"Open Horizon" 2026: Der komplette Reise-Blog
Lettland/Estland. Vom 6. bis zum 13. September 2026 reist eine Gruppe junger Menschen aus der Nordkirche nach Lettland und Estland, um Inspirationen für eine junge und kreative Kirche der Zukunft zu sammeln, der Titel der Reise: “Open Horizon - Kirche, wohin gehst du?” Mit dabei sind auch sieben junge Erwachsene aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Von ihren Eindrücken erzählen sie auf Instagram und in einem Blog.
Tag 1: Anreise
Heute Morgen ging es für unsere Reisetruppe früh los, damit wir uns um 6:15 Uhr am Flughafen Hamburg treffen konnten. Manche waren wach, manche weniger, aber wir alle waren sehr neugierig auf viele interessante Begegnungen.
Erste Eindrücke von Riga
Wenige Stunden und eine Zeitverschiebung später saßen wir im Bus vom Flughafen zu unserer Unterkunft in Riga. Ständig waren Ausrufe zu hören wie: „Oh, schau mal das Gebäude – wie schön!“ oder „Ach, wie toll diese Straßenbahn! Damit möchte ich unbedingt fahren!“
Wir waren uns schon im Bus ziemlich einig: Diese Stadt hat ihren ganz eigenen Charme! Besonders beeindruckend fanden viele von uns die Vielfalt der architektonischen Stile, die hier nebeneinander zu finden sind. Ein hochmodernes Gebäude mit Glasfassade, das zwischen einem Jugendstilhaus und einem Holzhaus steht, ist hier keine Seltenheit.
Nach einer Stärkung im Restaurant und einem Stopp beim Einkaufen haben wir unsere Unterkunft bezogen und sind direkt danach schon zu unserer ersten Begegnung mit der deutschen Gemeinde in Lettland aufgebrochen.
Begegnung mit der deutschen Gemeinde
Das Besondere an dieser Gemeinde ist, dass sie vollständig ehrenamtlich geleitet wird. Wir sind mit viel Inspiration aus dem Gespräch gegangen und haben von mutigen Aufbrüchen, Best-Practice-Beispielen (was man doch alles nur mit Ehrenamt stemmen kann!), aber auch von Sehnsüchten gehört, denn uns wurden auch die Grenzen des Ehrenamts aufgezeigt.
So sehnen sich Ehrenamtliche der Gemeinde zum Beispiel nach Kontinuität, welche ein Hauptamt mit sich bringen könnte.
Austausch in der Jesuskirche
Nach einem fabelhaften Blick vom Kirchturm ging es weiter zur Jesuskirche. Dort wurden wir von einem Pastor und Jugendlichen aus der lettisch-lutherischen Kirche empfangen.
Wir haben mit ihnen eine Andacht gefeiert und durften sie danach mit allen Fragen löchern, die uns auf der Seele brannten. So haben wir unter anderem über Jugendarbeit in Lettland und Deutschland gesprochen. Außerdem gab es eine kontroverse Diskussion über die Rolle der Frau in der lettisch-lutherischen Kirche, bei der unsere Perspektiven unterschiedlicher nicht hätten sein können. Denn die Gemeinde, in der wir zu Besuch waren, gehört zu dem Teil der lettischen Kirche, in dem Frauen nicht ordiniert werden.
Was uns besonders in Erinnerung bleibt
Eine Erkenntnis, die uns besonders in Erinnerung geblieben ist: Am Ende wollen wir alle einen sicheren Raum für Jugendliche schaffen, damit sie Gott erfahren können, sich ausprobieren dürfen und Kirche als einen Ort erfahren, an dem sie Halt finden und Menschen, die sie unterstützen und mit ihren Fragen wahr- und ernst nehmen.
Beschwingt von dieser Erkenntnis wurden wir auf den nächsten Kirchturm eingeladen. Dort hat uns ein wundervoller Sonnenuntergang über Riga erwartet.
Als wir am Ende im Bus zur Unterkunft saßen, waren wir uns einig: Das kann unmöglich nur ein Tag gewesen sein!