazieren, Stöbern und Museum
Danach haben wir uns in kleine Interessengruppen eingeteilt, um die individuelle Freizeit am Vormittag so erfüllend wie möglich zu gestalten. Mit Apothekenshopping, Spazieren, Essen, Second-Hand-Thriften und Museum war vieles unterschiedliches dabei, und so verging die Mittagszeit schon deutlich schneller als gedacht.
Ausflug zum Youth Council
Denn um 13 Uhr fuhr schon unser Bus zum heutigen inhaltlichen Programmpunkt – dem Youth Council der lutherischen estnischen Kirche. Dort konnten wir, wie der Name schon preisgibt, endlich ausschließlich mit jungen Leuten sprechen. Beim Youth Council sind damit junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren gemeint. Sie erzählten uns von ihrem jährlichen Meeting im September, bei dem junge Delegierte aus über 40 Gemeinden aus ganz Estland zusammenkommen. Sie diskutieren über selbst gewählte Themen, um die estnische Kirche mit ihren Meinungen und Ratschlägen für die Zukunft zu wappnen und den Umgang mit jungen Menschen zu verbessern. Zu unserer Überraschung treffen sie sich dazu nicht etwa in einem durchschnittlichen Konferenzraum, sondern in einem Spa Hotel, weil „man sich im Whirlpool einfach besser unterhalten kann“. Vielleicht sollten wir uns in der Nordkirche von diesem Ansatz auch eine Scheibe abschneiden. In einem Spa Hotel mit Gruppenräumen und Pool – da engagiert man sich doch gerne ehrenamtlich.
Das letzte gemeinsame Abendbrot
Nach einer kurzen Erholungspause haben wir uns auf den Weg zu unserem letzten gemeinsamen Abendbrot gemacht. So traurig der letzte Abend dieser erlebnisreichen Reise auch sein mag, war es doch wunderschön, den Tag gemeinsam und glücklich ausklingen zu lassen.
Ein Bericht von Elea Pakula und Heinrich Uhlig
Tag 6: Erster Tag in Tallinn
Gestern noch in Riga aufgewacht und heute schon in Tallinn – genauer gesagt im Fat Margaret’s Hostel.
Gestartet wurde der Tag als „Charlotte Springler Breakfast Group“, denn zur Abwechslung wurde das Frühstück heute für uns vorbereitet und wir mussten es nicht selbst machen.
Mit mehr Sonne als gestern und als für heute angesagt, haben Heinrich und Elea uns mit einer Andacht zum Thema „Karaoke“ am Fat Margaret’s Turm Motivation und Segen für den Tag geschenkt.
Ausflug zum Rummu-See
Nach einem eigentlich abgesagten Ausflug zum Rummu-See haben es die Busfahrzeiten letztendlich doch zugelassen, und wir haben uns auf eine einstündige Fahrt zum glasklaren See gemacht. Vor Ort konnten wir den beeindruckenden Tagebau begutachten, Vitamin D tanken und eine kleine Tretboot- oder – für einige wenige – eine Schwimmrunde drehen.
Besonders am Rummu Quarry waren die Teile eines alten Gefängnisses, die sich noch im See befanden und durch die man als Badegast hindurchschwimmen konnte. Auf jeden Fall einen Tauchgang wert!
Aloha in Harju-Risti
Nach einer weiteren, diesmal nur kurzen Busfahrt sind wir an unserem Zielort „Harju-Risti“ angekommen. 20 Meter von der Bushaltestelle entfernt wurden wir mit einem „Aloha“ von Tiiu Roosma, die als Kirchenvorsteherin ehrenamtlich in der Gemeinde arbeitet, herzlich begrüßt.
Nicht lange gequatscht, denn das Essen wartete schon: Wir wurden direkt mit einer sehr leckeren, selbst gemachten veganen Kürbissuppe gestärkt, die zusammen mit einem Kuchen auf einer umfunktionierten Tischtennisplatte serviert wurde.
Zu Besuch in der Risti-Gemeinde
Gesättigt und sehr glücklich ging es dann in die Kirche nebenan, wo wir von der örtlichen Pastorin Annika Laats nicht nur Input über die Kirchen- und Gemeindegeschichte von Risti bekommen haben, sondern auch viel Zeit für Fragen und Antworten geschenkt bekamen.
Die Gemeinde sticht sehr heraus, denn anders als es in Lettland und Estland leider normal ist, ist die Risti-Gemeinde weltoffen gegenüber jedem und allem und setzt sich für Frauenordination, LGBTQAI+ und die Verbindung zwischen Gemeindegliedern mutig ein. Obwohl Annika viel Gegenwind erfährt, steht sie weiterhin für die Gemeinde und deren Werte ein und lässt sich nicht davon abbringen.
Diese Einstellung zieht viele Menschen an, die auch weitere Strecken auf sich nehmen, um zur Gemeinde zu gehören. Daraus ergibt sich ein weiterer Unterschied: Die Gemeinde wächst stetig, anders als viele andere Gemeinden. Zu den Mitgliedern werden 420 aktive Personen gezählt – mehr, als im Dorf Risti wohnen. Dadurch gehört die Gemeinde zu den Top 10 der größten Gemeinden Estlands.
Konfirmation mit 50?
Ein letzter Punkt, bei dem wir einen großen Unterschied zu Deutschland merken, ist das Konfirmationsalter. Dieses liegt nicht wie gewohnt bei 13–15 Jahren, sondern bei 30–50 Jahren, mit vereinzelten Ausnahmen von 18 bis 82 Jahren. Annika erklärte, dass die Menschen im mittleren Alter der Frage nach dem Sinn des Lebens nachgehen und dadurch ihren Weg zur Kirche finden.
Ganz schön viele neue Perspektiven, oder?
Hoch hinaus auf den Kirchturm
Zum Abschluss des Kirchenbesuchs sind wir noch auf den Kirchturm gestiegen, wo wir einen wunderbaren Ausblick genießen konnten, der allerdings mit viel Wind und stark ungenormten Treppen verbunden war.
Ein letzter Spaziergang führte uns dann zum Diakonischen Projekt, wo ein schöner Ort für Flüchtlinge aus der Ukraine geschaffen wurde. Erschöpft, aber voller neuer Perspektiven, sitzen wir nun im Bus zurück zum Hostel und werden unsere Gedanken und den Abend bei Spielerunden und gemeinsamem Zusammensitzen Revue passieren lassen.
Falls ihr wissen wollt, was unsere Gruppe zum heutigen Tag sagt, schaut gerne auf Instagram bei @jugendcampusbreklum vorbei.
Bericht von Mathea Krause und Melina Schnoor
Tag 5: Weiterfahrt nach Tallinn
Der heutige Morgen stand ganz im Zeichen des Aufbruchs. Nach einem schnellen, leckeren Frühstück feierten wir mit Lotta und Amrei eine Morgenandacht. Nachdem alle Koffer gepackt waren, machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof von Riga. Nach vier Stunden Fahrt kommen wir bei regnerischem Wetter in Estlands Hauptstadt Tallinn an und machen uns mit dem ÖPNV auf den Weg zum “Fat Margaret’s Hostel”. Dort beziehen wir unsere Zimmer. Danach machen wir uns mit Erik, der sich aufgrund seines Auslandssemesters in Estland gut auskennt, zu einer sehr interessanten und auch nassen Stadtführung auf.
Lebendige Gemeindearbeit durch Spenden
Nach einer Stärkung am Markt am Baltischen Bahnhof begeben wir uns zur Deutschen Erlösergemeinde und werden dort freundlich von Prädikant Bodo Barz empfangen. Zu Beginn hat Erik eine kurze Abendandacht gehalten und uns den Gedanken mit auf den Weg gegeben, unsere von Gott gegebenen Fähigkeiten zu nutzen, um Gutes zu tun.
Danach berichtete Bodo Barz von den Aktivitäten in der Gemeinde. Trotz weniger Mitglieder und reiner Spendenfinanzierung konnte sich die Gemeinde einen kleinen Raum mit Altar einrichten – sogar mit Orgel. Dort wird jeden zweiten Sonntag Gottesdienst gefeiert und einmal im Monat gibt es einen Kindergottesdienst. Außerdem gibt es jeden Mittwoch gemeinsames Kaffeetrinken und am Donnerstag einen Spielkreis. Ihren Pastor teilt sich die Gemeinde mit einer estnischen Gemeinde. Damit endet unser sehr abwechslungsreicher Tag.
Bericht von Sophia Preuß und Birk Folchnandt
Tag 4: Second-Hand-Läden, Kirchenmusik und Glaubensgespräche
Heute Vormittag waren wir in vielen Gruppen in der ganzen Innenstadt von Riga unterwegs. Einige waren in einem Coffeeshop und haben nach Übersetzungen gefragt. Dabei gab es einige lustige Ergebnisse. Eine weitere Gruppe ging durch die Second-Hand-Läden und hat sich zu sehr guten Preisen die Koffer gefüllt. Zwei weitere separate Gruppen haben sich dann im SB-Restaurant „Lido“ zufällig getroffen und dort sehr tolles Essen genossen. Wieder eine andere Gruppe ist mit der Kamera in den Park gegangen und hat einfach den Frieden und die Harmonie genossen und festgehalten.
Besuch in der St. Saviours Kirche
Um 12.50 Uhr waren wir dann alle als große Gruppe in die anglikanische Kirche St. Saviours in Riga eingeladen worden. Dort durften wir uns zurücklehnen und der Pianistin Larisa Carjkova, der Querflötistin Kristine Antonova und der Mezzosopranistin Jelena Garkavcenko zuhören, die ihr Können zum Besten gaben. In ihrem Repertoire waren sogar ein paar Stücke von Vivaldi und Marcello. Im Anschluss hatten wir ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit einer lokalen Pastorin und konnten uns sehr freundlich miteinander unterhalten.
Nach unserem Besuch in der St. Saviours Kirche nahmen wir uns alle noch ein bisschen Zeit, um in Souvenirshops und weiteren Second-Hand-Läden zu stöbern. Die Koffer werden platzen!
Einblicke in einen Alpha-Kurs
Ein kleiner Teil unserer Gruppe hatte dann noch die Möglichkeit, einen Alpha-Kurs bei der lettisch-lutherisch-evangelischen Kirche zu besuchen. Dieser Kurs dient hier als Vorbereitung auf die Konfirmation. Dabei können Menschen herausfinden, inwiefern die Kirche etwas für sie ist oder nicht, und sich anschließend durch die Konfirmation weiter in die Gemeinde integrieren. Insgesamt waren über 25 Ehrenamtliche für die Durchführung zuständig. Inhaltlich ging es um Jesus und darum, welche Bedeutung er für den Glauben hat. Wir konnten viele Fragen stellen und hatten gute Diskussionen über verschiedene Themen rund um den Glauben und die Kirche. Dabei sind wir auch nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Trotzdem war es ein schöner und interessanter Abschluss für den Tag.
Bericht von Tjaard Jacobsen und Mats Straßburg
Tag 3: Besuch Zvannieki - Alternative Familienunterkunft
Am dritten Tag stand der Besuch von Zvannieki an. Dies ist eine private, durch Spenden finanzierte Organisation, welche Kindern in Not eine Unterkunft und Familie bietet. Ohne ein festes Programm oder den Zwang, die jungen Menschen in Kategorien einzuteilen, sondern mit vielen Freiräumen.
Gastfreundschaft, Kuchen und Tiere
Dafür begann der Tag zwar genauso früh wie gestern, aber mit einem noch engeren Zeitplan; denn wir mussten uns Autos mieten und anderthalb Stunden aus der Stadt herausfahren. Dort konnten wir die von einigen von uns sehr vermisste Natur genießen, neben der herzlichen Gastfreundschaft des Teams um Zvannieki, die uns mit Kaffee, Tee und Kuchen begrüßten. Es wurden uns zudem der Hof vorgestellt, mit Eseln, Ziegen und einem Lama, mit denen intensiv gekuschelt wurde.
Gespräch mit Pastor und Pilze sammeln
Nachdem wir uns mit dem Pastor Juris intensiv über die Arbeit vor Ort unterhalten und uns vorgestellt hatten, sind wir mit seiner Frau Sandra Dzenite-Calite sieben Kilometer und einige Stunden lang Pilze sammeln gegangen. Dabei waren auch ältere Anwohner von Zvannieki. Während ein paar “Verrückte” daraufhin in einen sehr kalten Badesee sprangen, haben andere beim Aufräumen der Bibliothek geholfen. Unerwartet wurden wir noch zum Abendbrot mit den Pilzen und Kartoffeln eingeladen.
Zum Abschluss des Tages guckten wir auf dem Rückweg noch bei der Krimuldas baznīca vorbei, eine der ältesten Kirche Lettlands. Viele Buntglasfenster verzierten den sonst recht einfachen Innenraum, und draußen konnte man sich auf einem Steinlabyrinth verlaufen, oder einen späten Kaffee aus einem Automaten ziehen.
Eine gelungene Abwechslung zu dem Stadtgefühl von Riga, und ein wirklich toller Ort der dort geschaffen wurde.
Bericht von Mats Straßburg und Thorven Weinheber-Rubach
Tag 2: Anglikanische Kirche und Luther-Kirche
Als am Morgen der Wecker ging, kam nach der Reise und den ersten Eindrücken vom Vortag nicht allzu großer Jubel über das frühe Aufstehen auf. Nach einem Frühstück und einer kurzen Reflexion über die Themen, die in uns nachhallen, ging es auf zur anglikanischen Kirche.
Dort trafen wir die Vorsitzende des lettischen Theolog:innenverbands, Arta Skuja, die uns von der prekären Lage der Theolog:innen in der „Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche weltweit“ erzählte. Die theologische Positionierung für eine Theologie, die uns in unserer liberalen Nordkirche manchmal selbstverständlich vorkommen kann, ist hier mit klaren finanziellen und persönlichen Einschnitten in der Arbeit verbunden.
Vor dem Hintergrund der gestrigen Wahl war aus meiner Sicht gerade das interessant: Was sind wir bereit zu geben? Wie weit wollen wir mit unserem Protest gehen?
Auf den Spuren von Freiheit und Unabhängigkeit
Intensiviert wurden diese Fragen auch durch einen Besuch im Besatzungsmuseum Lettlands. Hier wurde deutlich, wie schwierig eine neutrale Perspektive zwischen dem nationalsozialistischen und dem sowjetischen Regime war.
Die Hoffnung auf Freiheit und Souveränität wurde lange zum Schweigen gebracht. Und dann geschah es irgendwann: Proteste, singende Menschen und eine Menschenkette von Tallinn nach Vilnius, die ihre Neutralität in einer polarisierten Welt erstritten.
Herzlich willkommen in der Luther-Kirche
Nach einer kurzen Mittagspause und einem Schnäppchen im Second-Hand-Laden fuhren wir zur Luther-Kirche. Dort wurden wir sehr herzlich von Linards Rozentals und Ines Stankeviča mit Kaffee, Gebäck und Snacks begrüßt. Hier durften wir eine innovative Gemeinde mit verschiedenen Projekten, Handlungsfeldern und einem breiten spirituellen Angebot kennenlernen. Hervorzuheben ist dabei ein EU-gefördertes Projekt der Gemeindestiftung: eine Anlaufstelle für trauernde und verwaiste Eltern, die sich auch um die Weiterbildung von Trauerbegleiter:innen kümmert. Sie ist die erste ihrer Art im ganzen Land.
Der Abend endete mit einem reichhaltigen Abendbrot und – je nach Geschmack – mit Spielen oder einer Erkundung des Nachtlebens.
Das Wetter stellte sich heute im Rückblick als äußerst durchwachsen heraus.
Bericht von Erik Lage und Nele Herrmann
Tag 1: Anreise
Heute Morgen ging es für unsere Reisetruppe früh los, damit wir uns um 6:15 Uhr am Flughafen Hamburg treffen konnten. Manche waren wach, manche weniger, aber wir alle waren sehr neugierig auf viele interessante Begegnungen.
Erste Eindrücke von Riga
Wenige Stunden und eine Zeitverschiebung später saßen wir im Bus vom Flughafen zu unserer Unterkunft in Riga. Ständig waren Ausrufe zu hören wie: „Oh, schau mal das Gebäude – wie schön!“ oder „Ach, wie toll diese Straßenbahn! Damit möchte ich unbedingt fahren!“
Wir waren uns schon im Bus ziemlich einig: Diese Stadt hat ihren ganz eigenen Charme! Besonders beeindruckend fanden viele von uns die Vielfalt der architektonischen Stile, die hier nebeneinander zu finden sind. Ein hochmodernes Gebäude mit Glasfassade, das zwischen einem Jugendstilhaus und einem Holzhaus steht, ist hier keine Seltenheit.
Nach einer Stärkung im Restaurant und einem Stopp beim Einkaufen haben wir unsere Unterkunft bezogen und sind direkt danach schon zu unserer ersten Begegnung mit der deutschen Gemeinde in Lettland aufgebrochen.
Begegnung mit der deutschen Gemeinde
Das Besondere an dieser Gemeinde ist, dass sie vollständig ehrenamtlich geleitet wird. Wir sind mit viel Inspiration aus dem Gespräch gegangen und haben von mutigen Aufbrüchen, Best-Practice-Beispielen (was man doch alles nur mit Ehrenamt stemmen kann!), aber auch von Sehnsüchten gehört, denn uns wurden auch die Grenzen des Ehrenamts aufgezeigt.
So sehnen sich Ehrenamtliche der Gemeinde zum Beispiel nach Kontinuität, welche ein Hauptamt mit sich bringen könnte.
Austausch in der Jesuskirche
Nach einem fabelhaften Blick vom Kirchturm ging es weiter zur Jesuskirche. Dort wurden wir von einem Pastor und Jugendlichen aus der lettisch-lutherischen Kirche empfangen.
Wir haben mit ihnen eine Andacht gefeiert und durften sie danach mit allen Fragen löchern, die uns auf der Seele brannten. So haben wir unter anderem über Jugendarbeit in Lettland und Deutschland gesprochen. Außerdem gab es eine kontroverse Diskussion über die Rolle der Frau in der lettisch-lutherischen Kirche, bei der unsere Perspektiven unterschiedlicher nicht hätten sein können. Denn die Gemeinde, in der wir zu Besuch waren, gehört zu dem Teil der lettischen Kirche, in dem Frauen nicht ordiniert werden.
Was uns besonders in Erinnerung bleibt
Eine Erkenntnis, die uns besonders in Erinnerung geblieben ist: Am Ende wollen wir alle einen sicheren Raum für Jugendliche schaffen, damit sie Gott erfahren können, sich ausprobieren dürfen und Kirche als einen Ort erfahren, an dem sie Halt finden und Menschen, die sie unterstützen und mit ihren Fragen wahr- und ernst nehmen.
Beschwingt von dieser Erkenntnis wurden wir auf den nächsten Kirchturm eingeladen. Dort hat uns ein wundervoller Sonnenuntergang über Riga erwartet.
Als wir am Ende im Bus zur Unterkunft saßen, waren wir uns einig: Das kann unmöglich nur ein Tag gewesen sein!
Bericht von Amrei Härtel und Lotta Hamann